Full text: Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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Staaten Zahl für die betreffende Lohngruppe vervielfacht. Wie man 
sieht, ist dieser Kallnilationstyp dem Stundenaufschlagssystem sehr 
verwandt, doch werden dort die Betriebskosten für die Arbeitsstunde 
zugrunde gelegt. 
Die angegebene Berechnungsmethode nimmt auf die produktiven 
Löhne keine Rücksicht; die Arbeitslöhne treten in der Formel direkt 
überhaupt nicht in Erscheinung. Sie stecken in dem S, d. h. der 
veranschlagten Leistung der einzelnen Betriebsabteilungen. 
Die Konkurrenzfähigkeit einer Unternehmung hängt nicht von 
der Höhe der Löhne, sondern davon ab, daß die größtmögliche 
Leistungsfähigkeit mittelst des investierten arbeitenden Kapitals er 
reicht wipd. 
Man ermittelt die investierten Kapitalien für die einzelnen 
Werkstätten und verteilt die übrigen Kosten nach diesem Maßstabe. 
Diese Verteilungsmethode findet man in Groß- und Kleinbetrieben,- 
obgleich picht systematisch für alle Kosten durchgeführt; vielfach 
trifft 1 ) man sie in Lohnwerkstätten, die von Fabriken Bestandteile 
zur Bearbeitung überwiesen erhalten. 
Z. B. Ein Meister kalkuliert: Arbeiten auf der Maschine I kostep 
stündlich a Mk., auf der Maschine II stündlich b Mk., oder ein 
Ingenieur veranschlagt: Ein Tag Kopf bankarbeit von 900 mm Spitzen 
höhe kostet Mk. 20,—; ein Tag Hobelarbeit bei 1 / 2 m Durchgang 
kostet Mk. 15,— usf. 
Kritik der Zuschlagsmethoden. 
§ 49. Man hat folgende Jahressummen aus den kaufmännischen 
Büchern entnommen 2 ): Gesamtwert des verarbeiteten Materials 
Mk. 120 000,—, Löhne Mk. 60000,—, Generalkosten Mk. 30 000,—; 
daraus soll für das kommende Betriebsjahr der Zuschlag bestimmt 
werden, der allen Fabrikaten anzurechnen ist, um die allgemeinen 
Kosten zu decken. 
Die Verteilung erfolgt entweder 
a) nur nach dem Materialwert 25 o/o' 
oder b) nur nach der Lohnsumme 50 o/o 
oder c) nach dem Produktionswerte (180000) . . . 16 2 / 3 p/ 0 
Nach den verschiedenen Berechnungsmethoden sind die Zu 
schläge verschieden. Es entsteht die Frage, unter welchen Voraus 
setzungen diese Zuschläge tatsächlich die Kosten decken. Die An 
wendung auf einen Spezialfall — das ist stets die Probe auf die 
Richtigkeit eines allgemeinen Satzes — soll dies erläutern: Ein 
*) Nach brieflichen Mitteilungen des Herrn Rescei. 
2 ) Andere Beispiele vgl. Haeder, Preisbildung in der Maschinenindustrie. 
Wiesbaden 1911, S. 61.
	        
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