i8
heim, wo die Rheinschifffahrt ihr Ende erreicht und die weitere
Beförderung der zugeführten Waarenmassen zum weitaus grössten
Theil den Eisenbahnen übertragen wird. Nach dem Berichte der
Mannheimer Handelskammer kamen hier im Jahre 1886 zu Wasser
215,800, auf den Bahnen aber nur 4,100 Tonnen Weizen an, während
die entsprechenden Zahlen für Roggen 18,900 und 283 Tonnen be
trugen. Von jener Weizenmenge wurden 37,000 T. nach der Schweiz
ausgeführt, das übrige aber zur Ergänzung der unzulänglichen eigenen
Produktion Südwestdeutschlands verwendet, wozu ausserdem haupt
sächlich noch die über Bayern gehende Einfuhr aus Ungarn bei
trägt. Da also dieses südwestdeutsche Gebiet einen bedeutenden
Zuschuss an Weizen noth wendig bedarf und dafür grossentheils
Eisenbahnfrachten bezahlen muss, so ist es erklärlich, dass wir hier
die höchsten Preise finden und dass auch die Wirkung der Zölle
hier am vollständigsten ist. Obenan stehen die Preise von Lindau,
die meistens 20—30 Mark über die Mannheimer hinausgehen, aber
auch mit durch die bessere Qualität der Waare bedingt sind, im
Folgenden übrigens nicht mit berücksichtigt werden.
Aus der Periode des niedrigen Zollsatzes greifen wir zunächst
das Jahr 1881 heraus, dessen Ernteertrag an Weizen ungewöhnlich
niedrig war (2059 Mill. Kilo). Neben den Preisen, die sich auf
Tonnen von 1000 Kilo beziehen, ist die monatliche Einfuhr von
Weizen in Millionen Kilo beigefügt.
Monat (1881)
Januar
Februar
März .
April .
Mai .
Juni .
Juli .
August .
September
October .
November
December
Danzig
203.92
201.7 1
202,44
204,9 6
206,83
204.64
204,38
219,56
226,40
222.7 7
217,27
211,81
Berlin
203.00
206.00
208.50
219,25
224,42
215.50
210,87
221,,o
233.50
234,io
235.50
221,75
Köln
225.6 2
220.6 2
226,5 0
231,87
235.00
234,3 7
232.50
239.50
250.00
255.00
250.00
240.00
Mannheim
238,60
238,40
242.00
244,70
243.00
244,30
243,oo
256.10
265.20
264.20
261.20
257.10
Einfuhr
70.2
16.9
19.7
19.2
22.8
24.2
103,4
12.7
14.9
15.3
20.7
22,2
Der Berliner Preis ist also trotz der geringeren Qualität der
Waare immer etwas höher — im Jahresdurchschnitt um 8—9 Mark —