Full text : Bankpolitik

65.  Die  Konzentration  der  Kreditbanken.

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Die  vier  größten  englischen  Banken  hatten  zu  Ende  1912  320  Millionen ­
  Pfund  ftenrde  Gelder,  somit  30.2%  der  Gesamtsumme  der  Depositen ­
  der  englischen  Banken.
Alle  englischen  Depositenbanken  hatten  zu  Ende  1912  einen  fltzeptumlaus
  von  53.6  Millionen  £;  davon  entfielen  28.1  Million  auf
fünf  Banken.
Deutschland:
Es  bestanden  zu  Ende  1912:
S  Berliner  Banken  mit  1250  MIL  M.  Aktienkapital,  400  MIL  Reserven,
4392  Hüll,  fremde  Gelder,  1345  Mil.  Akzepte.
147  Provinzbanken  mit  1713  Mll.  M.  Aktienkapital,  350  MIL  Reserven,  3717
Millionen  fremde  Gelder,  1000  Mll.  Akzepte.
von  den  24  Provinzbanken  mit  über  20  Millionen  Aktienkapital
sind  14  mit  696  Mill.  Aktienkapital  in  Konzernverhältnis  zu  Berliner
Instituten  und  nur  10  mit  387  Millionen  Kapital  noch  frei.
Oie  Bilanzsumme  der  Deutschen  Bank,  Diskontogesellschaft  und
Dresdner  Bank  und  der  ihrem  Konzern  angehörigen  Institute  beträgt
fast  60%  der  Gesamtbilanzsumme  aller  deutschen  Kreditbanken.
Frankreich:
Vas  eingezahlte  Aktienkapital  aller  Provinzbanken  beträgt  noch
nicht  100  Millionen  Frs.  Die  vier  großen  Depositenbanken  verfügen
über  mehr  als  90%  der  Gesamtsumme  der  ftemden  Gelder  aller  französischen ­
  Depositenbanken.
Die  Konzentration  der  Kreditbanken  folgt  um  ein  halbes  Jahrhundert ­
  der  analogen  Entwicklung  der  Notenbanken  nach,-  während
diese  aber  sich  in  manchen  Staaten  unter  starkem  staatlichem  Druck  vollzogen ­
  hatte,  setzt  sich  die  Konzentration  der  Kreditbanken  abseits  vom
Staate  durch.  Die  Einheit  der  Notenbank  war  durch  den  Wunsch  nach
Schaffung  einer  festen  Stütze  und  Lenkung  des  Geldmarktes  von  einem
einzigen  Punkt  her,  nach  Konzentrierung  des  Goldbestandes  und  Sicherung ­
  desselben  durch  wirksame  Diskontpolitik  bewirkt  worden.  Oie
Zentralisierung  beseitigte  die  Infektionsgefahr  durch  schwache  Nachbarn,
führte  die  Mißtrauenseinlösung  selbst  in  politischen  Krisen  auf  ein  weit
geringeres  Maß  zurück  als  bei  der  Vielheit  von  Notenbanken  und  ermöglichte ­
  enge  Fühlungnahme  der  Negierung  mit  der  Bankleitung.
Ein  Teil  der  Argumente,  die  so  sehr  für  die  Zentralisierung  der
Notenbanken  gesprochen  hatten,  daß  selbst  der  liberale  Gesetzgeber  sich
zur  Schaffung  eines  Monopols  veranlaßt  sah,  gilt  auch  für  manche  Transaktionen ­
  der  Kreditbanken.  So  wie  jene  Bank  am  besten  zur  Notenausgabe ­
  geeignet  ist,  deren  Noten  im  ganzen  Lande  umlaufen,  so  eignet
            
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