Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

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intensive  Jnteressierung  ihrer  Angestellten  am  Umsätze  deren  Leistung  höher
zu  steigern,  dann  kann  dieser  Unterschied,  zusammen  mit  der  größeren  Bersügungsfreiheit
  des  privaten  Inhabers,  mit  der  schnelleren  Wahrnehmung
der  Konjunkturen  und  der  leichteren  Kapitalbeschaffung,  auch  bei  uns  sehr
wohl  zu  einem  Uebergewicht  der  privaten  Betriebe  führen.  Darüber  darf
man  sich  auch  bei  aller  Hochschätzung  der  bisherigen  Energie  der  deutschen
Konsumvereinsbewegung  nicht  mehr  täuschen." 17 a).
Hirsch  hat  sich  scheinbar  zu  sehr  von  den  Zuständen  inFrankr
  e  i  ch  und  Belgien  leiten  lassen.  In  beiden  Ländern  ist  die
Konsumvereinsbewegung  infolge  der  großen  Zersplitterung  nicht  auf
der  Höhe.und  kann  nicht  als  Vergleichsmaßstab  benutzt  werden.  Darauf ­
  hat  schon  H.  S  i  er  a  ko  w  s  k  y-Hamburg  in  der  Konsumgenossenschaftlichen ­
  Rundschau'"")  hingewiesen.  Erst  jetzt  beginnt  man  in
Frankreich  mit  den  vielen  kleinen  Ko>lsumvereinen  der  verschiedenen
Parteien  aufzuräumen  und  sie  zu  großen  widerstandsfähigen  Gebilden
zusammenzuschmelzen;  damit  dürfte  auch  in  unserem  südwestlichen
Nachbarlande  die  Zeit  des  Aufblühens  der  Konsumgenossenschaftsbewegung ­
  gekommen  sein.
Was  die  Unkosten  in  kapitalistischen  und  konsumgenosscnschaftlichen
  Filialbetrieben  anbelangt,  so  kommt  Hirsch  selbst  zu
dem  Ergebnis,  daß  sie  in  Konsumgenossenschaften  niedriger  sind.  Er
stellt  die  Unkosten  einer  kapitalistischen  Filiale  denjenigen  eines  Konsumvereins ­
  gegenüber  und  findet,  daß  die  reinen  Kosten  des  Warenabsatzes ­
  in  dem  privaten  Betrieb  12,09  0/0,  im  konsumgenossenschaftlichen ­
  Betrieb  7,15  o/o  betragen.  Daraus  könne  man  aber  nicht
ohne  weiteres  folgern,  fügt  Hirsch  hinzu,  daß  der  Konsumverein
die  „überlegenere  und  wünschenswertere  Form  des  Warenabsatzes"
sei.  Die  Hauptuntcrschiede  lägen  bei  Miete,  Beleuchtung,  Gehälter
bzw.  Löhnen  und  Emballage.  „Das  sind  gerade  diejenigen  Posten,
bei  denen  der  Wesensunterschied  zwischen  Konsumverein  und  Filialbetrieb
  klar  hervortritt:  Der  Verein  will  grundsätzlich  nur  den  Bedarf ­
  befriedigen,  die  Filiale  will  ihn  wecken  und  anregen,  ihn  an
sich  heranziehen.  Dazu  dient  die  bessere  Lage  des  Lokals,  die  wiederum ­
  die  höhere  Miete  bedingt,  dazu  die  teurere  Beleuchtung,  die
elegantere  Verpackung.  Darin  zeigt  sich  eben  der  charakteristische
Unterschied  zwischen  genossenschaftlicher  Bedarfsbefriedigung  und
privat-erwerbswirtschaftlicher  Bedarfs  w  c  ck  u  n  g."")
Demnach  scheinen  aber  doch  diese  Mehrkosten  volkswirtschaftlich
eine  u  n  p  r  o  d  n  k  t  i  v  e  Aufwendung  zu  sein,  und  es  will  mir
17 a)  Ebenda  S.  262  f.
17 b)  Nr.  3  1914.  Art.  „Die  Filialbetriebe  im  Detailhandel".
ls )  Hirsch,  a.  a.  O.  S.  96.
            
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