244 Eisenbahnen: Einführung von Luxuswagen.
mann weitere Verbesserungen. Seine Wagen wurden mit doppelter Einrichtung ver- .
sehen, so daß sie am Tage als Salonwagen, nachts als Schlafwagen dienen. Abb. 247
u. 252 zeigen das Innere eines solchen Wagens, und zwar Abb. 247 halb für den Tages
und halb für den Nachtverkehr hergerichtet. Die Sitzplätze liegen zu beiden Seiten des
Mittelganges und werden nachts gegen diesen durch Vorhänge abgeschlossen. Ein unteres
Schlaflager wird durch Herausziehen der Sitzkissen zweier gegenüber liegender Sessel
unter Verwendung der Rückenpolster gebildet, während ein zweites Lager darüber durch
Herabklappen der oberen, mit Matratze versehenen Seitenwand geschaffen wird. Wie die
Abbildung erkennen läßt, liegen hinter dieser tagsüber hochgeklappten Matratzenwand
die zur Vervollständigung der Lager notwendigen Kissen und Decken, ebenso eine
Trennungswand, welche abends auf die Rücklehne der Sessel gestellt wird, um die
einzelnen Schlaflager paar
weise von einander zu scheiden.
Die Ausnutzung derartiger
Wagen ist zwar eine recht
gute, aber das Entkleiden
kann nur auf dem Lager selbst
vorgenommen werden, ist da
her unbequem. — In Europa
sind die Schlafwagen mit Ab
teilen zu je vier Lagern und
mit Seitengang versehen, was
nicht nur eine bessere Absonde
rung der Reisenden gestattet,
sondern auch den letztgenannten
Übelstand vermeidet. Die obe
ren Lager werden durch Auf
klappen der Rückenlehnen ge
bildet. KisseuuudDeckenliegen
bei Tage unter den Sitzen.
Um weiteren gesteigerten
Reiseansprüchen zu genügen,
bautePullmann gegen den An
fang der 70er Jahre auch
Speisewagen, in denen der
Reisende während der Fahrt
bequem ein warmes Mittags
mahl wie an einer Hoteltafel
einnehmen kann. Dem Beispiele Pullmauus sind später in Amerika noch Wagner und
Man mit dem Bau von Luxuswagen gefolgt. Sie suchen sich gegenseitig mit der Pracht
ausstattung ihrer Wagen zu überbieten. Was hierin geleistet wird, lassen die Abb. 248
bis 253 erkennen. Sie zeigen das Äußere und Innere zweier sechsachsiger Pullmann-
Wagen, die in Bezug auf Ausstattung und Bequemlichkeit wohl ihresgleichen suchen.
Die Pullmann-Gesellschaft hat die Unterlagen zu den Abbildungen freundlichst dem Ver
fasser zur Verfügung gestellt. Luxuswagen dieser Art werden jetzt ganz allgemein als
Pullmanu-Wagen bezeichnet. Sie fanden etwa ein Jahrzehnt später vereinzelt Eingang
auf englischen Bahnen, zunächst als Tagessalonwageu, später auch als Speise- und Schlaf
wagen. Jetzt führen die englischen Hauptlinien sogar besondere Speisewagen für Reisende
der dritten Wagenklasse, wie die Abb. 242 zeigt. Einen vierachsigen englischen Salon
wagen, jedoch mit Einzelachsen (Endachsen radial verstellbar), zeigt Abb. 246. Sein
Wagenkasten ist noch besonders durch zwölf senkrechte Federn gegen das Untergestell ab
gefedert. Die Räder sind aus Holz nach Abb. 277 hergestellt.
Durchgangswageu mit Mittelgang fanden auf einigen europäischen Festlaudbahnen
Ende der 60er Jahre Eingang, allerdings zunächst für den gewöhnlichen Reiseverkehr,
247. Amerikanische Schlafwageneinrichlnrrg.
Nach „Elsenbahntechnik der Gegenwart".