thumbs : David Ricardo und die Grenzwerttheorie

26

gorie  in  die  andere  übergehen;  nämlich  mit  der
Steigerung  des  Wohlstandes  innerhalb  einer  Gesellschaft
werden  gewisse  Kulturbedürfnisse  zu  Gemeingütern  und
Existenzbedürfnissen  der  Gemeinschaft  und  bilden  dadurch ­
  das  Unterpfand  und  die  Existenzbedingung  einer
bestimmten  Kulturstufe.
Die  Summe  der  gewöhnlich  periodisch  wiederkehrenden ­
  Bedürfnisse  nach  bestimmten  Güterarten,
die  in  ihrer  Gesamtheit  das  wirtschaftliche  Motiv  (Bedürfnisse) ­
  und  Objekt  (die  Gewinnung  der  Güter)  von
Individuum  und  Gesellschaft  (z.  B.  Staat)  bilden,  macht
den  wirtschaftlichen  Bedarf  aus.  Der  Bedarf  ist  somit
die  Einheit  von  vielen  Bedürfnissen  oder  ein  durch
seine  Allgemeinheit  oder  seine  Periodizität  und  darum
Prävention  in  der  Versorgung  gesellschaftlich  objektiviertes ­
  und  an  eine  bestimmte  Güterart  angeknüpftes
Bedürfnis.  Der  Bedarf  ist  die  psychische  Triebfeder,
und  seine  Befriedigung  ist  das  Ziel  der  wirtschaftlichen
Tätigkeit;  er  ist  zugleich  der  Spiegel  des  Kulturgrades
und  der  Kulturart  eines  Landes  oder  einer  Gesellschaft
innerhalb  des  Volkes  (z.  B.  Frugalität  oder  Luxus  bei
einer  bestimmten  Vermögens-  und  Einkommensverteilung)
„Der  Bedarf  ist  ja  die  oberste  Triebfeder  aller  Volkswirtschaft, ­
  das  Gewicht  im  Uhrwerk  des  Produktionsund ­
  Absatzprozesses,  die  Kraft,  welche  den  stofflichen
Nachschub  der  Volkswirtschaft  für  Zwecke  der  materiellen ­
  Erneuei’ung  des  sozialen  Körpers  und  aller  seiner
Anstalten  und  Elemente  bewirkt.“ 1 )
Die  Bedürfnisse  sind  gegenwärtig  oder  zukünftig;
die  ersten  werden  empfunden,  die  zweiten  —  vorempfunden ­
  ,  antizipiert.  Der  Inbegriff  der  vorempfundenen ­
  Bedürfnisse  bildet  die  wirtschaftliche  Vorsorge;
sie  ist  ein  antizipierter  Bedarf.

•  ')  A.  Schaffte,  Die  Quintessenz  des  Sozialismus,  1879,  S.  22.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.