Full text: Wissenschaftliches Arbeiten

Korrekturregeln 2 
ersten im Reindruck abgezogenen Bogen heißen „Aus- 
hängebogen“. 
Als allgemeine Korrekturregeln sind vorzüglich 
die folgenden zu beachten: 1. Man vermeide beim 
schon formierten Satz möglichst alle größeren 
Änderungen, insbesondere Zusätze und Auslassungen, 
wenn dieselben sich nicht gegenseitig ungefähr aufheben. 
Der Satz kann sonst erhebliche Mehrkosten verursachen. 
Sind voraussichtlich größere Änderungen notwendig, so 
lasse man sich vor der Brechung der Seiten einfache 
Fahnenabzüge geben. 
9. Jeder Fehler muß durch ein deutliches Zeichen 
im Text kenntlich gemacht und unter Wiederholung des- 
selben Zeichens am Rande korrigiert werden. Für dieselbe 
Zeile müssen bei mehreren Fehlern verschiedene Zeichen 
zur Anwendung kommen. 
3. Die Korrekturen auf den schon gebrochenen Seiten 
sind in der Regel am äußeren und nicht am inneren 
Rande der Seite anzubringen; nur bei zweispaltigem Druck 
sind sie auf den äußeren und inneren Rand zu verteilen. 
4. Man soll im Text nicht mehr wegstreichen 
und am Rande nicht mehr hinschreiben, als die 
Korrektur selbst oder die unzweideutige Bezeichnung 
derselben erfordert. Ist also bloß ein Buchstabe zu 
berichtigen, so durchstreicht man nicht das ganze Wort, 
sondern nur den falschen Buchstaben und schreibt nur 
den richtigen dafür auf den Rand. Ist aber ein Buchstabe 
ausgelassen, so durchstreicht man den vorhergehenden oder 
folgenden gedruckten Buchstaben und wiederholt denselben 
unter Hinzufügung des ausgelassenen am Rande. 
5. Es ist sehr zu empfehlen, die Korrekturbogen nicht 
nur selbst mit peinlichster Genauigkeit zu lesen, sondern 
auch von einem in solchen Dingen geübten Manne lesen 
zu lassen. Auch durch das Anhören des laut von einem 
anderen Gelesenen wird man oft auf Fehler aufmerksam. 
Insbesondere ist es bei der Korrektur einer Textaus- 
gabe, die mit einer gegebenen Vorlage verglichen werden 
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