Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

441. Ansicht cinta Tmichcrsichachtcs. 
Unter den fränkischen Königen war es besonders Kart der Große, der an dem Bingertoch 
Arbeiten ausführen ließ. Von den Erzbischöfen ließ Hatto I. diese Arbeiten fortsetzen; 
seinem Beispiel folgten später die Rheingrafen und im 13. und 14. Jahrhundert 
wiederum Mainzer Erzbischöfe. Wie wenig ausgedehnt und wirksam jedoch diese 
Arbeiten waren, geht daraus hervor, daß große Schiffe auch in der Folgezeit noch 
immer umgeladen werden mußten, und zwar geschah dies teils auf kleinere Fahr 
zeuge, teils auf Landfuhrwerke. Die Arbeiten am Bingertoch kamen auch in den folgenden 
Jahrhunderten noch nicht zum Abschluß. Bis heute sind hier die Felssprengungen fort 
gesetzt worden; mit Hilfe der mächtigen, der modernen Jngenieurtechnik zur Verfügung 
stehenden Arbeitsmaschinen, wie insbesondere der Taucherschachte, werden in absehbarer 
Zeit aus dem Rheinbett alle Hindernisse vollständig verschwinden. In dem abgebildeten 
Längenschnitt durch das Tragschiff und durch die auf einen Felsen gesenkte Taucherglocke 
bezeichnet: 
I Arbeiterschlasraum, D Gelenkketten zur Aufhängung der 
8 Dampfwinden, Taucherglocke, 
«SS Leitrollen, a lotrechte Schienen, 
d Kettenscheiben, m m Fahrstühle für die Förderarbeit, 
4Z6 Stromkorrektiouen. 
die Donau wirklich als eine leistungsfähige Schiffahrtsstraße bezeichnet werden kann, 
und der Mensch Sieger über die von der Natur bereiteten außergewöhnlichen Hemmungen 
geworden ist. 
Die Regulierungsarbeiten an der Sulinamündung (der mittelsten der 3 Mündungs 
arme der Donau) wurden von dem Jahre 1856 ab durch eine internationale Kommission 
unter Aufwendung von 17 Millionen Gulden ausgeführt. Mächtige Molen wurden ge 
schaffen, um die Mündung den Schiffahrtszwecken dienstbar zu machen. 
Wenn auch nicht von so gewaltigem Umfang wie in der Donau, so bereiteten doch 
die Riffe und Stromschnellen unterhalb des Bingerlochs der Rheinschiffahrt mancherlei 
Schwierigkeiten. 
An dem Bingertoch hat jedenfalls zu gewissen Zeiten nur bei Hochwasser eine Schiffahrt 
stattfinden können, und hierauf ist es wohl zurückzuführen, daß sich auf dem Niederrhein 
und auf dem Oberrhein eine selbständige Schiffahrt ausbildete. Bereits die Römer 
scheinen bemüht gewesen zu sein, die Schiffahrtshinderniffe des Rheins zu beseitigen.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.