332
Selbstkostenberechnung in Fabrikbetriebein; Richtige Selbstkostenberechnung
— ging in der Spezialisierung der .Verrechnung nach
amerikanischem Vor bilde weiter und verlangte diese Ermittelung
der Kosten des einzelnen Arbeitsplla.tzies.
Es erscheint überflüssig, mit Rücksicht auf die vorzüglichen Monographien
über die Selbstkostenberechnung im Maschinenbau, hier
noch einmal ausführlicher auf die Berechnungsmethoden einzugehen.
Es erübrigt sich auch deshalb, weil an verschiedenen Stellen dieses
Buches auf die Berechnungsverfahren Bezug genommen wurde (vgl.
177 ff.). Auf einen Umstand .aber wollen wir hier nachdrücklich hinweisen
: Die monographischen Darstellungen, so ausgezeichnet sie
sind, geben fast nie jene Faktoren an, die für die Beurteilung der in
Vorschlag gebrachten Organisation maßgebend sind: Die Größe des
Betriebes nach Arbeiter-, Beamtenzahl und Umsatz, die Kosten der
vorgeschlagenen Selbstkostenberechnung. Es gibt notwendige,
aber auch überflüssige Unternehmungskosten, auch
überflüssige Kosten der Kostenermittelung. Je subtiler
die Kostenberechnung, um so teurer wird sie naturgemäß. Es
können unter Umständen die Fehler der bisherigen Kostenermittelung
geringer sein als die Kosten einer genaueren: ex malis eligere
minima.
Die Verteilungsmethoden der Unkosten sind bekannt: Differenzierte
Lohnaufschläge, Maschinenbetriebsstunden,
Arbeit.sk osten plätze. Gelegentlich wurde erwähnt,
daß die Betriebsverhältnisse in manchen Unternehmungen es
notwendig erscheinen lassen, nicht für die ganze Unternehmuing
einen Modus zu wählen, sondern an den verschiedenen P'roduktionsstellen
auch verschiedene Berechnungsweisen zur Anwendung zu
bringen. Ein gutes Beispiel hierfür bietet ‘ die Monographie von
Lilien thal, in der die Unkostenverteilung wie folgt erledigt wird:
I. Allgemeiner Maschinenbau. (Katalogmäßige Werkzeugmaschinen
in Serien von 10—100 Stück.)
Prozentaufschlag auf produktiven Arbeitslohn, differenziert
für jede der 15 Unterabteilungen.
Gliederung der Betriebsunkosten:
;1. iAb teilungsunk osten, direkt für jede Abteilung bestimmbar:
Abschreibungen und Reparaturen an Werkzeugmaschinen,
Verbrauch an Werkzeugen, Kraft, Riemen, Hilfsmaterialien;
Löhne für Hilfsarbeiter, Lehrlinge; Meistergehälter
etc.
2. Allgemeine Werkstattunkosten (Verwaltung,
Revision, technisches Bureau etc.).