Full text: Wirtschaftsführung und Finanzwesen bei den englischen Eisenbahnen

56 B. Buchführung und Rechnungsstellung im einzelnen 
Auftrag werden zunächst benutzt als Grundlage für die Lohnliste. 
Für die Aufstellung der Lohnliste werden die Adressiermaschine 
(adressograph) und Rechenmaschine (borough) verwendet. Für den 
Materialbedarf werden. für jeden Auftrag soviel Verlangzettel 
ausgestellt, als Sorten von Betriebsvorräten erforderlich sind. 
Der Auftragszettel über Material geht zunächst den Weg über 
das ‘Stores Department”, wie auf Seite 51 ff. dargestellt, und kommt 
dann zum ‘“Locomotive-Accountant” 
Zur Weiterbehandlung der Lohn- und Stoffkarten wird dann 
die Hollerithmaschine benutzt. Es wird je eine Lochkarte für 
jede Lohnkarte und für jeden Verlangzettel von Material her- 
gestellt. Auf der Lochkarte erscheinen die erforderlichen Angaben 
über Nummer der Lokomotive, Teil der Lokomotive, Reparatur- 
art, Verrechnungsstelle, Lohnkosten, Materialkosten, Gesamtgeld- 
betrag usw., so daß die Maschine alle erforderlichen Angaben 
liefert, wie sie notwendig sind zur Aufzeichnung der Reparatur- 
kosten jedes einzelnen Teiles der Lokomotive und zur Abstimmung 
mit den Buchungen des “Stores Department”. Hierbei werden 
auch die zurückgewonnenen Altmaterialien bei jedem Auftrag 
berücksichtigt. Zu den Materialkosten wird für Aufsicht und 
Leitung ein fester Hundertsatz von 8 % zugeschlagen. Für Werk- 
erhaltungskosten werden nach einem festen Schlüssel, der für 
jeden einzelnen Teil der Werkstätten besonders aufgestellt ist, 
Hundertsätze zugesetzt. 
Für jede einzelne Lokomotive wird eine Karte geführt — 
Engine History Card — (Anlage Nr. 8), die alle erforderlichen An- 
gaben über die technische Beschaffenheit der Lokomotiven über 
Auswechselung der Feuerbuchse, über schwere und leichte Repara- 
turen, über die Verwendung der Lokomotiven, über die zurück- 
gelegten Meilen seit der letzten leichten oder schweren Reparatur, 
die jährlichen Kosten für leichte, schwere Betriebsreparaturen 
und Reparaturen in den Betriebswerken, Gesamtsumme der 
Reparaturkosten, zurückgelegte Meilen, Kohlenverbrauch und Tage 
der Außerdienststellung enthält. 
Um einen Begriff von dem Personalbedarf zu geben, möge 
folgendes bemerkt werden. Der “Locomotive-Accountant” in Derby 
rechnet die Kosten für einen Bezirk mit rund 3000 Lokomotiven 
ab.. Ihm obliegt die Abrechnung über den Neubau und die 
Unterhaltung der Lokomotiven, außerdem die Abrechnung über 
die Löhne des Lokomotivpersonals, der Betriebsarbeiter in 
den Betriebswerkstätten und die Verrechnung des Material- 
verbrauches.
	        
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