Full text: Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910

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das Betriebsvermögen auf io,o°/ 0 des produzierenden Vermögens, einschließlich 0,97 °/ 0 Vorräte. 
Es zeigt sich hier die Verwandtschaft mit den Elektrizitätswerken, die auf den gleichen oder ähn 
lichen Bedingungen des Betriebs und der Geschäftsführung beruht (s. S. 22). Das Jahr 1906 zeigt 
eine Vermehrung des Anteils des Betriebsvermögens auf Koster\ der Wertpapiere und Beteiligungen, 
die durch den günstigen Verkauf eines Wasserwerks einer der Gesellschaften 1 bewirkt und durch 
große Gewinnausschüttung wieder beseitigt wird. 
Der Anteil der Wertpapiere und Beteiligungen beträgt durchschnittlich 6,5 °/ 0 des Ge- 
samtverraögens. 
Die Abschreibungen, einschließlich der Zuweisungen an die Abschreibungs-, Erneuerungs- 
usw. -Fonds, sind sehr niedrig; sie belaufen sich auf 1,8 °/ 0 des Gesamtvermögens. Ihre ungewöhn 
liche Höhe im Jahre 1908 wird dadurch veranlaßt, daß eine der Gesellschaften 2 ihre in den vor 
hergehenden Jahren zu niedrig gehaltenen Abschreibungen in diesem Jahr ergänzt. 
Die Verrechnung der teilweisen Korrektivposten ist nur für die Verhältnisse des eigenen und 
fremden Kapitals von Bedeutung, während sie die Vermögensverteilung wenig beeinflußt, wie der 
Durchschnitt in der Tabelle zeigt. 
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VI. Industrie der Steine und Erden. 
Die Aktiengesellschaften der Industrie der Steine und Erden wurden eingeteilt: 1. In die 
Gesellschaften, die sich mit der Herstellung von Baumaterialien beschäftigen, wie Stein-, Asphalt-, 
Zement-, Kalk- und Mörtelwerke, sowie Ziegeleien und Steinzeugfabriken, 2. in Glas-, Porzellan- 
und Steingutfabriken. 
1. Baumaterialien. 
Tabelle 20 
Die Anzahl der Gesellschaften der Baumaterialienindustrie wächst von 33 im Jahre 1901 
auf 44 im Jahre 1910; von diesen 44 Gesellschaften betreiben allein 26 Zementfabriken, während 
die übrigen sich im - ganzen gleichmäßig auf die oben angeführten übrigen Arten der Baumaterialien 
industrie verteilen. 
Das eigene Kapital beträgt durchschnittlich, 121,3 °/ 0 des Aktienkapitals und hält sich wäh 
rend der 10 Jahre ungefähr auf derselben Höhe. Das fremde Kapital zeigt größere Schwankungen 
infolge der ungleichmäßigen kurzfristigen Schulden; es beläuft sich durchschnittlich auf 34,8 o/ 0 des 
eigenen Kapitals, von denen 24,4 % auf langfristige Schulden entfallen, die 29,7 o/ 0 des Aktien 
kapitals betragen. 
Das produzierende Vermögen besteht durchschnittlich zu 72,8 % aus produzierendem An 
lagevermögen und zu 27,2 0/0 aus Betriebsvermögen einschließlich, 8,1 o/ 0 Vorräte. Eine bestimmte 
Entwickelung zeigt sich nicht, und auch die Vorräte bleiben bei teilweise größeren Veränderungen 
im ganzen in ihrem Verhältnis zum produzierenden Vermögen gleich. 
Dasselbe gilt für die Wertpapiere und Beteiligungen, deren durchschnittlicher Anteil 8,5 % 
des Gesamtvermögens beträgt. 
Die Abschreibungen belaufen sich auf 3,3 <y 0 des Gesamtvermögens. 
2. Glas-, Porzellan- und Steingut. 
Tabelle 21. 
Die Anzahl der Gesellschaften wächst von 14 im Jahre igoi auf 23 im Jahre 1910; von 
diesen 23 Gesellschaften betreiben 10 Porzellan- und Steingutfabriken, 12 Glasfabriken und 1 Ge 
sellschaft sowohl Glas- wie Porzellanfabrikation. 
Das eigene Kapital nimmt im Laufe der 10 Jahre ständig zu und zwar von 112,60/0 auf 
120,00/0 des Aktienkapitals; durchschnittlich beläuft es sich auf 115,7%. Die Reserven erfahren 
häufige Verstärkungen durch Agiozuwendungen. Es herrscht bei diesen Gesellschaften ein, starkes 
Kapitalsbedürfnis, das sich in den mehrfachen Erhöhungen des Aktienkapitals äußert und auch in 
dem Anteil des fremden Kapitals zum Ausdruck kommt. Am niedrigsten ist das fremde Kapital 
mit 29,40/0 des eigenen Kapitals im Jahre 1901; in den Jahren 1906 bis 1909 zeigt es entschieden 
zunehmende Tendenz auf Grund der Zunahme der kurzfristigen Schulden; seine durchschnittliche 
Höhe ist 42,3 °/ 0 des eigenen Kapitals, wovon auf Obligationen und Plypotheken 28,2 °/ 0 entfallen, 
die sich auf 32,7 °/ o des Aktienkapitals belaufen und während der 10 Jahre bedeutend die kurz 
fristigen Schulden überwiegen. 
1) Charlottenburger Wasserwerke. 
2) Neue Gas-A.-G.
	        
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