Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

kleinerer  Konsumgenossenschaften  ernannt  werden,  nun  allmählich  mit
dieser  Genossenschaft  emporwachsen  und  so  mit  der  Zeit  zu  Leitern
großer  Unternehmen  werden.  Manche  Geschäftsführer,  die  aus  Arbeiterkreiseu
  hervorgegangen  sind,  haben  auch  die  Zwischenstufe  eines
dem  Vorstand  untergeordneten  Angestellten  durchgemacht.  Jedenfalls
haben  jene  intelligenten  Arbeiter  und  heutigen  Einkäufer  im  organisierten ­
  Konsum  in  der  Regel  schon  als  Konsnmgenossenschafter  gewirkt,
ehe  sie  zu  ihrem  wichtigen  Posten  berufen  wurden.
Eine  Ausnahme  davon  kann  bei  der  Gründung  eines  Konsum-Vereins
  vorliegen,  wo  die  Generalversammlung  eine  ihr  geeignet  erscheinende ­
  Person  znm  Geschäftsführer  und  gleichzeitigen  Einkäufer
wählt,  die  vielleicht  noch  niemals  einen  Posten  in  der  Konsumgenossenschaft ­
  bekleidet  hat.  Hier  handelt  es  sich  dann  aber  um  eine
ehrenamtliche  Geschäftsführung.  Diesem  Einkäufer  wird  übrigens
seine  Arbeit  dadurch  erleichtert,  daß  die  Großeiukaufsgesellschaft  bereit
ist,  die  neugegründete  Genossenschaft  vollständig  „einzurichten",  ohne
dabei  übervorteilen  zu  wollen.  Sodann  ist  es  für  den  Einkäufer
leicht,  auch  die  Adressen  von  anderen  geeigneten  Lieferanten  zu  erhalten. ­
  Das  Geheimhalten  der  Bezugsquellen,  wie  es  von  Erwerbsgeschäften ­
  aus  natürlichen  Gründen  geübt  wird,  kennt  ein  Konsum-Verein
  nicht.  Besonders  einfach  gestaltet  sich  der  Einkauf,  wenn  sich
der  Konsumverein  einer  Einkaufsvereinigung  anschließt.  Ich  komme
darauf  in  einem  besonderen  Kapitel  zurück.  Erleichtert  wird  der  Einkauf ­
  in  einer  Konsumgenossenschaft  auch  dadurch,  daß  der  Einkäufer
auf  Grund  der  Mitgliederzahl  den  Bedarf  des  Vereins  sich  leicht  ausrechnen ­
  kann  und  so  eine  Grundlage  für  die  Größe  seiner  Einkäufe  hat.
Ferner  ist  hier  die  Organisation  des  Zentralverbandes  zu  erwähnen,
deren  Funktionäre  den  Konsumvereinen  als  Ratgeber  zur  Verfügung
stehen.  Dazu  kommen  noch  die  zahlreichen  Vorträge,  Zeitschriften
und  Broschüren,  die  dem  konsumgenossenschaftlichen  Einkäufer  Gelegenheit ­
  bieten,  sein  allgemeines  u.nd  spezielles  Wissen  zu  bereicheru.
Nicht  weniger  wesentlich  sind  die  besonderen  Kurse  des  Zentralverbandes ­
  zur  Ausbildung  der  Vorstandsbeamten,  die  von  tüchtigen
Kräften,  Juristen,  Nationalökonomen,  Chemikern  und  alten  konsumgenossenschaftlichen ­
  Praktikern,  geleitet  werden.  Am  wichtigsten  scheint
mir  aber  bei  der  Erörterung  dieser  Frage  zu  sein,  daß  die  Konsum-Vereine
  eine  konsumgenossenschaftliche  Organisation  als
ihre  Hauptlieferantin  haben,  die  auf  das  Wohl  der  Konsumvereine
bedacht  ist.  Sie  geht  den  Vereinen  mit  Warenberichten,  Warenverzeichnissen, ­
  Vorschlagslisten,  Preislisten,  Katalogen  und  Verzeichnissen
der  mit  ihr  in  Verbindung  stehenden  Lieferanten  zur  Hand.  Beson-■
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