Full text: Die Einrichtungen der preußischen Landkreise auf dem Gebiete der Kriegswirtschaft

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Bedarf unseres demnächstigen Vertragsanbaues von Weißkohl 
und Pflanzen zu decken, haben wir gewissenhafte Pflanzenzüchter 
des hiesigen Kreises, mit der Heranzüchtung von Pflanzen be 
auftragt, da wir es für ein dringliches Erfordernis halten, die 
Weißkohlpflanzen in möglichster Nähe heranzuziehen, um weite 
Transporte mit der Bahn zu vermeiden." 
III. Versorgungsverbände. 
Das Bild, 'das sich aus dem Vorstehenden ergibt, ist in 
seiner Mannigfaltigkeit geeignet, eine Vorstellung zu geben von 
der Verschiedenheit der Verhältnisse und Aufgaben in den ein 
zelnen Kreisen und von der Notwendigkeit, den örtlichen Besonder 
heiten durch die in jedem Kreise zu treffenden Einrichtungen 
Rechnung zu tragen. 
Besondere Aufgaben erwachsen nun mancherorts durch die 
engen wirtschaftlichen Zusammenhänge städti- 
fcher bzw. industrieller Bezirke mit landwirt 
schaftlichen Gebieten. Schon innerhalb des 
selben Kreises kann sich das Bedürfnis zu besonderen 
Regelungen herausstellen. So ist im Jahre 1917 im Kreise 
Königsberg sNeumark) eine „Organisation zur Milderung 
der Ernährungsschwierigkeiten bei der städtischen Bevölkerung" ge 
schaffen worden. Für jede der acht Städte (darunter Küstrin) ist 
ein Vertrauensmann aus dem Kreise der ländlichen Produzenten 
bestellt, welcher in Gemeinschaft mit dem betreffenden Magistrat 
die Einzelheiten der Lebensmittelbeschaffung zu regeln hat. Die 
Tätigkeit der Organisation beruht also auf zwei Gesichtspunkten, 
einmal auf der Ausnutzung der natürlichen Nachbarschafts 
beziehungen zwischen Erzeugern und Verbrauchern, sodann auf 
dem Bestreben, Stadt und Land einander anzunähern und das 
gegenseitige Verständnis zu fördern. Ilm ihren Zielen praktisch 
gerecht zu werden, hat die Kreisorgnnisation ihre Tätigkeit in der 
Hauptsache auf folgende Punkte erstreckt: 
1- die tatsächlich im Kreise vorhandenen Nahrungsmittel sind 
in möglichst großen Mengen für die Be-darfszentren des 
Kreises bereitgestellt bzw. ist ihre Erzeugung gefördert worden; 
2. durch die engere Verbindung zwischen Erzeuger' und Ver 
braucher und die damit gegebene Vermeidung unnötiger 
Transportkosten ist eine Verbilligung der beschlagnahmefreien 
Nahrungsmittel erreicht worden; 
3. für die Zukunft soll durch rechtzeitige Anbahnung von
	        
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