Full text : Die konsumgenossenschaftliche Gütervermittlung, ihre Technik und wirtschaftliche Bedeutung

50

1912  „  7  922  895
1913  „  11  076  579
Damit  sind  wir  in  unserer  Darstellung  bei  dem  heutigen  Entwicklungsstadiuni
  der  Großeinkaufsgesellschaft  deutscher  Konsumvereine
angelangt.  Schneller  und  immer  schneller  schreitet  das  Unternehmen
vorwärts.  Immer  neue  Gebiete  werden  erobert,  und  man  fragt  sich,
wo  das  noch  enden  will.  Das  Netz  der  Zweiglag  er  erstreckt  sich
heute  schon  auf  Berlin,  Düsseldorf,  Mannheim,  Erfurt,  Nürnberg  und
Gröba-Riesa  (Sachsen)?)  Mit  letzterem  ist  ein  Speziallager  für  Manufaktur-, ­
  Kurz-  und  Schuhwaren  mit  ständiger  Musterausstellung  verbunden. ­
  Außerdem  besteht  dort  eine  Musterausstellung  von  Geschäftsinventar ­
  und  Hausstandssachen.  Man  denkt  an  die  Errichtung  eines
weiteren  Zweiglagers  in  Breslau.  Außerdem  hat  die  G.  E.  G.  bei
einzelnen  Vereinen  Depots.
Eine  vorzügliche  Einrichtung  der  Großcinkaufsgesellschaft  deutscher ­
  Konsumvereine,  die  ich  bisher  nur  angedeutet  habe,  ist  ihr
Laboratoriu  m.  „Aus  der  Notwendigkeit,  nur  unverfälschte  Lebensmittel ­
  zu  verkaufen,  entsprang  eigentlich  die  Idee  der  Großeinkaufsgesellschaft," ­
  sagt  Holyoake^)  einmal.  Damit  erscheint  uns  das
Laboratorium  als  eine  Selbstverständlichkeit.  Es  hat  den  Zweck,")
festzustellen,  ob  die  zu  kaufenden  Waren  einwandfrei  sind,  und  ob  der  geforderte ­
  Preis  mit  ihrem  wirklichen  Werte  übereinstimmt;  ferner  ob
die  beim  Einkäufe  garantierten  Eigenschaften  während  der  ganzen
Lieferungsperiode  zutreffen.  Es  dient  außerdem  dazu,  die  Qualitätsunterschiede ­
  beim  Einkäufe  festzustellen  und  die  Waren  auf  ihre  Haltbarkeit
  zu  prüfen.  Auf  Wunsch  stellt  die  G.  E.  G.  das  Laboratorium
auch  Vereinen  für  die  Untersuchung  der  Waren  von  Konkurrenzfirmen
zur  Verfügung.
*)  Das  Lager  in  Gröba-Riesa  ist  das  größte  der  Jnlandlager  der  Großeinkaufsgesellschaft, ­
  was  seine  bedeutsamen  Ausmessungen  (79  in  lang  und  18  m
tief)  schon  zeigen.  Außer  Keller,  Erd-  und  Dachgeschoß  und  geräumigem
Dachboden  hat  das  Gebäude  3  -Obergeschosse,  im  ganzen  also  7  Stockwerke.
Im  Keller  befinden  sich  die  Eß-  und  Garderoberäume  des  im  Lager  beschäftigten ­
  Personals,  außerdem  die  Baderäume.  Das  Erdgeschoß  dient  zur
Expedition  der  ankommenden  und  abgehenden  Waren.  Im  ersten  und  zweiten
Obergeschosse  lagern  die  Kolonialwaren,  während  im  dritten  Stockwerk  und
im  Dachgeschosse  sich  das  Manufakturwarenlager  befindet.  Alle  sieben  Stockwerke ­
  sind  durch  3  elektrische  Aufzüge  verbunden.  (Konsumgenossenschaftliche
Rundschau  Nr.  39  1912.)
10 )  Holyoake-Häntschke,  Geschichte  der  redlichen  Pioniere  von
Rochdale.  Leipzig  1888  S.  223.
")  Rach  einem  Artikel  über  das  Laboratorium  der  G.  E.  G.  in  der
Kons.  Rundschau  Rr.  24  1912.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.