Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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stellen  noch  nicht  dicht  genug  für  Spezialabgabestellen.  Obwohl  der
organisierte  Konsument  zum  Nutzen  seines  Unternehmens  gerne  etwas
weiter  läuft  zwecks  Gütereutnahme  als  gewöhnlich  —  man  hat  ihn
dazu  erzogen  —,  so  ist  doch  im  allgemeinen  die  Eröffnung  von  Spezialabgabestellen ­
  nur  in  direkten  Mitgliedervierteln  möglich.
Das  führt  uns  zu  der  Frage  des  Standortes  der  Abgabestellen ­
  überhaupt.  Der  Standort  der  konsumgenosseuschaftlichen  Abgabestellen ­
  ist  von  vornherein  bedingt  durch  den  Wohnort  der  Mitglieder. ­
  Im  allgemeinen  darf  ja  eine  Konsumgenossenschaft  Bedarfsgüter ­
  nur  an  Mitglieder  abgeben.  Die  Mitglieder  der  Konsum-Vereine
  setzen  sich  in  Deutschland  zum  größten  Teil  aus  Arbeitern  zusammen. ­
  Die  Einseitigkeit  dieser  Zusammensetzung  der  Kousumgenossenschaften
  hat  zuweilen  nachteilige  Wirkungen.  Hier  bedeutet  sie
jedenfalls  einen  Vorteil.  Arbeiter  haben  ihre  eigenen  Wohnungsviertel, ­
  sei  es  nun,  daß  sie  an  der  Peripherie  der'Stadt  wohnen,  oder
in  besonderen  Vororten,  oder  sich  auch  in  der  Innenstadt  an  bestimmten
  Stellen  konzentrieren.  Dort  errichten  die  Vereine  auch  ihre
Verteilungsstellen,  und  zwar  in  der  Regel  in  Seitenstraßen,  um  an
Miete  zu  sparen.  Da  in  der  Hauptsache  nur  Mitglieder  ihre  Bedarfsgüter ­
  entnehmen  können,  hat  das  auch  eine  gewisse  privatökonomische
Berechtigung.  Immerhin  gehen  leistungsfähige  Vereine  dazu  über,
ihre  Abgabestellen  auch  in  Haupt-  und  Berkehrsstraßen  zu  errichten,
schon  allein  deshalb,  um  zu  zeigen,  daß  sie  existieren.  In  vielen
Städten  mit  einem  ausgedehnten  Netze  von  Abgabestellen  ist  es  wirklich ­
  so,  daß  das  deni  Konsumverein  fernstehende  Publikuin  nur  zwei
oder  drei  Verteilungsstellen  kennt.
Um  eine  größere  Konzentration  des  k  o  n  s  u  m  g  e  n  o  s  s  e  ns
  ch  a  f  t  l  i  ch  e  n  Bedarfs  zu  erzeugen,  betreibt  die  „Produktion"  in
Hamburg  eine  systematische  Wohnungspolitik,  d.  h.  sie  errichtet  ganze
Häuserblocks  für  Mitgliederwohnungen.  In  den  Statuten^)  der  „Produktion" ­
  heißt  es  darüber:
Die  Genossenschaft  erstrebt  durch  den  Wohnungsbau,  außer  der  Vermietung ­
  gesunder  und  preiswerter  Wohnungen  an  die  Mitglieder,  die  Verteilung ­
  der  Lebensmittel  durch  räumliches  Zusammenrücken  der  Mitglieder
billiger  zu  gestalten.
In  einem  älteren  Statut  des  Vereins  ist  letzteres  noch  deutlicher
ausgedrückt:
Es  soll  weniger  Wert  gelegt  werden  auf  Errichtung  einzelner  selbst
großer  Häuser,  als  auf  die  planmäßige  Errichtung  von  Häuservierteln,  in
deren  Mitte  alle  Institutionen  der  leiblichen  und  geistigen  Versorgung  der
Mitglieder  sich  befinden.

s)  Abschnitt  über  Genossenschaftswohnungen.  8  95.
            
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