Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

164

eigenen  Interesse  „Einkäufe"  gleich  in  größeren  Mengen  zu  machen
und  nicht,  wie  es  häufig  geschehe,  am  Tage  mehrere  Male  nur  einzelne ­
  Artikel  zu  holen.  Dadurch  würde  viel  Arbeit  gespart.  In  einem
der  ersten  deutschen  Konsumvereine,  der  „Ermnnternng"  in  Chemnitz,
war  es  sogar  verboten,  an  einem  Abend  zweimal  Bedarfsgüter  in
der  Genossenschaft  zu  entnehmen.  Typisch  für  die  Welt  des  organisierten ­
  Konsums  ist  auch  folgender  Fall.  Die  im  Zentralverbande
organisierte  Konsumgenossenschaft  „Hoffnnng"  in  Köln  unterbreitet
ihren  Mitgliedern  nachstehenden  Wunsch:
Durch  die  Eröffnung  der  Verkaufsstelle  in  der  Taubenstraße  wurde  die
Verkaufsstelle  in  der  Bleichstraße  bedeutend  entlastet,  die  Verkaufsstelle  in  der
Danzierstraße  dagegen  wenig  oder  gar  nicht.  Im  Hinblick  darauf,  daß  die
Räumlichkeiten  in  der  Danzierstraße  sehr  beschränkt  sind,  bitten  wir  unsere
Mülheimer  Mitglieder  in  der  Nähe  der  beiden  genannten  Verkaufsstellen,  ihre
Einkäufe  möglichst  in  der  Bleichstraße  niachen  zu  wolsen.  Es  liegt  dies  im
Interesse  der  Mitglieder,  da  bei  einer  zweckmäßigen  Verteilung  des  Umsatzes
die  Abfertigung  der  Käufer  eine  beschleunigtere  ist.
Im  Konsumverein  Basel  hat  man  die  Mitglieder  daran  geivöhnt,
den  größten  Teil  ihrer  Milch  aus  den  Verteilungsstellen  zu
beziehen,  da  das  eine  große  Kostenersparnis  für  den  Verein  und  damit
für  das  einzelne  Mitglied  bedeutet.  Auf  die  Hauslieferungen  im  allgemeinen ­
  komme  ich  noch  zu  sprechen.
Ein  süddeutscher  Konsumverein  bittet  seine  Mitglieder,  die  leeren
Bierflaschen  stets  pünktlich  und  in  sauberem  Zustande  an  die  Verteilungsstellen ­
  zurückzugeben.  Ferner  macht  er  seine  Mitglieder  darauf
aufmerksam,  daß  mißbräuchliche  Benutzung  evtl,  gerichtlich  verfolgt
würde.
Einzelne  Vereine  haben  besondere  „Verkehrsordnungen"  für  den
Verkehr  mit  ihren  Mitgliedern  herausgegeben.  Doch  scheint  das
nicht  überall  angebracht  zu  sein.  Ein  vorbildlicher  Konsumverein  teilt
mir  auf  meine  Anfrage  darüber  mit:  Verkehrsordnungen  für  unsere
Mitglieder  haben  wir  nicht.  Solche  sind  in  der  Großstadt,  wo  man
in  Warenhäusern  und  Großhandelsgeschäften  die  denkbar  größte
Leichtigkeit  im  Einkauf  haben  muß,  auch  nicht  angebracht.
Hier  sehen  wir  also,  wie  die  starke  Konkurrenz  der  Neugebilde
im  Detailhandel  nicht  gestattet,  in  den  Konsumvereinen  den  Bogen
allzu  straff  zu  spannen.  Es  ist  übrigens  anzunehmen,  daß  bei  dem
weiteren  Ausbau  des  Konsumgenossenschaftswesens  die  Anforderungen
an  die  Mitglieder  nicht  gesteigert  werden,  sondern  daß  man  im  Geigenteil ­
  den  Entnehmern  alle  möglichen  Bequemlichkeiten  bieten  wird/)

7 )  Z.  B.  Wochenbedarfslieferungen  von  „Kolonialwaren"  ins  Haus  usw.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.