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aufgelöst werden. Diese Trennung ist auch notwendig für
die Jahres-Inventur, um den Wert des Lagers und der in einzelnen,
Fabrikationsstadien sich befindlichen Produkte aufnehmen zu können.
In einigen Industrien findet sich Gelegenheit, Halbfabrikate ver
schiedener Arbeitsstadien abzustoßen, deren Herstellungskosten be
kannt sein müssen. Z. B. in einer Bleischmelze können die
Kosten (Löhne, Material, Kohlen, Koks, Reparaturen), wie folgt
verrechnet, d. h. dargestellt werden: Aufnehmen; Bleiarbeiten: rösten,
schmelzen; Saigern, Bleiraffination; Treiben; Kupferarbeit: rösten,
schmelzen, Raffination; Mühlen; Laugerei; Laboratorium; Allge
meines.
Nähnadelfabrikation: Richten, Spitzen schleifen und
blankmachen, stampfen, stechen des Öhrs; anreihen, überbrechen
und Kopfschleifen; härten und ablassen; scheuern und polieren;
suchen, bläuen und sortieren; einbriefen; verpacken. Vgl. auch
„Elementenkalkulation“.
Methoden der Feststellung der Kosten.
§ 11. Die Produktions- und Selbstkostenberechnung bezweckt
die Ermittelung der Verkaufspreise auf Grund der Selbstkosten oder
der unteren Grenze eines Verkaufspreises, die Rentabilität der Einzel
erzeugnisse und die Kontrolle des Innenbetriebs der Unternehmung.
Die Organisation der Selbstkostenermittelung erstreckt sich auf die
Bestimmung des Zeitpunktes der Berechnung (vgl. S. 3), die Art
der Feststellung, das Verhältnis der Kostenberechnung zur Buch
führung und zur Statistik.
1. Auf die Vor-, Zwischen- und Nachkalkulation wurde
bereits verwiesen (vgl. S. 3). Man berechnet danach den So 11-
verbraueh auf Grund von Einzelberechnungen, Tabellen *), Er
fahrungen, stellt eine Vorkalkulation (z. B. Maschinenbau) oder
Normalzahlen für die Sollkosten (z. B. Bergbau, Hüttenwerke)
auf und vergleicht damit den tatsächlichen, den Istverbrauch, stellt
also Aufwand und Leistungen dem 1 geschätzten bzw. berechneten
Soll gegenüber.
2. Die Selbstkosten können auf zwei grundsätzlich verschiedenen
Wegen ermittelt werden: Die sogen, technische Methode sucht
die die Selbstkosten bestimmenden Faktoren während eines längeren
oder kürzeren Zeitraumes durch Beobachtungen, technische Mes
sungen und Berechnungen im Anschluß an den Betrieb zu ermitteln.
‘) Uber Kalkulationstafeln vgl. Schlesinger in der „WerkstatlSfehnik“,
1910, S. 129; Tabellen für die Textilindustrie bei Rexroth in der Zeitschr. f.
handelsw. Forsch., III. Jahr., S. 553f.; Winkler, Eisengießerei, S. 51 ff.;
Lilienthal, a. a. 0. S. 121 ff.