Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Eisenbahnen:  Signalwesen  und  Weichensicherung.

Die  Ausdehnung  der  einen  Leitungshälfte  hebt  diejenige  der  anderen  auf.  In  Abb.  320
greift  das  geteilte  Gestänge  an  zwei  Winkclhebeln  an,  deren  freie  Enden  durch  eine  Gelenkstange ­
  s  verbunden  sind.  Unter  den  verschiedenen  Ausgleichern  für  Drahtzüge  hat  sich  die
in  Abb.  300  gezeichnete  gut  bewährt.  Sie  ist  von  Büssing  erfunden  und  wirkt  einfach  und
sicher.  Jede  der  beiden  Leitungen  wird  unterhalb  des  Stellwerks  durch  eine  mittels  Gewichtshebels ­
  6-  beweglich  gelagerte  Rolle  abgelenkt.  Je  nach  der  Luftwärme  zur  Zeit  des  Einbaues
wird  der  Abstand  an  dem  gebogenen  Führungseisen  jenes  Hebels  größer  oder  kleiner  gewählt.
Dehnt  sich  der  Draht,  so  sinkt  die  Rolle  mit  dem  Gewichtshebel,  während  sie  umgekehrt  bei
seinem  Zusammenziehen  sich  hebt.  Die  beiden  zu  jedem  Stellwerkshebel  gehörenden  Rollenhebel ­
  liegen  dicht  nebeneinander,  das  Gewicht  6  ist  nur  wenige  Zentimeter  dick.  Beim  Umlegen
des  Stellhebels  muß  nun  die  Drahtrolle  in  ihrer  Lage  verbleiben,  was  durch  2  Klemmen  erreicht
wird,  die  an  jedem  der  Gewichtshebel  sitzen  und  beim  Ziehen  der  Leitung  sich  fest  gegen  das
bogenförmige  Flacheisen  legen  und  dadurch  den  Hebel  festhalten.  Nach  Umlegung  der  Weiche
hört  die  Klemmung  von  selbst
auf,  die  beiden  Gewichtshebel
können  wieder  frei  spielen  und
die  Wärmeeinflüsse  unschädlich
machen,  so  daß  die  zwei  Drähte
»in  der  Ruhelage  stets  gleich
straff  gespannt  sind.  Für  die
Signalleitungen  nimmt  man
häufig  ein  gleiches  Spannwerk.
Wo  ein  Borsignal  mit  dem
Abschlußmast  verbunden  ist,  steht
ersteres  mitunter  bis  1200  m
vom  Stellwerk  entfernt.  Eine
solche  Drahtlänge  erleidet  eine
recht  erhebliche  Längenänderung. ­
  Für  diesen  Fall  eignet
sich  die  ebenfalls  von  Büssing
zuerst  angegebene  einfache  Ausgleichvorrichtung ­
  HwrAbb.315.
Die  lose  Rolle  mit  Belastungsgewicht  wird  in  jede  der  beiden  Drahtleitungen  eingehängt.
Beide  Rollen  sind  miteinander  verbunden,  um  wieder  ein  Anheben  oder  Senken  der  Gewichte
beim  Stellen  des  Signals  zu  vermeiden.  Ausgleicher  für  Drahtzüge  heißen  auch  Drahtspanner. ­


319-  Ausgleichvorrichtung  durch  Asppelhedrl.

Blockverfahren.
Die  Handhabung  der  vorstehend  geschilderten  Sicherheitseinrichtungen,  insbesondere
der  Signalhebel,  bedarf  aber  noch  eines  gewichtigen  Schutzmittels,  damit  die  Thätigkeit
der  Stellwerkswärter  in  vollem  Einklang  mit  dem  Zugmeldedienst  steht  und  nicht  etwa
mehrere  Züge  in  zu  schneller  Folge  hintereinander  ab-  oder  gleichzeitig  in  dieselbe  Fahrstraße ­
  eingelassen  werden  und  aufeinander  rennen.  Dieses  Mittel  ist  gegeben  in  dem
Blockverfahren,  dessen  Name  von  dem  englischen  Io  block  =  sperren  herrührt  (line
blocked  -----  Linie  gesperrt  oder  geblockt).  Die  hierbei  benutzten  Blockeinrichtungen  legen  aus
deutschen  und  vielen  anderen  Bahnen  das  Signal  am  Ein-  oder  Ausfahrtmaste  elektrischmechanisch
  fest.  Sie  ermöglichen  dadurch,  bestimmte  Gleisstrecken  für  die  Fahrt  eines  Zuges
zu  sperren  (zu  „blocken")  und  sie  nur  von  einer  solchen  Stelle  aus  für  die  Fahrt  frei
zu  geben  (zu  „entblocken"),  die  mit  Sicherheit  beurteilen  kann,  ob  diese  Fahrt  erfolgen
darf  oder  nicht.  Heutigestags  werden  sowohl  die  Zugfahrten  innerhalb  der  Bahnhöfe
als  auch  die  Zugfolge  auf  der  Strecke  durch  dieses  Mittel  gesichert.  Man  unterscheidet
demgemäß  die  Stations-  und  die  Streckenblockung.  Hierzu  treten  noch  weitere  Blocksicherungen ­
  für  Bahnkreuzungen  in  Schienenhöhe,  für  Drehbrücken,  Tunnels  u.  s.  w.
In  jedem  Falle  wird  die  Sicherung  durch  ein  elektrisches  Blockwerk  ausgeübt,  das
einen  mechanischen  Verschluß  herstellt,  der  nur  von  einem  entfernten  Orte  aus  durch
dessen  Blockwerk  elektrisch  aufgehoben  werden  kann.  Bringt  man  also  ein  Blockwerk  mit
den  Stellhebeln  der  Signale  und  Weichen,  den  Verriegelungshebeln  der  Drehbrücken  u.  s.  w.
in  Verbindung,  so  bewirkt  seine  Einrichtung,  daß  der  Wärter,  wenn  er  es  in  Thätigkeit
setzt  (bedient),  seine  Stellvorrichtung  unverrückbar  festlegt.  Er  kann  sie  nicht  eher  wieder
bewegen,  als  bis  sie  durch  das  Blockwerk  der  entfernt  liegenden  Überwachungsstelle
(Stationsbüreau  u.  s.  w.)  frei  gegeben,  also  entriegelt  ist.  Zwei  derartige  zusammen-
            
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