Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Z20  Eisenbahneni  Signalwesen  und  Weichensichcrung.
Schranken  ein.  Um  nun  stark  begangene  und  befahrene  Übergänge  nicht  zu  früh  und
damit  zu  lange  durch  den  dazu  stets  geneigten  Wärter  schließen  zu  lassen,  stellt  man  an
solchen  Stellen  besondere  Läutewerke  auf,  die  etwa  drei  Minuten  vor  Ankunft  des  Zuges
selbstthätig  durch  diesen  mittels  Schienenkontaktes  ausgelöst  und  zum  Schlagen  gebracht
iverden.  Auch  für  Tunnelstrecken  wird  diese  Einrichtung  wohl  getroffen,  um  die  hier  beschäftigten ­
  Arbeiter  rechtzeitig  zu  warnen.
Ebenfalls  an  unbewachten  Wegübergängen  der  Nebenbahnen  finden  die  Läutewerke
als  selbstthätige  Warnungssignale  zweckmäßige  Verwendung.  Beiderseits  des  Überganges
liegt  in  angemessenem  Abstande ­
  davon  je  ein  Schieneukontakt
  (für  jede  Fahrrichtung
einer)  zum  Ingangsetzen  des
Signals  durch  den  Zug,  während ­
  neben  dem  Übergang
ein  dritter  Kontakt  das  Signal ­
  tvieder  außer  Thätigkeit ­
  setzt.
In  Verbindung  mit  diesen
Kontakten  steht  ein  auf  einer
Nachbarstation  aufgestelltes
Schaltwerk  mit  Gewichtsaufzng.  Es  wird  von  jedem  durch  den  Zug  bethätigten  Schienenkontakt ­
  mittels  Batteriestroms  ausgelöst  und  ist  so  gebaut,  das;  eö  sich  nach  einer  gewissen
Drehung  seiner  Kontakträder  selbstthätig  wieder  still  setzt.  Durch  diese  Drehung  erfolgt  das
Ein-  und  Ausschalten  des  Läutewerks,  dessen  Glocke  im  ersteren  Falle  so  lange  ertönt,  bis
der  Zug  den  Übergang,  also  die  Gefahrstelle,  erreicht  hat,  gleichgültig,  wie  lange  Zeit  bis
dahin  vergangen  ist.  Letzteres  ist  ein  wesentlicher  Vorzug  dieser  Einrichtung.
Der  Leser  wird  aus  vorstehenden  Andeutungen  erkennen,  wie  vielseitig  die  in  den
letzten  Jahrzehnten  ersonnenen  Mittel  zur  Erhöhung  der  Betriebssicherheit  auf  den  Eisenbahnen ­
  sind.  Eine  Ünsumme  von  Denkarbeit ­
  und  Scharfsinn  ist  geleistet  worden,
um  die  menschlichen  Schwächen  aus  dem
Signal-  und  Wcichendicnste  möglichst  auszuschalten ­
  und  die  Strecke  sowie  vor  allem
die  Bahnhöfe,  die  Hauptquelle  aller  Eisenbahnunfälle ­
  ,  zu  sicheren  Fahrstraßen  für
die  Züge  zu  gestalten.  Werden  die  rechten
Mittel  am  rechten  Orte  verwendet  und
werden  sie  durch  richtig  geschulte  und  genügend ­
  zahlreiche  Beamte  scharf  auf  ihre
ständige  Brauchbarkeit  überwacht  und  geprüft, ­
  so  lassen  sich  die  Gefahren  des
Eisenbahnbetriebes  ganz  erheblich  einschränken. ­
  Leider  ist  der  Kostenpunkt  oftmals ­
  ein  zu  schwerer  Hemmschuh.  Aber
331.  Englische»  Sperrwerk  für  Wegschrankcn.  auch  Vater  Usus  und  Mutter  Schema,  um
mit  Max  Maria  von  Weber  zu  reden,
bilden  mitunter  ein  Hindernis  für  zweckmäßige  Neuerungen  und  Verbesserungen,  sind
die  Eltern  manches  Rückschrittes.  Auf  diesem  Gebiete  ist  aber  schon  Stillstand  besonders
arger  Rückschritt.
Unglücksfälle,  wie  sie  noch  vor  kurzem  infolge  falscher  Weichcnstellung  beim  Einlaufen ­
  eines  Schnellzuges  in  eine  Überholungsstatiou,  in  der  ein  Güterzug  auf  einem
Nebengleise  die  Durchfahrt  des  ersteren  abwartete,  vorgekommen  sind,  müßten  durch  ausgiebigste ­
  Anwendung  der  Stellwerke  und  aller  sonstigen  bewährten  Sicherheitseinrichtungen
im  20.  Jahrhundert  zu  den  Unmöglichkeiten  gehören.  Die  Technik  hat  die  Mittel  dazu
bereits  geliefert.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.