Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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werden,  d.  h.  wenn  sämtlicheErzeugnisse  alle  Werkstätten ­
  in  ungefähr  gleicher  Her  Stellungszeit
durchlaufen,  so  daß  der  Anteil  an  den  Kosten  für
das  einzelne  Produkt  und  das  Verhältnis  der  einzelnen ­
  Arbeitsprozesse  im  Produkt  nur  unwesentlich ­
  sich  verändert.  Aus  der  Tabelle  S.  190  ist  ersichtlich,
wie  sehr  die  Betriebskosten  einzelner  Werkstätten  voneinander  abweichen ­
  können.  Wir  gestehen  zu,  daß  die  getrennte  Berechnung  der
Aufschläge  in  manchen  Betrieben  Schwierigkeiten  bereiten  wird.
Doch  werden  diese  auf  gewogen  durch  die  Vorteile  einer  zuverlässigen
Kostenverteilung.  Eine  elektive  Verteilung  der  Kosten
auf  die  einzelnen  Werkstätten  muß  vorausgehen.
(Siehe  S.  145  f.  u.  §  58  f.)  Würde  man  im  gegebenen  Beispiel  (S.  190)
einen  Durchschnittszuschlag  von  79,4  o/o 1  auf  die  Löhne  berechnen
(70680,—:  89  010,—),  so  zeigen  die  nachfolgenden  Zahlenbeispiele,
wie  eine  solche  Berechnung  die  tatsächlichen  Kosten  und  damit  den
Herstellungspreis  unrichtig  zum  Ausdruck  bringt.

Material
Zuschlag  10%

Mk.
y>

12-1,20


Mk.  13,20

Falsche  Berechnung:
Material  Mk.  13,20

Stanzen

Mk.

2-Löhne

  Mk.  3,—

+  126%%

1»

2,53

,,  4,53

79,4%  „  2,38  „  5,38

Vernickeln

Mk.

1-Mk.

  18,58

+  100%

1-m

  2,-d.

  h.  das  Fabrikat  würde

Herstellungskosten  Mk.  19,73  um  Mk.  1,15  zu  billig  verkauft ­
  werden,  das  ist  mit
etwa  6°/o  Verlust.
Die  Folgen  solch 1  unrichtiger  Berechnung  sind  klar:  für  den
einen  Artikel  werden  reichlich  Aufträge  eintreffen,  für  andere  der
gleichen  Fabrik  sind  solche  kaum  zu  beschaffen.  Trotz  überreicher
Bestellungen  auf  Artikel  der  einen  Abteilung  wird  Geld  verloren.
Konkurrenz-Unternehmungen,  die  nur  Spezialartikel,  vielleicht  nur
in  einer  Ausführung,  herstellen  und  ihre  Kosten  ohne  Schwierigkeit
genau  kalkulieren  können,  sind  in  dieser  Beziehung  im  Vorteil
gegenüber  Betrieben  mit  vielseitiger  Produktion,  die  mit  höheren
durchschnittlichen  Kosten  zu  rechnen  haben.
Eine  spezialisierte  Verrechnung  der  Unkosten  werkstättenweise
ist  dann  unerläßlich,  wenn  neben  den  Arbeiten  für  den  eigenen
Betrieb  noch  Lohnarbeiten  für  andere,  d.  h.  die  Be-  und
Verarbeitung  für  Dritte  übernommen  werden.  So  besorgt  z.  B.  eine
Weberei,  der  zur  Veredelung  der  eigenen  Erzeugnisse  eine  Färberei
und  eine  Appreturanstalt  angegliedert  sind,  zwecks  rationeller  Wirtschaft ­
  und  Ausnutzung  der  Anlagen  das  Färben  und  Appretieren
            
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