Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Entwickelung  durch  Spitzkehren.

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Wir  kommen  nunmehr  zu  dem  zweiten  Verfahren  der  künstlichen  Linienentwickelnng:
Anlage  von  Serpentinen.  Die  Poststraßen  in  den  Gebirgsländern  sind  vielfach  in
zahlreichen  Windungen  von  der  Höhe  in  das
anschließende  Thal  hinabgeführt.  Berühmt  ist
der  gewundene  Abstieg  der  alten  Gotthardstraße
in  das  Val  Tremola,  ferner  die  von  Napoleon
angelegte  Zaberner  Steige  bei  Zabern  im  Elsaß,
die  ihren  Namen  von  den  vielen  Windungsstufen ­
  erhalten  hat,  mittels  derer  die  breite
Heerstraße  die  Höhe  am  „Karlssprung"  überwindet. ­
  Der  neben  dem  Rhonegletscher  durchgeführte  Abstieg  der  alten  Furkastraße,
ebenso  der  benachbarte  der  neuen  Grimselstraße  in  das  Wallis  wird  durch  sieben  zusammen-Einfache

  Kpitzketzrr.

so.  Doppelte  Spitzkehre  der  Eisenbahiitiine  Taug«-Muhesa.
Nach  dem  „Centratblolt  der  Bauveiwaltmig".

hängende  Serpentinen  bewerkstelligt,  während  die  neue,  vom  Chamonix  nach  dem  Wallis
führende  Fahrstraße  unweit  Triquent  in  etwa  30,  zwischen  Salvan  und  Vernayaz
sogar  in  50  Windungen  sich  senkt.  In  solchen  Zickzacklinien  kann  man  auch  eine  Bahnlinie ­
  an  einem  Hange  hinaufführen.  Die  erforderlichen  Richtungsänderungeu  an  den
Wendepunkten  werden  hierbei  entweder  durch  Bogen  oder  durch  Winkelspitzen  bewirkt,
und  demgemäß  unterscheidet  man  die  Schleife  und  die  Spitzkehre.  Das  letztere  Verfahren ­
  ist  das  einfachere  und  billigere,  da  sich  die  Kurven,  namentlich  bei  den  größeren
Spurweiten,  kaum  ohne  kostspielige  Kunstbauten  (Brückengerüste,  Kehrtunnel  u.  s.  w.)  durchführen ­
  lassen.  Die  einfache  Spitzkehre  ist  in  Abb.  79  schematisch  dargestellt.  Gesetzt,
es  sei  der  Punkt  a  durch  eine  Reibungsbahn  mit  dem  um  100  in  höher  und  in  der  Wagerechten ­
  1000  in  entfernt  liegenden  Punkte  b  zu  verbinden.  Die  unmittelbare  Schienenstraße ­
  würde  dann  die  Steigung  100  °/ 00  (1  :  10)  erhalten,  also  nicht  angängig  sein.
Führen  wir  dagegen  die  Linie  zunächst  mit  beispielsweise  40  °/ 00  (1:  25)  nach  einem  sert-15*

            
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