Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Eisenbahnfähren.  331

Militärbahn  bei  Zossen  im  Winter  1895/96  angestellte  Versuche  ergaben  eine  sehr  befriedigende ­
  Wirkung.  Das  Kreiselrad  räumte  einen  hochgeschichteten  harten  Schneewall
sicher  und  stetig  fort.  Die  bis  zu  30  m  Höhe  geschleuderten  Schneemassen  nahmen  sich  aus
wie  die  Sprenggarben  von  Riesengeschossen.  Abb.  338  zeigt  die  Schleuder  bei  der  Arbeit.
In  Amerika  hat  sodann  der  schon  genannte  Ingenieur  Jull  noch  eine  andere,  bereits
mehrfach  benutzte  Schleuderart  erdacht.  Bei  dieser  wird  nach  Abb.  339  eine  etwa  4  m
lange,  kegelförmige,  gegen  das  Gleis  geneigt  liegende  Riesenschraube  oder  Schnecke  verwendet, ­
  deren  aus  Blech  hergestellte  Gewindegänge  den  Schnee  losbrechen  und  nach  hinten
in  die  Höhe  schieben,  um  hier  fortgeschleudert  zu  werden.  Die  Schraube  macht  300  Umdrehungen ­
  in  der  Minute.  Nach  amerikanischen  Angaben  soll  sie  sich  bewähren.
Außer  den  vorgenannten  drei  Anordnungen  sind  auch  noch  andere  Schneebeseitigungsmaschinen ­
  gebaut  worden,  wie  der  Schneebagger  von  Paulitschky  (1890)  u.s.  w.
Sie  haben  aber  keine  Verbreitung  gefunden.

339.  Iulls  KchiiecsthallfrU

Eifenbahn-Fährbooke  (Trajrkkanflatten).
Soll  eine  auf  einen  Strom,  See  oder  Meeresarm  mündende  Eisenbahnlinie  am
jenseitigen  User  fortgesetzt  und  dort  von  denselben  Betriebsmitteln  befahren  werden,  ohne
daß  das  Wasser  auf  einer  Brücke  überschient  wird,  so  muß  ein  Fährboot  (Trajekt)
die  Überleitung  der  Eisenbahnfahrzeuge  übernehmen.  Das  Deck  des  Bootes  wird  zu
dem  Zweck  mit  2—4  Gleisen,  seltener  mit  nur  einem  Schienenstrang  (Rhein,  Rügen)
versehen  und  in  der  Regel  durch  eigene  Dampfkraft  vermittelst  Ruderrades  oder
Schraube  bewegt.  In  Europa  und  Amerika  sind  derartige  Fährboote  am  zahlreichsten
vorhanden.
Besondere  Einrichtungen  sind  an  den  beiden  Landestellen  zu  treffen,  um  trotz  wechselnder ­
  Wasserstände  das  Überleiten  der  Lokomotive  und  Wagen  vom  Lande  auf  das
Schiff  und  umgekehrt  gut  und  sicher  bewirken  zu  können.  Hierfür  sind  im  Laufe  der
Jahre  verschiedene  Mittel  in  Anwendung  gebracht  worden.
Das  erste  ist  Änderung  der  Eintauchtiefe  des  Fährbootes  durch  Vergrößern  oder
Verringern  des  Wasserballastes  im  Schiffskörper.  Dies  ist  angewandt  worden  an  der
Ostsee  bei  der  Fähre  Stralsund-Rügen,  am  Bodensee  zwischen  Lindau  und  Romans-42*

            
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