Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

315

Sicherung  der  Züge  auf  der  Strecke  durch  das  Blockverfahren.
Die  englischen  Bahnen  verwenden  seit  Clark  Zeiger-  oder  Nadelapparate  für  das
Blocken.  Die  Zeiger  deuten  durch  verschiedene  Stellungen  an,  ob  die  Strecke  frei  oder
besetzt  ist.  Die  Vorrichtungen  erfordern  ein  gut  geschultes  Personal.  Teilweise  sind  die
Nadelwerke  auch  mit  roten  und  Weißen  Blockfeldern  ausgestattet.  Um  ihre  weitere
Ausbildung  haben  sich  namentlich  Preece,  Spaguoletti  und  neuerdings  Sykes  verdient ­
  gemacht.
Deutsches  Blockverfahren.  Es  sei  nach  Abb.  326  eine  zweigleisige  Bahnstrecke
mit  den  beiden  Endstationen  A  und  B  gegeben,  zwischen  die  drei  Blockstationen  B,  C
und  D  eingeschaltet  sein  mögen.  Für  die  Fahrtrichtung  von  A  nach  E  dient  das  in  dieser
Richtung  rechts  liegende  Gleis,  für  die  entgegengesetzte  das  andere.  Beide  Stationen,
welche  je  ein  Äusfahrtsignal  besitzen  mögen,  sowie  die  drei  Blockstationen  sind  mit  doppelfenstrigen
  Blockwerken  ausgerüstet.  Das  Fenster  oder  Feld  Nr.  2  dient  für  die  Richtung
A—E,  das  Feld  Nr.  1  für  diejenige  von  E  nach  A.  Jedes  Feld  bezeichnet  mit  dem  zugehörigen ­
  Signalflügel  für  die  betreffende  Fahrtrichtung  den  Anfang  einer  neuen  Gleisstrecke. ­
  Bei  den  Streckenblock-  oder  Zugfolgestationeu  liegt  dieser  Anfang  am  Signalmast ­
  (B,  C  und  D),  bei  den  Blockend-  oder  Zngmeldestationen,  das  sind  solche,  ans  denen
Züge  beginnen,  endigen,  kehren  oder  überholt  werden,  liegt  er  am  Ausfahrtsignale  (A).
Steht  eine  rote  Scheibe  vor  dem  Fenster,  so  besagt  das,  daß  die  vorgelegene  Blockstrecke
von  einem  Zuge  besetzt,  also  blockiert  oder  geblockt  ist,  während  weiß  ihr  Freisein
ankündigt.  Wären  die  Blockstationen  B,  C,  D  nicht  vorhanden,  so  dürfte  von  A  aus  ein
zweiter  Zug  dem  voraufgefahrenen  erst  folgen,  wenn  letzterer  in  E  angelangt  wäre.  Infolge ­
  der  eingeschobenen  Blockstationen  kann  ein  neuer  Zug  bereits  aus  A  abgelassen  werden,
wenn  der  vorhergehende  das  Blocksignal  B  passiert  hat.  Es  können  also  unter  Umständen
nunmehr  gleichzeitig  vier  Züge  auf  der  Strecke  von  A  nach  E  sich  befinden.  Wie  wird
der  Zuglauf  nun  geregelt  und  gesichert?
Gesetzt  in  A  stehe  ein  Zug  zur  Abfahrt  nach  E  bereit.  Sehen  wir  von  den  Glockensignalen ­
  zunächst  ab,  so  ist  der  Vorgang  folgender:  Nachdem  den  Bahnwärtern  zwischen
A  und  E  mittels  des  Läutewerkes  die  bevorstehende  Abfahrt  des  Zuges  durch  Station  A
""gezeigt  ist,  zieht  der  Beamte  in  A  das  Ausfahrtsignal.  Hat  der  mit  Schlußsignal
versehene  Zug  die  vorgeschriebene  Stelle  hinter  dem  Signalmast  erreicht,  so  legt  der
Wärter  das  Signal  sogleich  wieder  auf  Halt  zurück  und  sichert  (deckt)  den  Zug  von
hinten,  indem  er  die  Blocktaste  des  Feldes  2  niederdrückt  und  die  Jnduktorkurbel  einigemal ­
  dreht.  Das  bisher  weiße  Fenster  2  wird  dadurch  rot  gemacht,  und  gleichzeitig
wird  das  Haltsignal  dadurch  verriegelt;  das  letztere  ist  von  besonderer  Wichtigkeit;
denn  die  Znrückverwandlung  des  roten  Feldes  2  in  Weiß  und  damit  die  Entriegelung
des  Mastensignals  in  A  kann  nur  durch  den  Blockwärter  B  vorgenommen  werden
find  zwar  nach  Vorschrift  erst  dann,  wenn  der  Zug  an  dem  Signal  in  B  vorbeigefahren
ist.  Wärter  B  deckt  dann  den  Zug  wie  vorher  A,  stellt  also  zunächst  sein  Signal  auf  Halt
und  dann  sein  Feld  2  auf  rot.  Indem  er  aber  sein  weißes  Feld  in  rot  verwandelt,
macht  er  das  bis  dahin  rote  Feld  in  A  weiß,  was  zur  Folge  hat,  daß  das  auf  „Halt"
festgelegte  Ausfahrtsignal  in  A  wieder  frei  wird  und  gezogen  werden  kann.  B  sperrt  oder
blockt  also  die  vorgelegene  Strecke  B—C  und  gibt  gleichzeitig  den  zurückgelegenen
Abschnitt  B—A  frei,  „deblockiert"  ihn.  Von  A  aus  kann  also  nun  ein  neuer  Zug  in  A—B
einfahren.  B  kann  selbstverständlich  nur  dann  einem  Zuge  das  Fahrsignal  geben,  wenn
fein  Feld  2  weiß  ist,  er  also  vorher  durch  0  cntblockt  war.  Ist  dieses  nicht  der  Fall,
ist  Feld  2  in  B  vielmehr  noch  rot,  so  vermag  B  das  Haltsignal  an  seinem  Maste  nicht
in  „Fahrt"  umzustellen.  Der  Zug  muß  dann  vor  dem  Signal  halten  und  so  lange
warten,  bis  die  Blockstrecke  B—  C  durch  C  freigegeben  ist.
In  genau  gleicher  Weise  wiederholt  sich  der  Vorgang  bei  jeder  folgenden  Blockstation
  und  schließlich  auch  bei  dem  Bahnhöfe  E,  auf  welchem  der  Abschlußmast  die  Stelle
des  Blocksignalmastes  vertritt;  desgleichen  für  die  Zugfahrt  auf  dem  anderen  Gleise
von  E  nach  A.  Sind  übrigens  auf  einer  Station  mehrere  Ansfahrtsignale  für  dasselbe
Streckengleis,  also  denselben  Blockabschnitt,  vorhanden,  so  wird  die  Anordnung  so  getroffen,
daß  beim  Einziehen  eines  Fahrsignals  auch  sämtliche  anderen  Flügel  selbstthätig  festgelegt
40*
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.