Full text : Die Selbstkosten-Berechnung industrieller Betriebe

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1 ! .  Man  „berechnet“  den  theoretischen  So  11  verbrauch
nach  Erfahrungssätzen  und  Formeln,  beispielsweise  in  der  Weberei
die  Berechnung  aus  der  Garnnummer  und  der  Soll-Länge  des  Fadens.
In  Walzwerken  wird  die  produzierte  Menge  häufig  nicht  gewogen,
sondern  berechnet;  aus  einem  Profilbuch  ergibt  sich  für  jedes  Profil
das  theoretische  Gewicht  pro  laufenden  Meter.  In  Walzwerken  berechnet ­
  man  die  Förderung  auch  nach  der  Tourenzahl  in  der  Minute
und  dem  Walzendurchmesser.  Der  kalkulatorische  Sollverbrauch
wird  später  mit  dem  tatsächlichen  Istverbrauch  verglichen  (retrograde ­
  Methode)  oder  nicht.  Der  Minder-  oder  Mehrverbrauch  läßt
auf  die  innere  Betriebsökonomie,  die  Zuverlässigkeit  des  Rechnungswesens ­
  und  der  Kontrolle  sowie  auf  die  Organisation  der  Verbrauchsaufzeichnungen
  schließen.
2.  Man  ermittelt  nach  den  fortlaufenden  Aufzeichnungen ­
  im  Betriebe  den  Einzelverbrauch  für  die  Leistungseinheit ­
  (Wiege-,  Materialausgabescheine,  Stücklisten,  Materiallisten,
Magazinanweisungen,  Materialrücklieferungsscheine  usf.).  Die  Aufzeichnungen ­
  beziehen  sich  auf  das  einzelne  Stück  (z.  B.  Maschinenindustrie; ­
  Spezialkalkulation,  direkte,  konkrete  Berechnung);  oder
man  zeichnet  für  einen  bestimmten  Zeitraum  —  Monat,  Quartal  —
den  Verbrauch  auf  und  ermittelt  daraus  einen  Durchschnittswert
für  die  Einheit  (z.  B.  Eisengießereien;  indirekte,  abstrakte  Berechnung, ­
  Gesamtkalkulation).
3.  Eine  bestimmte  Menge  des  Rohstoffs  wird  probeweise ­
  verarbeitet  und  der  Verbrauch  nach  Fertigstellung  berechnet ­
  (Musterkonstruktion  der  Maschinenindustrie,  Holzbearbeitungsindustrie). ­

4.  Ähnlich  ist  eine  Methode,  welche  die  innerhalb  einer  Lohnoder ­
  Arbeitsperiode  in  Arbeit  gegebene  Menge  des  Materials,
die  Menge  der  Fertigfabrikate  auf  zeichnet  und  danach  den  Verbrauch ­
  feststellt  (Holzbearbeitung).
5.  Man  bestimmt  am  fertigen  Arbeitsstück  durch
Messen  den  Materialverbrauch  und  trägt  das  Ergebnis  in  die  Kalkulationszettel ­
  ein  (Möbelindustrie).
6.  Man  ermittelt  den  Verbrauch  durch  monatliche  Inventur: ­
  Anfangsbestand  =  Materialeingang  —  Schlußbestand,  gibt
den  tatsächlichen  Verbrauch  durch  Fabrikation  und
sonstigen  Abgang  (Gießereien),  den  man  mit  den  Betriebsaufzeichnungen, ­
  d.  i.  mit  dem  buchmäßigen  Verbrauch  oder  mit  dem  theo-Daele,
  Moderne  Buchführung,  Stuttgart,  1904.  Schmelzer,  Werkstattbuchführung ­
  für  Maschinenbauer,  3.  Auf!.,  1900.  Garcke  u.  Fells,  Factory
Accounts,  5.  Edition,  London  1902.  Lew  in,  Werkstättenbuchführung  für
moderne  Fabrikbetriebe,  Berlin  1906.  Schlesinger,  Selbstkostenberechnung
im  Maschinenbau.  Berlin  1911.
            
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