fullscreen: Neueste Zeit (Abt. 3)

294 Vierundzwanzigstes Buch. Drittes Kapitel. 
zusammengesetzt sein müßten, daß die Gewichtsmengen ihrer 
Elemente durch ganz bestimmte Zahlen, die jedem Elemente 
eigen sind, nämlich durch die relativen Atomaewichte dieser 
EFlemente, darstellbar wären. 
Diese Folgerungen hat dann Berzelius, durch zwei Jahr—⸗ 
zehnte hin der beherrschende Geist der Chemie der realistischen 
Periode, experimentell vielfach nachgeprüft, richtig befunden, in 
sehr einfacher Form zur Darstellung gebracht: und darum der 
hemischen Schulwissenschaft bis auf heute geläufig gemacht. 
Die Atomhypothese, so wie sie der Entwicklung der Chemie 
im 19. Jahrhundert zugrunde lag, war damit in ihren funda— 
mentalen Teilen entwickelt. Und diese Bestandteile haben sich 
als so solid erwiesen, daß sie den immer reicheren Ausbau der 
Hypothese durch fast drei Menschenalter hin ohne stärker zu 
schwanken getragen haben. 
Im übrigen entwickelte sich nun auf diese allgemeine Basis 
hin, sowie im Zusammenhange mit den besonderen Unter⸗ 
suchungen, welche die chemische Wissenschaft etwa um die Wende 
des 18. zum 19. Jahrhundert beschäftigten, eine erste ein⸗— 
gehendere Theorie der chemischen Verbindungen. Es ist das 
System des sogenannten elektrochemischen Dualismus. Sein 
hauptsächlichster Vertreter war der schon erwähnte große 
schwedische Chemiker Berzelius. 
Die Chemie hatte spätestens um 1800 die ältere Analyse 
auf trockenem Wege, in der Schmelzhitze, fast ganz verlassen; 
diese galt zu sehr als Charakteristikum der Goldmacher und 
Alchimisten und erhielt sich darum fast nur in den Probier— 
laboratorien des Hüttenbetriebes. Statt dessen war die nasse 
Analyse ausgebildet worden. Sie aber zog vor allem die 
Salze in Betracht: so daß diese ganz in den Vordergrund der 
Forschung traten. Nun weist aber jedes Salz zwei charakteristische 
Reaktionen auf: eine für die Säure und die andere für die 
Base. So mußten die Salze alsbald als aus zwei Anteilen 
zusammengesetzt erscheinen. Und daraus ergab sich denn leicht 
die Anschauung, daß die einfachste, ja vielleicht die einzige 
Form chemischer Zusammensetzung überhaupt die binäre sei.
	        
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