Full text : Der finanzielle Aufbau der deutschen industriellen Aktiengesellschaften in den Jahren 1901 bis 1910

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des  Anteils  des  produzierenden  Anlagevermögens  bei  wechselnder  Höhe  der  recht  beträchtlichen
Vorräte,  jedoch  überwiegt  stets  das  Betriebsvermögen.  Durchschnittlich  besteht  das  produzierende
Vermögen  zu  37,0%  aus  produzierendem  Anlagevermögen  und  63,o 0 / 0  Betriebsvermögen  einschließlich
37,8  °/ 0  Vorräte,  wobei  letztere  von  1905  ab  das  produzierende  Anlagevermögen  übersteigen.
Wertpapiere  und  Beteiligungen  mit  einem  Anteil  von  4,8  °/ 0  am  Gesamtvermögen  sind  von
untergeordneter  Bedeutung.
Die  Abschreibungen  betragen  durchschnittlich  2,5  °/ 0  des  Gesamtvermögens.
XII.  Holzindustrie.
Tabelle  27.
Zu  den  Gesellschaften  der  Holzindustrie  gehören  neben  den  Holzverarbeitungsfabriken  eine
Pinsel-  und  seit  1902  eine  Bürstenfabrik.  Die  Anzahl  der  Gesellschaften  beträgt  im  Jahre  1901
4  Gesellschaften,  in  den  übrigen  Jahren  5  Gesellschaften.
Das  eigene  Kapital  wächst  im  ganzen  gleichmäßig  im  Verhältnis  zum  Aktienkapital;  durchschnittlich ­
  beläuft  es  sich  auf  114,8  °/ 0  des  Aktienkapitals.  Die  Höhe  des  fremden  Kapitals  schwankt
zwischen  38,8  und  58,6°/o  des  eigenen  Kapitals;  durchschnittlich  beträgt  es  48,2  °/ 0 ,  wovon  21,4%
auf  Obligationen  und  Hypotheken  entfallen,  die  24,6%  des  Aktienkapitals  betragen.
Das  produzierende  Vermögen  setzt  sich  durchschnittlich  zusammen  aus  44,3  °/ 0  produzierendem
Anlagevermögen  und  55,7%  Betriebsvermögen  einschließlich  30,5%  Vorräte.  Abgesehen  von  kleinen
Veränderungen  bleiben  diese  Verhältnisse  in  den  10  Jahren  konstant.
Der  geringe  Anteil  der  Wertpapiere  und  Beteiligungen  am  Gesamtvermögen,  durchschnittlich
3,1%,  zeigt  einige  Schwankungen  von  untergeordneter  Bedeutung.
Die  Abschreibungen  belaufen  sich  auf  .1,5%  des  Gesamtvermögens.
XIII.  Nahrungs-  und  Genußmittelindustrie.
Die  Aktiengesellschaften  der  Nahrungs-  und  Genußmittelindustrie  wurden  eingeteilt  in
1.  Getreidemühlen,
2.  Zuckerfabriken  und  -raffinerien,
3.  Brauereien  und  Mälzereien,
4.  Spritfabriken,
5.  Gesellschaften  sonstiger  Nahrungsmittelindustrien,
1.  Getreidemühlen.
Tabelle  28.
Die  Anzahl  der  Gesellschaften  hält  sich  in  den  einzelnen  Jahren  zwischen  4  und  7  Gesellschaften.
Das  eigene  Kapital,  durchschnittlich  115,6%  des  Aktienkapitals,  zeigt  in  den  letzten  3  Jahren  ein
entschiedenes  Anwachsen,  so  daß  es  im  Jahre  1910  120,4%  erreicht.  Die  Höhe  des  fremden
Kapitals  schwankt  zwischen  34,3%  im  Jahre  1903  und  75,0%  des  eigenen  Kapitals  im  Jahre  1910;
im  Durchschnitt  beträgt  es  53,6%,  wovon  auf  Obligationen  und  Hypotheken,  die  sich  auf  22,4%
des  Aktienkapitals  belaufen,  19,3%  entfallen.
Das  Gesamtvermögen  wird  so  gut  wie  ganz  vom  produzierenden  Vermögen  in  Anspruch
genommen;  nur  durchschnittlich  0,7%  entfallen  auf  Wertpapiere  und  Beteiligungen.  Das  produzierende
Vermögen  setzt  sich  durchschnittlich  zusammen  aus  42,0%  produzierendem  Anlagevermögen  und  aus
58,0%  Betriebsvermögen,  von  denen  33,9%  aus  Vorräten  bestehen.  Die  Höhe  der  Vorräte  ist  in
den  einzelnen  Jahren  sehr  verschieden;  am  größten  sind  sie  1905  mit  42,6%  und  am  niedrigsten  1907
mit  30,3%  des  produzierenden  Vermögens.
Die  Abschreibungen  betragen  im  Durchschnitt  1,5%  des  Gesamtvermögens.
2.  Zuckerfabriken  und  -raffinerien.
Tabelle  29.
Die  Anzahl  der  Gesellschaften  der  Zuckerindustrie  beträgt  in  den  ersten  6  Jahren  8,  in
den  letzten  4  Jahren  10  Gesellschaften;  sie  umfassen  neben  den  Rübenzuckerfabriken  2  Raffinerien
und  1  Stärkezuckerfabrik.  Die  Rübenzuckerfabriken  sind  zum  Teil  mit  landwirtschaftlichem  Betrieb
verbunden.
Durchschnittlich  ergibt  sich  ein  eigenes  Kapital  von  120,9%  des  Aktienkapitals.  In  den
ersten  Jahren  bleibt  seine  Höhe  im  ganzen  stetig;  sein  Sinken  im  Jahre  1907  beruht  auf  dem

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