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aus nicht für jede privatkapitalistische Wirtschaftsordnung, sondern im wesentlichen
nur für die zurzeit des 'Erscheinens des „Kapital" (1867) herrschende,
fast völlig ungebundene manche st erlich-liberali st ische
freie Unternehmer ausbeutungswirtschaft. Diese in ihrer Sünden
Maienblüte aber hatten wir bereits in Deutschland vor dem Zusammenbruch
des ancieme regime fast restlos durch eine weitgehende soziale Schutzgesetzgebung
überwunden. Der 1. Band seines „Kapitals" ist das düster flammende
Fanal, wie es hätte kommen können, wenn eben nicht der — von ihm
sozial geschmähte „bürgerliche" Staat — helfend und abwehrend in die Entwickelung
eingegriffen hätte. Gewiß war Marx ein Prophet des Hasses,
seine Werke — insbesondere das „Kommunistische Manifest" und der 1. Band
des „Kapital" — sind mit beißender Ironie und ätzender Geringschätzung der
Bourgoisie geschrieben. Aber wie Gustav v. Schmoller in seiner „Sozialen
Frage" (S. 287) mit Recht bemerkt, „er hat den 1. Band seines „Kapitals"
unter den schrecklichsten Qualen schwerer Krankheit und dem herzzerreißenden
häuslichen Elende geschrieben, in einer Lage, in der sein ohnedies galliger
Sinn sich bis zum krankhaften Haß gegen die oberen Klassen steigerte, die
ihn nach seiner Empfindung aus der Heimat in das Elend gejagt hatten."
Wenn auch seine Offenbarungen großenteils Chimäre und grandiose Vision
sein und bleiben werden, zu den großen Anregern und Bahnbrechern der
Wissenschaft und noch mehr der ganzen Menschheitsgeschichte gehört er zweifelsohne.
Ohne ihn keine moderne Arbeiterbewegung, ohne ihn kein wissenschaftlicher
Sozialismus, ohne ihn keine deutsche Sozialdemokratie, ohne ihn
keine „Internationale", ohne ihn letzten Cndes auch kein 9. November 1918
und keine deutsche Republik. Er war ein Lichtbringer und Fackelträger der
Menschheit, wenn auch ganz gewiß nicht ein Heros des reinen Lichts, sondern
Künder grimmen Hasses, er war, ist und wird für immer bleiben
einer der großen Wegkünder und Wegbereiter der heutigen Arbeiterklasse.