Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

XII.  Chemisches  Laboratorium  (physikalische  und  chemische  Untersuchung ­
  der  Rohmaterialien  etc.);  die  Verrechnung'  der
Kosten  erfolgt  auf  12  Unterkonten,  die  Entlastung  monatlich.

Die  Selbstkostenberechnung  in  der  Eisengießerei.
Literatur:  Messerschmidt.  Die  Kalkulation  in  Eisengießereien.  4.  Aufl.
Essen  1907.  Winkler,  Die  kaufmännische  Verwaltung  einer  Eisengießerei.
Berlin  1906.  Lilienthal,  a.  a.  O.  S.  106—132.  Leber,  Die  Frage  der  Selbstkostenberechnung ­
  von  Gußstücken  in  Theorie  und  Praxis.  Düsseldorf  1910.  Ergänzungsband ­
  II  der  Zeitschrift  für  handelswissenschaftliche  Forschung. ­
  Leipzig  1911;  S.  18  ff.  (Pfeiffer),  59  ff.  (Moeser),  82  ff.  (Bergner),
165  ff.  (Glück).  Stahl  und  Eisen  1906.  S.  1062,  1132  ff.  Vgl.  auch  S.  100,
176  dieses  Buches.
Die  Kalkulation  in  der  Eisengießerei  hat  wie  jede  andere  Industrie ­
  verschiedene  Reinheitsgrade  aufzuweisen.  Trotz  der  umfangreichen ­
  Literatur  scheint  eine  allseitig  befriedigende  Lösung  der
Frage  nach  der  richtigen  Kalkulationsmethode  noch  nicht  gefunden
zu  sein,  dürfte  sich  unserer  Ansicht  nach  auch  nicht  finden  lassen
wegen  der  Mannigfaltigkeit  der  produktions-technischen  Verhältnisse: ­
  Die  Eigenart  des  Betriebes,  die  Arbeitsweisen  und  die  Art
der  herzustellenden  Waren  (Form-,  Maschinen-,  Hand-,  Sandguß,
Lehm-  und  Zylinderguß,  Masseguß,  Herdguß);  ob  eine  Eisengießerei
nur  für  den  eigenen  Betrieb  als  Rohimüteriallieferantin  arbeitet  oder
nur  Kundenguß,  oder  für  das  eigene  Werk  und  für  Kunden  produziert.
ll  Die  einfachste  Methode  für  Betriebe  mit  gleichartiger  und
Massenproduktion  einfachster  Art  ist  die  Berechnung  eines  einheitlichen ­
  Durchschnittspreises  für  brauchbare  Ware:
Die  Gesamtkosten  dividiert  durch  die  Produktion,  umgerechnet  auf
100  oder  1000  kg  Fertigguß.  Diese  Methode  kann  man  auch  in
Betrieben  mit  komplizierter  Produktion  für  statistische  Zwecke
verwenden,  um  monatlich  die  durchschnittlichen  Selbstkosten  der
Gießerei  festzustellen,  die  Schwankungen  in  den  einzelnen  Unkosten
(Durchschnittswerte)  und  ihre  Ursachen  zu  erforschen  (Lilienthal,
  a.  a.  O.  S.  120).
2.  Da  nach  der  ersten  Methode  einfache  und  komplizierte  Gußstücke ­
  gleichmäßig  falsch  kalkuliert  werden,  teilen  einige  Fabriken
die  Guß  waren  in  verschiedene  Gruppen,  entweder  nach  der
Herstellungsart  oder  nach  dem  Gewicht  und  berechnen  für  jede
Gruppe  die  Selbstkosten  oder  bestimmen  für  jede  Gruppe  einen
festen  Grundpreis,  der  nach  den  Schwankungen  des  Roheisenpreises
erhöht  oder  erniedrigt  wird  (Gruppenberechnung).
3.  Die  bisher  angeführten  Kalkulationsmethoden  berechnen  den
Anteil  der  Fertigware  an  den  allgemeinen  Unkosten  und  an  den
            
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