Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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Seiten  der  Gegner  in  der  Stadt  ausgeführt,  daß  es  nicht  gerecht
sei,  die  Genossenschaft  mit  den  Unkosten  zu  belasten,  die  der  Transport ­
  nach  einer  so  entfernt  liegenden  Filiale  erforderte." 33 )  Diese
letzten  Worte,  die  sich  gegen  den  Bezirkskonsumverein  richten,  haben
aber  keine  Berechtigung,  da  die  Transportkosten  nur  einen  Teil  der
Gesamtunkosten  bilden.  Ist  der  Umsatz  so  hoch,  daß  er  die  Gesamtunkosten ­
  einer  Verteilungsstelle  auf  das  Unkostenniveau  der  anderen
Verteilungsstellen  herunterdrückt,  so  treten  die  Transportkosten  zurück. ­
  Die  Transportkosten  können  allein  schon  durch  die  größeren
Vorteile  beim  Einkauf  ausgeglichen  werden.  Dafür  gibt  Ferd.
Vieth  ein  Beispiel  an. 33 )  Nach  ihm  betrug  die  Mehrfracht  für  die
auswärtigen  Abgabestellen  des  Vereins  „Unterweser"  in  Bremerhaven ­
  seinerzeit  5  400  M.  —  0,6  o/o  des  in  ihnen  erzielten  Umsatzes
von  900  000  M.,  was  ca.  V* 0 /»  von  dem  gesamten  Vereinsumsatz
von  ca.  2^  Millionen  M.  bedeutet.  An  einigen  Beispielen  beweist
dann  Bieth,  daß  die  Mehrfracht  von  5  400  M.  durch  die  Vorteile
des  Einkaufs  weit  mehr  als  ausgeglichen  werden. 34 )  Das  ist  ohne
weiteres  klar,  wenn  man  bedenkt,  daß  die  Umsatzvermehrung  von
900  000  M.  i/g  des  ursprünglichen  Umsatzes  wesentlich  überschreitet.
Daß  man  nicht  ohne  Beachtung  an  der  Verschiedenheit  der  Unkosten ­
  in  den  einzelnen  Verteilungsstellen  vorübergeht,  bezeugen  auch
die  Tarifverträge  für  das  Verteilungspersonal.  Die  Konsumgenossenschaft ­
  Ludwigshafen  am  Rhein  hat  folgende  Bestimmungen  in
ihren  Lohn-  und  Arbeitstarif  aufgenommen:
Die  vorstehenden  Gehälter  gelten  für  die  städtischen  Verkaufsstellen,  zu
denen  z.  Zt.  auch  Friesenheim,  Mutterstadt  und  Mundenheim  gehören.  Bei
allen  anderen  beträgt  das  Anfangs-  resp.  Endgehalt  100  M.  weniger.  Der
Bezug  des  Endgehalts  von  2300  M.  (für  Lagerhalter)  bzw.  1750  M.  (für
Lagerhalterinnen)  ist  an  die  Bedingung  eines  jährlichen  Umsatzes  von  über
75  000  M.  der  betreffenden  Verkaufsstelle  gebunden.  Bleibt  der  Umsatz  einer
Verkaufsstelle  unter  75  000  M.,  so  ist  das  Endgehalt  für  Lagerhalter  2020  M.
und  für  Lagerhalterinnen  1600  M.
Hier  liegt  ohne  Zweifel  die  Tendenz  vor,  den  Unkosteusatz  der
Abgabestellen  mit  niedrigem  Umsatz  herabzumindern.  Andere  Vereine ­
  haben  ähnliche  Bestimmungen.  Der  Konsumverein  „Vorwärts"

33 )Holyoake-Häntsche  a.  a.  O.  S.  208.
33 )  Ferd.  Vieth,  Bezirkskonsumvereine.
34 )  Er  gibt  z.  B.  an,  daß  der  Verein  durch  den  Mehrumsatz  in  der  Lage
ist,  Korinthen  im  Herbst  direkt  von  Griechenland  zu  beziehen;  durch  diesen
Umstand  konnte  die  Großeinkaufsgesellschaft  ihre  Offerte  uw  2  M.  pro  Zentner
ermäßigen.
            
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