Full text : Die doppelte kaufmännische Buchhaltung

Kontentheorien.

131

18.  Abschnitt.
Kontentheorien*).
Die  Kontentheorien  versuchen  eine  Systematisierung  der
Konten  nach  Verrechnungsstoff  und  Vorzeichen.  Ihre  Schwäche
liegt  in  der  Anwendung  mathematischer  Vorzeichen;  sobald
diese  Theorien  mit  den  algebraischen  Vorzeichen  operieren,  sind
sie  angreifbar.  Die  Vorzeichen  können  sich,  wenn  man  verständlich ­
  bleiben  will,  doch  nur  auf  den  Verrechnungsstoff  des  betreffenden ­
  Kontos  beziehen.  Die  Geschäfts  theorie  verwendet
Plus  und  Minus  im  Verhältnis  der  Konten  des  Geschäfts  zum
Geschäftsinhaber,  die  Zweikontentheorie  gebraucht  sie  im  Verhältnis ­
  der  Konten  zum  Reinvermögen.
1.  Faßt  man  das  Objekt  der  Verrechnung  vom  rechtlichen
Standpunkt  auf,  wie  in  unserer  Darstellung,  so  können  nur
Konten  des  Vermögens,  Konten  der  Schulden  und  Konten
des  Kapitals  unterschieden  werden  (Dreikontensystem).  Daß
ein  Konto  Vermögen  und  Schulden  verrechnen  kann  (z.  B.
Wechsel-  und  Akzepten-Konto,  das  Kontokorrent-Konto),
ist  ein  Verstoß  gegen  dieses  System.  Die  Konten  verrechnen ­
  Zu-  und  Abnahme.  Die  Tabellen  (S.  59  ff.)  zeigen,  daß
die  Konten  des  Vermögens  links  die  Zunahme,  rechts  die
Abnahme,  die  Konten  der  Schulden  und  des  Kapitals  hingegen ­
  links  die  Abnahme,  rechts  die  Zunahme  verrechnen.
Diese  Übereinstimmung  der  mathematischen  Vorzeichen
führt  auch  zu  einer  „Zweikontentheorie“,  Konten  der
Aktiva  und  Konten  der  Passiva,  das  sind  Schulden  und
Kapital.

Konten  der  Vermögensteile

Soll

Haben

Zunahme

Abnahme

—  Konten  der  Schulden  und  des  Kapitals  +

Abnahme

Zunahme

Debet

Kredit

1 )  Ausführlicher  vgl.  auch  Reisch-Kreibig,  I.  Band;  Kohlmann  Inder
h  B.  1903—1905.

9*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.