Full text: Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

130 
stellen noch nicht dicht genug für Spezialabgabestellen. Obwohl der 
organisierte Konsument zum Nutzen seines Unternehmens gerne etwas 
weiter läuft zwecks Gütereutnahme als gewöhnlich — man hat ihn 
dazu erzogen —, so ist doch im allgemeinen die Eröffnung von Spezial 
abgabestellen nur in direkten Mitgliedervierteln möglich. 
Das führt uns zu der Frage des Standortes der Abgabe 
stellen überhaupt. Der Standort der konsumgenosseuschaftlichen Ab 
gabestellen ist von vornherein bedingt durch den Wohnort der Mit 
glieder. Im allgemeinen darf ja eine Konsumgenossenschaft Bedarfs 
güter nur an Mitglieder abgeben. Die Mitglieder der Konsum- 
Vereine setzen sich in Deutschland zum größten Teil aus Arbeitern zu 
sammen. Die Einseitigkeit dieser Zusammensetzung der Kousumgenos- 
senschaften hat zuweilen nachteilige Wirkungen. Hier bedeutet sie 
jedenfalls einen Vorteil. Arbeiter haben ihre eigenen Wohnungs 
viertel, sei es nun, daß sie an der Peripherie der'Stadt wohnen, oder 
in besonderen Vororten, oder sich auch in der Innenstadt an be- 
stimmten Stellen konzentrieren. Dort errichten die Vereine auch ihre 
Verteilungsstellen, und zwar in der Regel in Seitenstraßen, um an 
Miete zu sparen. Da in der Hauptsache nur Mitglieder ihre Bedarfs 
güter entnehmen können, hat das auch eine gewisse privatökonomische 
Berechtigung. Immerhin gehen leistungsfähige Vereine dazu über, 
ihre Abgabestellen auch in Haupt- und Berkehrsstraßen zu errichten, 
schon allein deshalb, um zu zeigen, daß sie existieren. In vielen 
Städten mit einem ausgedehnten Netze von Abgabestellen ist es wirk 
lich so, daß das deni Konsumverein fernstehende Publikuin nur zwei 
oder drei Verteilungsstellen kennt. 
Um eine größere Konzentration des k o n s u m g e n o s s e n- 
s ch a f t l i ch e n Bedarfs zu erzeugen, betreibt die „Produktion" in 
Hamburg eine systematische Wohnungspolitik, d. h. sie errichtet ganze 
Häuserblocks für Mitgliederwohnungen. In den Statuten^) der „Pro 
duktion" heißt es darüber: 
Die Genossenschaft erstrebt durch den Wohnungsbau, außer der Ver 
mietung gesunder und preiswerter Wohnungen an die Mitglieder, die Ver 
teilung der Lebensmittel durch räumliches Zusammenrücken der Mitglieder 
billiger zu gestalten. 
In einem älteren Statut des Vereins ist letzteres noch deutlicher 
ausgedrückt: 
Es soll weniger Wert gelegt werden auf Errichtung einzelner selbst 
großer Häuser, als auf die planmäßige Errichtung von Häuservierteln, in 
deren Mitte alle Institutionen der leiblichen und geistigen Versorgung der 
Mitglieder sich befinden. 
s) Abschnitt über Genossenschaftswohnungen. 8 95.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.