Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Signal-  und  Weichenverstellnng  mittels  Wasser-  und  Luftdruckes.

Riesenklaviatur,  auf  der  die  Signalwärter  ununterbrochen  thätig  sind,  um  Harmonien  zu
schaffen,  die  das  eilende  Dampfroß  sicher  durch  das  Labyrinth  der  Gleise  und  Weichen
geleiten.
Als  Beispiel  einer  deutschen  Anlage  sei  im  Gegensatz  zu  der  Brighton-Station  der
Durchgangsbahnhof  in  Hannover  gewählt.  Er  enthält  9  Bahnsteiggleise,  in  die  auf
einer  Seite  die  Linien  von  Lehrte  (Knotenpunkt  für  Berlin,  Hamburg,  Magdeburg),  Kassel
und  Altenbccken,  sowie  die  Bahn  nach  dem  städtischen  Viehhof  einmünden,  auf  der  anderen
die  Linien  von  Wunstorf  (Knotenpunkt  für  Bremen  und  Köln),  Visselhövede  und  Hainholz ­
  (Güterbahnhof)  nebst  einem  Gleise  nach  der  Lokomotivstation.  Auf  dem  Bahnhof
verkehren  täglich  rund  275  Züge  und  zweimal  275  Einzellokomotiven,  dazu  kommt  noch
der  Verschiebedienst.  Sämtliche  Gleise  werden  gesichert  durch  40  Flügelsignale  und  einige

302.  Kichrrnng  einer  enzlischrn  Glriskrrn;u»g.
Scheiben.  Das  auf  jeder  Seite  der  Bahnhofshalle  befindliche  Stellwerk  enthält  53  bezw.
65  Hebel.  Hiervon  sind  77  Weichen-  und  41  Signalhebel.  Den  Stand  der  Weichen
erkennt  hier  der  Führer  durch  die  Weichensiguale.  Der  Dienst  wickelt  sich  glatt  und
sicher  ab.
Da  das  Stellen  dieser  Hebel  von  Hand  auf  verkehrsreichen  Bahnhöfen  anstrengend
ist,  so  hat  man  sie  auf  mechanischem  Wege  leichter  und  schneller  zu  bewegen  versucht.
Der  Wärter  braucht  dann  nur  kleine  Hebel  und  Griffe  zu  handhaben.  Wasserdruck  ist
verschiedentlich  zu  dem  Zwecke  (namentlich  durch  die  Fabrik  von  Haniel  &  Lueg  in
Düsseldorf)  in  Frankreich,  Spanien  und  Italien  gewählt  worden.  In  Deutschland  selbst
Pt  nur  eine  Station  probeweise  damit  ausgerüstet  worden.  Um  das  Wasser  am  Gefrieren
zu  hindern,  war  ihm  Glycerin  beigemengt  worden.  Auch  Luftdruck  ist  wiederholt  in  Borschlag
  gebracht  worden  und  mehrfach  auf  italienischen  Bahnen  zur  Anwendung  gebracht.
Seit  1891  benutzt  die  Westinghouse-Bremsgesellschaft  in  eigenartiger  Weise  dieses  Kraftübertragnngsmittel
  für  Stellwerke.
An  den  verschiedenen  Signalmasten  und  Weichen  ist  je  ein  Druckluftcylinder  mit
Kolben  angebracht,  dessen  Stange  nach  Abb.  303  mit  den  Signalflügeln  bezw.  den  Weichenzungen ­
  in  Verbindung  steht.  Von  der  Erzeugungsstelle  der  Preßluft  durchzieht  ein  Hauptrohr ­
  das  Bahnhofsgelände  und  schließt  durch  Zweigröhren  unter  Einschaltung  eines
Hilfsluftbehälters  an  jede  Stellvorrichtung  an.  Der  Eintritt  der  mit  etwa  fünf  Atmosphären ­
  gepreßten  Arbeitslust  in  die  Cylinder  wird  durch  Ventile  geregelt,  die  vom
Stellwerk  aus  durch  elektrische  Ströme  von  15  Volt  Spannung  ausgelöst  werden.  Bi'-»
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