Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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I.  Die  Gesamtkalkulation  hat  vorerst  die  Handlungsunkosten ­
  in  ihrer  Gesamtheit  festzustellen,  für  die  ganze  Unternehmung ­
  und  für  die  Abteilungen  bziw.  Unterbetriebe.  Bei  dieser
Verteilung  zeigt  sich,  daß  es  auch  in  dieser  Gruppe  a)  indirekte,
mittelbare  Unkosten  gibt,  die  nicht  unmittelbar  dem  Unterbetrieb
etc.  zugeschrieben,  vielmehr  nur  nach  Maßgabe  eines  Verteilungsschlüssels ­
  aufgeteilt  werden  können.  Und  b)  direkt  verteilbare
Unkosten,  wie  z.  B.  Katalog-  oder  Beklamekosten  einer  bestimmten
Abteilung  der  Fabrik.
Vor  der  Verteilung  der  Handlungsunkosten  ist  zu  überlegen,
ob  alle  Betriebsabteilungen  oder  nur  solche,  die  Verkaufs  waren
liefern,  an  diesen  Unkosten  beteiligt  werden  sollen.  Soweit  Vertriebsunkosten ­
  in  Frage  kommen,  erscheint  es  gerechtfertigt  zu  sein,
z.  B.  Hilfsbetriebe  von  diesen  Kosten  frei  zu  lassen,  während  an  den
Kosten  der  kaufmännischen  Verwaltung  die  Haupt-,  Neben-  und
Hilfsbetriebe  beteiligt  werden  (S.  149).
Die  Verrechnung  der  kaufmännischen  Unkosten  ist  keine  einheitliche. ­
  Soweit  sie  Bestandteil  des  Anschaffungswertes  sind  —
vgl.  Einkaufskalkulation  S.  102  —,  werden  sie  sofort  oder  durch
Zwischenbuchung  den  Anschaffungskosten  zugeschlagen.  Die  Verwaltungskosten ­
  des  Magazins  sollen  teils  den  Materialunkosten  —
vgl.  S.  72,  183  —,  teils  den  Vertriebskosten  (Lagerkosten  der  Fertigfabrikate) ­
  zugerechnet  werden.  Der  Verteilung  der  allgemeinen
Handlungsunkosten  auf  die  Unterbetriebe  etc.  wird  die  Lohnsumme,
der  produzierte  Herstellungswert  oder  der  Umsatz  zugrunde  gelegt.
Dementsprechend  deckt  man  diese  Unkosten  in  der  Einzelkalkulation ­
  durch  Zuschlag  auf  die  Fabrikationslöhne,  auf  den  Herstellungswert ­
  oder  den  Umsatz.  Die  Erzeugungslöhne  sind  der  ungeeignetste
Verteilungsmaßstab  für  die  kaufmännischen  Unkosten,  da  eine  Proportionalität ­
  zwischen  beiden  in  der  Kegel  nicht  besteht.  Die  Verteilung ­
  im  Verhältnis  des  Umsatzes  hat  zu  berücksichtigen,  daß
die  Unkosten  im  Umsatz  enthalten  sind  und  daß  der  Verkaufsgewinn
annähernd  konstant  bleiben  muß,  sonst  würde  ein  Unterbetrieb,  der
günstigere  Verkaufspreise  erzielt,  mit  größeren  Unkostenteilen  belastet ­
  werden.
Eine  elektive  (individuelle)  Verteilung  der  Handlungsunkosten ­
  auf  die  einzelnen  Betriebsabteilungen
ist  denkbar,  praktisch  jedoch  vielfach  undurchführbar,  wenigstens
nicht  ohne  einen  Zeit-  und  Geldverlust,  der  die  Vorteile  dieser  Aufteilungsmethode ­
  übersteigt.  Inwieweit  einzelne  Unkosten  für  jeden
Betrieb  getrennt  berechnet  werden  sollen  oder  können,  muß  der  fallweisen ­
  Entscheidung  überlassen  werden.  So  können  z.  B.  Steuern
nach  dem  Ertrag,  Portospesen  nach  der  Briefanzahl  der  Betriebe ­
  verteilt  werden.  Reise-  und  Reklamespesen  können
            
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