Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Die  Eisenbahnen:  Oberbau.

und  durch  die  Stühle  wirksam  gegen  Kippen  geschützt  werden,  so  wird  klar,  warum  die
Züge  der  englischen  Hauptbahnen  sich  von  jeher  durch  so  ruhigen,  sanften  Gang  auszeichnen. ­
  Die  Engländer  haben  eben  frühzeitig  erkannt,  daß,  je  schneller  gefahren  wird,  desto
heftiger  die  Radstöße,  namentlich  die  der  Lokomotiv-Treibräder  auftreten  und  desto  widerstandsfähiger ­
  und  schwerer  der  Oberbau  sein  muß.  In  Bezug  auf  Eigengewicht  desselben
steht  England  und  seit  kurzem  auch  Nordamerika  obenan.  Dort  sind  freilich  auch  die

183.  Hhxcnutztrr
Kchicnenstnhtnogct.

134.  Holzdübel  für
Kchieneriftützle.

ISS.  Englischer  Holzdübel
mit  Etfrnnogel.

Radbelastungen  stellenweise  am  größten.  Beispielsweise  wiegt  ein  laufendes  Meter  des.
Oberbaues  mit  hölzernen  Querschwellen:

Londoner  Untergrundbahnen  (1886)
Midlandbahn  (1896)  ....

Französische  Westbahn  (Stuhlschiene)  (1889)  .  .  253  „
Preußische  Staatsbahnen  (1885)  ....  140  bis  180  „
„  „  (1894)  ....  151  bis  237  „.
Befestigt  werden  die  Stühle  auf  den  Schwellen  gewöhnlich  durch  zwei  eiserne  Schrauben
bezw.  Rundnägel  und  zwei  hölzerne  Dübel,  die  übereck  angeordnet  werden,  so  daß  ans  jeder

Schicncnseite  je  ein  Nagel  und
ein  Dübel  sich  befinden.  Die
Befestigung  nur  durch  Eisennägel ­
  hat  sich  nicht  bewährt,
da  letztere  nach  Abb.  163  bald
durch  die  Seitenstöße  und  durch
Rost  stark  abgenutzt  werden.
Die  Holzdübel  aus  Eichenholz ­
  hergestellt,  scharf  gepreßt
und  vielfach  auch  getränkt  -
sollen  die  Seitenstöße  aufnehmen, ­
  die  Nagel  dagegen  die
Stühle  fest  gegen  die  Schwellen
halten.  Abb.  134  zeigt  die
übliche  Dübelforiu  vor  und  nach
dein  Pressen.  Sic  wurden  1841
von  Ransomes  &  May  zuerst
angewendet.  Manche  Bahnen
treiben  auch  durch  den  vorgebohrten ­
  Dübel  noch  einen  eisernen ­
  Nagel  (Abb.  135),  befestigen ­
  auch  wohl  neue  Stühle

136.  Stuhtfrhieurii-Ohrrdau
der  London  und  North  Mrstcrn  Eifenbohn,  1890.

nur  in  zwei  Punkten.  Die  Sicherung  der  Schienen  in  den  Stühlen  durch  Keile  gestattet  ein
schnelles  Auswechseln  schadhafter  Schienen,  was  für  Strecken  mit  lebhaftem  Tages-  und  Nachtverkehre ­
  besonders  wichtig  ist.  Auf  den  von  London  auslaufendcn  Hauptlinien  Verkehren
am  Tage  vorzugsweise  Personenzüge,  nachts  dagegen  Güterzüge,  beider  Zahl  ist  eine  ungemein ­
  große.  Abb.  136  zeigt  den  Stuhlschienen-Oberbau  der  London  und  North  Western
Bahn,  einer  der  ersten  Bahnen  Englands.
Die  Bestrebungen,  Eisenschweklen  zu  verwenden,  sind  schon  vierzig  Jahre  alt.
Die  ersten  Versuche  scheiterten  aber  alle  an  zu  geringen  Abmessungen  der  Schwellen,  die
der  Billigkeit  wegen  gewählt  wurden.  Die  Eisenschwellen  werden  in  größeren  Längen
            
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