retischen, kalkulatorischen Sollverbrauch vergleicht. Nach einem
anderen Verfahren ermittelt man den Sollbestand auf Grund des
berechneten oder auf gezeichneten Verbrauchs und vergleicht ihn
mit dem tatsächlichen Istbestand, der durch Inventur oder Schätzung
bestimmt wird (Hüttenwerke).
Diesen Methoden entsprechend gestaltet sich die k o n t e n - -
förmige Verrechnung der Materialkosten. Auf der Eingangsoder
Sollseite des Materialienkontos stehen Anfangsinventurbestand
und Eingangswert der eingekauften oder selbsterzeugten Betriebsrohstoffe:
a) Auf der Habenseite (Ausgang) wird der Schlußbestand,
beispielsweise am Ende des Jahres eingestellt. Der Kontensaldo (Anfangsbestand
-j- Eingang — Schlußbestand) ergibt den buchmäßigen
Verbrauch an Materialien, b) Auf der Ausgangsseite wird entsprechend
den Verbrauchsaufzjeichnungen monatlich der Wert (Selbstkosten-,
Normalpreis) der an die Produktionsbetriebe abgegebenen
Materialien verbucht, beim Jahresabschluß durch Inventur der
Schlußbestand festgestellt. Der Saldo des Kontos liefert eine Kalkulationsdifferenz
bzw. ein Manko im Lagerbestand, dessen Berechtigung
durch Nachprüfung der Verrechnung zu kontrollieren
ist. c) Der Soll verbrauch wird dem Materialienkonto kreditiert,
dem Fabrikations- oder Aufwandkonto belastet und der Schlußbestand
durch Inventur festgestellt. Der Kontensaldo gibt den Mehr- oder
Minderverbrauch gegenüber dem Sollverbrauch an.
Entsprechend der Bestimmung des Materialverbrauchs wird
auch die Ermittelung der Materialverluste gehandhabt:
Messen oder Abwiegen des Rohmaterials und der Fertigfabrikate
sowie der Abfälle; Vereinfachung des Verfahrens durch Anwendung
von Normalzahlen, das sind Schätzungszahlen für Abbrand, Abfälle
und anders benannte Material Verluste, verbunden mit einer Generalprobe
auf Grund der Betriebsaufzeichnungen oder ohne eine solche
nachträgliche Prüfung der theoretischen Zahlen (der Sollverluste)
und demnach ohne Feststellung des Wechsels in den Betriebsverhältnissen.
Schließlich eine kurze Bemerkung über die Materialkontrolle
und -ausgabe 1 ). Die erstere erstreckt sich auf fachmännische
Überwachung der Materiallieferungen hinsichtlich der
Güte — durch technisch gebildete Beamte zu prüfen — und der
Menge, sachgemäßer Ausführung, der Richtigkeit und der Angemessenheit
der Preise; endlich hat sie die ordnungsmäßige Gebarung
mit den Lagerbeständen und di© richtige Verrechnung der ausgegebenen
Materialien zu überwachen. Je größer die Geldkapitalien
sind, die in Materialbeständen angelegt sind, je größer die Zersplitte-')
Ausführlicher mein Buch: Kontrolle . . . 1920. S. 197 ff.