Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen:  Signalwesen.

Sigrud-UnißteUvorriditung
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Signal-Vmsteävorrichtiuig
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Hakn,

Jfülfs-Luftbekäüer


Anfang  1900  sind  54  solcher  „elektro-pneumatischen"  Stellwerke  mit  insgesamt  2000  Stellhebeln ­
  für  nordamerikanische  Bahnen  ausgeführt,  darunter  der  Union-Bahnhof  in
St.  Louis  mit  13  t  Hebeln,  der  im  Jahre  1899  eröffnete  Südbahnhof  in  Boston  mit
143  Hebeln  u.  s.  w.  Auch  in  London  und  München  besteht  eine  derartige  Anlage  kleineren
Umfanges.  Zu  diesen  Hebelzahlen  ist  zu  bemerken,  daß  der  mechanische  Stellbetrieb  das
Kuppeln  von  Weichen  in  größerem  Umfange  gestattet,  als  der  Handbetrieb,  was  die
Anzahl  der  Hebel  vermindert.  Ein  sprechendes  Beispiel  hierfür  ist  die  genannte  Anlage
aus  neuester  Zeit  in  Boston:
Die  174  m  breite,  dreischiffige  Stationshalle  enthält  28  parallele ­
  Gleise,  die  von  vier  dem  Vorortverkehr  dienenden  Gleisen  —
rechts  in  Abb.  304  erkennbar  —  in  5,2  m  Tiefe  schleifenförmig
unterfahren  werden.  Links  der  Halle  wickelt  sich  der  Post-,  Gepäck- ­
  nnd  Eilgntverkehr  ab.  Rechts  der  Halle  liegt  das  mit  großen
Dampf-  und  Arbeitsmaschinen  ausgestattete  Kraftwerk  für  die
Heizung,  sowie  zur  Erzeugung  von  elektrischem  Strom  für  Lichtund
  Arbeitszwecke,  von  Preßluft  für  die  Signal-  und  Weichenstellung,
  von  Kunsteis  für  das  Trinkwasser  der  Perfonenzügc  u.  s.  w.
Der  Bahnhof  ist  für  eine  größte  tägliche  Zugzahl  lFernzüge)  von
750  berechnet,  während  die  Zahl  der  auf  den  Tiefgleisen  ein-  und
ansfahrenden  Vorortzüge  etwa  doppelt  so  hoch  veranschlagt  ist.
Hätte  man  das  Gleisuetz  mit  seinen  etwa  160  Weichen  und
156  Flugelsignalcn  durch  ein  von  Hand  betriebenes  Stellwerk  sichern
wollen,  so  wären  dazu  ungefähr  360  Hebel  notwendig  gewesen.
Durch  die  Wahl  des  mechanischen  Betriebes  hat  sich  diese  Zahl  auf
154  einschränken  lassen,  was  zugleich  eine  vorteilhaftere  Ausnutzung
des  Bahnhossgeländes  ergab.  In  dem  Hauptweichcnturm  —  inmitten
der  Abb.  304  sichtbar  —  sind  143  Hebel  für  148  Signale  und
140  Weichen  (einschl.  31  doppelter  Kreuzungsweichen)  vereinigt,
während  ein  zweiter  kleiner  Turm  (rechts  in  der  Abb.)  11  Hebel  für
einige  Signale  und  Weichen  zur  Bedienung  der  vier  Tiefglcise
besitzt.  Außer  den  erwähnten  Mastensignalen  dienen  noch  zahlreiche
Scheiben  zur  Zugsicherung.
Nicht  weniger  als  128  Uügelsignale  sind  auf  9  eisernen  Gleisbrücken, ­
  wovon  7  in  Abb.  304  sichtbar,  außerhalb  der  Halle  aufgestellt. ­
  Der  Bahnhof  dürfte  wohl  in
der  Eisenbahnwelt  der  an  solchen  Signalen ­
  reichste  sein.  Das  große  Stellwerk ­
  erfordert  zu  seiner  Bedienung
ständig  je  drei  Wärter,  die  in  drei
Schichten  täglich  abgelöst  werden,  außerdem ­
  einen  Telegraphisten  für  die  Stationsmeldungen,
  einen  Telephouwärtcr
für  den  Hallenbetrieb  sowie  für  den  gesamten ­
  Zugverkehr  einen  Oberleiter  mit
einem  Assistenten.  Die  beiden  letzteren
Beamten  haben  ihren  Platz  in  einem
der  Halle  zugekehrten  Glascrker  oben
am  Weichenturm.  Die  Stellwerkseinrichtung ­
  gestattet  das  gleichzeitige  Ausfahren  oder  Einlaufen  von  11  Zügen,  wozu  ferner
noch  4  Züge  der  Ticfgleise  kommen,  also  insgesamt  15!
Vor  wenigen  Jahren  haben  sodann  Siemens  &  Halste  in  Berlin,  die  auf  dem
Gebiete  der  Zugsicherung  Hervorragendes  geleistet  haben,  den  elektrischen  Antrieb  für
Signale  und  Weichen  ausgebildet.  Die  Umstellung  der  Weichen  und  Signale  erfolgt
hier  durch  kleine  Elektromotoren,  welche  neben  jeder  Weiche  bezw.  an  jedem  Signalmast ­
  sich  befinden.  Dünne  Kabel  leiten  den  Strom  von  etwa  110  V  Spannung
von  den  Umschaltern  des  Stellwerks  nach  den  einzelnen  Motoren.  Als  Stromquelle
dient  eine  Speicherbatterie,  welche  ans  der  Lichtleitung  des  Bahnhofs  geladen  wird.
Die  Antriebsweise  für  Weichen  und  Signale  ist  verschieden;  die  für  Mastensignale
zeigt  Abb.  305.  Der  Motor  treibt  mittels  „Schnecke"  ein  sich  erheblich  langsamer
drehendes  Schneckenrad  an,  das  auf  jeder  Seite  mit  einer  sog.  Hubrinne  versehen  ist,
von  der  aus  die  Belvegung  durch  Zwischenteile  schließlich  auf  die  Flügel-Stellstange  übertragen ­
  wird.

Jfeichen-Umsfellvornchtung


Jfül/s-Luftbekälter


303.  Weichen-  und  Signal-Stellvorrichtung  mit  Luftdruck
und  etektrischer  Auslösung.
            
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