Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Hochbahnen.  Hänge-  und  Schwebebahnen.

geplant  war.  Die  Gitterträger  tragen  oben  die  Fahrschiene  und  geben  in  ihrer  unteren
Gurtung  die  Führung  für  die  seitlichen  Rollen  ab.
Später  haben  Decauville,  Meigs,  Behr,  Beyer,  Enos,  Cook,  Dietrich  u.  a.  Entwürfe ­
  aufgestellt,  wonach  die  Wagen  ans  einer  bis  zwei  Fahrschienen  laufen  und  durch
eine  bis  vier  Stützschienen  gegen  Seitenschwanknngeu  gesichert  werden.  Beyer  stützt  die
Wagen  oberhalb  ihres  Daches  ab,  die  meisten  anderen  jedoch  unten.  Abb.  384  zeigt  die
aus  dem  Jahre  1889  stammende  Anordnung  von  Enos,  wie  sie  für  eine  43  km  lange
Hochbahn  zwischen  den  nordamerikanischen  Städten  St.  Paul  und  Minneapolis  zur  Ausführung ­
  gelangt  ist.  Für  eine  zweigleisige  Bahn  ist  nur  eine  Stützenreihe  erforderlich,
die  mittels  seitlicher  Konsolen  die  beiden  aus  Gitterwerk  gefertigten  Längsträger  mit
ihrer  Fahrschiene  hält.  Der  Gerüstbau  nimmt  den  Straßen  nur  wenig  Licht  und  Luft.
Jeder  Wagen  wird  gegen  den  Untergurt  seines  Längsträgers  durch  vier  schräggestellte
Rollen  abgestützt.  Der  Antrieb  jedes  Wagens  erfolgt  durch  Elektromotoren.

Je  mehr  Fahr-  und  Stützschienen  Verwendung  finden,  desto  schwieriger  wird
übrigens  die  genaue  Herstellung  und  desto  mehr  leidet  bei  unterlaufenen  Fehlern  in  der
gegenseitigen  Schienen-  und  Rollenlage  die  ruhige  Gangart.  Am  weitesten  mit  der
Schienenzahl  ist  Behr  gegangen.  Seine  auf  der  Brüsseler  Ausstellung  1897  vorgeführte
Versuchsbahn  zeigte  fünf  Schienen,  wovon  vier  zur  seitlichen  Stützung  dienten,  während  der
Wagen  40  Räder  besaß  (8  Treibräder  mit  doppeltem  Spurkranz  und  32  Führnngsräder).
Diese  Anordnung  wird  schwerlich  Nachahmung  finden?)
Daß  man  mit  weit  einfacheren  Mitteln  den  Zweck  »och  besser  erreichen  kann,  zeigt
kie  Langensche  Schwebebahn.  Hier  sind  nach  Abb.  385  die  Wagen  frei  schwebend
an  einer  Fahrschiene  aufgehängt  und  entbehren  jegliche  Seitenunterstützung.  Es  ist
dieses  eine  Anordnung,  wie  sie  seit  langem  bei  den  bekannten  Luftseilbahnen  für
Jndnstriezwecke  üblich  ist.  E.  Langen,  der  bekannte,  1895  verstorbene  Kölner  Großindustrielle, ­
  hatte  aus  seiner  ersten.  1893  erbauten  Probestrecke  in  Dentz  noch  2  Fahrschienen ­
  angewandt.  Sehr  bald  ging  er  jedoch  zu  der  einschienigen  Bauweise  über,  wie
^  *)  Sie  wurde  allerdings  1899  als  „Schnellbahn"  für  die  48  km  lange  Strecke  Liverpool-Manchester
  (vgl.  S.  77)  in  Vorschlag  gebracht.  Nach  dem  dem  englischen  Parlament  zur  Geuehmigung
  vorgelegten  Entwurf  soll  zwecks  Vermeidung  der  bei  einer  Fünfschienenbahn  sich  sehr
verwickelt  gestaltenden  Ausweichestellen  stets  nur  ein  Zug  (1  Wagen  mit  100  Sitzplätzen)  unterwegs ­
  sein,  dessen  Fahrgeschwindigkeit  aus  90  engl.  Meilen  =  144  krn/Std.  festgesetzt  ist.  Man
würde  sonach  in  20  Minuten  von  der  einen  zu  der  anderen  Stadt  gelangen  können-
            
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