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durchschlagenden Erfolg, der noch größer im Auslande war, als in
England selbst, wo das ganze Staatswesen bereits von einem freiheit-
sicheren Geiste durchweht war. Ihm vor allem ist es zu danken, daß
noch Ende des 18. Jahrhunderts das Interesse für wirtschaftliche
Fragen ein allgemeines geworden ist, die Erörterungen auf einer ge-
sunden Basis gepflogen wurden und gerade für jene Zeit eine segens-
reiche Richtung nahmen.
Man hat Adam Smith einseitigen Materialismus vorgeworfen,
da er das ganze wirtschaftliche Leben auf den Egoismus zurück-
führte und sein rücksichtsloses Walten als natürlich und notwendig an-
erkannte. Der Vorwurf ist ungerechtfertigt und nur möglich, wenn
man sein zweites großes Werk isoliert betrachtet, während es als eine
Fortsetzung des ersteren und somit im Zusammenhange mit jenem auf-
zufassen. ist. Dort hatte er in idealster Lebensauffassung die ethischen
Aufgaben der Menschen auseinander gesetzt, die in der Vebung der
Gerechtigkeit und Tugend zu sehen seien. Er geht auch davon aus,
laß man die natürlichen Triebe des Menschen walten lassen sollte, denn
den Menschen beseele eine natürliche „Sympathie“, der entsprechend der
Mensch den christlichen Grundsatz als den allein richtigen Maßstab
ansieht, den Fremden zu behandeln, wie man selbst behandelt zu sein
wünscht,
Wenn er in der Behandlung des wirtschaftlichen Lebens das Pri-
vatinteresse als die natürliche Triebfeder überall voraussetzt, SO ver-
steht es sich von selbst, daß dieses nur innerhalb der von ihm selbst
aufgestellten Schranken der Gerechtigkeit vorausgesetzt wird, und
daß der Egoismus überall als durch die Sympathie gemäßigt ange-
a0mmen wird.
Dagegen ist ihm mit Recht der Vorwurf zu machen, daß er viele
Ausführungen zu unbestimmt gelassen hat, dadurch zu Mißverständ-
nissen und schiefen Auffassungen Anlaß gab, um so mehr, als ihm
mancherlei Widersprüche nachzuweisen sind. Wenn man aber erwägt,
daß es sich um einen ersten Anlauf auf noch völlig ungeebneten Wegen
handelt, so wird man das begreiflich finden. Er hat ferner unzweifel-
haft den Staat in seiner Bedeutung und seinen wirtschaftlichen Aufgaben
unterschätzt. In einer Zeit, wo es galt, den Uebergriffen der Staats-
zewalt entgegenzutreten, war es geboten, diesem durch Ueberspannung
des Bogens entgegenzuwirken, Er wirkte allerdings auf eine Atomisierung
der Gesellschaft hin, indem er den Einzelnen mit seinen Lebensansprüchen
in den Vordergrund stellte und Jeden sich selbst überlassen wollte. Aber
auch dieses mußte in jener Zeit die erste Forderung sein, um normale
Verhältnisse herbeizuführen. Er selbst zeigt durch die von ihm auf-
gestellten Ausnahmen, daß er stets geneigt, den thatsächlichen Ver-
hältnissen Rechnung zu tragen, und auf dem Boden der Gewerbe-
freiheit würde er sicher auch dem Staate andere Aufgaben gestellt
haben. Die ihm vorgeworfenen Einseitigkeiten treffen hauptsächlich
3eine Schüler, die nach allen Richtungen hin über den Meister hin-
ausgingen.
Um aber die Wirkung des Smith’schen Werkes richtig zu ver-
stehen, haben wir vor allem einen Blick auf die wirtschaftlichen Ver-
hältnisse nach dem Erscheinen seines Werkes zu werfen.