fullscreen: Fortschritt und Armut

Die Fortdauer der Armut inmitten des Reichtums. 
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Rap. II. 
der Arbeit, desto größer ist der Preis, welchen sie von derselben sür die 
Gelegenheit, überhaupt Verdienst machen zu dürfen, hergeben muß. 
Der bloße Arbeiter hat somit nicht mehr Interesse an dem allgemeinen 
~~ Aufschwünge produktiver Kraft als der kubanische Sklave an der Preis 
erhöhung des Zuckers. Und gerade wie eine solche Erhöhung die Lage 
des letzteren dadurch verschlimmern kann, daß sie seinen bserrn veranlaßt, 
ihn noch härter anzutreiben, so kann die Lage des freien Arbeiters durch 
die Zunahme in der Produktionskraft seiner Arbeit sowohl positiv wie 
relativ einen Wechsel zum Schlimmeren erfahren. Denn durch die 
fortwährende Steigerung der Grundrente erzeugt, entsteht eine speku 
lative Tendenz, welche die Wirkung künftiger Verbesserungen durch eine 
noch weitere Steigerung der Rente diskontiert und so bewirkt, den Lohn, 
wo es nicht schon durch die normale Steigerung geschehen ist, ans den 
Sklavenpunkt niederzudrücken — den Punkt, bei welchem der Arbeiter 
gerade noch leben kann. 
Und so aller vorteile der Zunahme in der produktiven Kraft be 
raubt, ist die Arbeit gewissen Einwirkungen der fortschreitenden Zivili 
sation ausgesetzt, welche ohne die Vorteile, die sie von bsaus aus begleiten, 
positive Übel sind und an sich selbst dahin wirken, den freien Arbeiter 
auf die hilflose und erniedrigende Lage des Sklaven herabzudrücken. 
Denn alle die Verbesserungen, welche die Produktionskrast mit dem 
Fortschritt der Zivilisation erhöhen, bestehen in einer noch weiteren 
Teilung der Arbeit, oder nötigen dazu, und die Leistungsfähigkeit des 
Gesamtkörpers der Arbeiter wird auf Kosten der Unabhängigkeit des 
einzelnen vermehrt. Der einzelne Arbeiter erwirbt Kenntnis und Ge 
schick nur in dem allerkleinsten Teile jener vielfältigen Prozesse, die er 
forderlich sind, um selbst nur die gewöhnlichsten Bedürfnisse zu befriedigen. 
Das Gesamtprodukt der Arbeit eines wilden Stammes ist klein, aber 
jeder Angehörige desselben vermag unabhängig zu leben. Er kann seine 
eigene Wohnung bauen, seinen eigenen Kahn aushöhlen oder zusammen 
setzen, seine eigenen Kleider machen, seine eigenen Waffen, Fallen, 
Werkzeuge und Schmucksachen verfertigen. Er hat die ganze Kenntnis 
der Natur, welche sein Stamm besitzt; er weiß, welche Erzeugnisse des 
Pflanzenreiches sich zur Nahrung eignen und wo sie zu finden sind; 
er kennt die Gewohnheiten und Schlupfwinkel der Tiere, Vögel, Fische 
und Insekten, er weiß mit Hilfe der Sonne und der Sterne, der Richtung 
der Blüten oder Moose an den Bäumen seinen weg zu finden, genug, 
er ist fähig, alle seine Bedürfnisse zu befriedigen. Er kann von seinen 
Gefährten abgeschnitten werden und dennoch leben; und so besitzt er 
die Unabhängigkeit, die ihn in seinen Beziehungen zu dem Gemein 
wesen, dessen Mitglied er ist, zu einer frei kontrahierenden Partei macht. 
Nun vergleiche man mit diesem wilden den Arbeiter aus den 
untersten Reihen der zivilisierten Gesellschaft, der sein Leben damit 
Zubringt, nur eine einzige Sache, oder häufiger noch nur den minimalsten 
Teil einer Sache zu verfertigen unter den mannigfaltigen Dingen,
	        
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