J
Allgemeine Anordnung der Flußhäfen.
453
wo eine große Stadt von einem schiffbaren
Wafferlauf durchflossen wird; dort ist das
ganze Ufer von Landungsstellen und Lager
plätzen eingenommen.
Bei unserem Klima muß stets ein sicherer
Platz für die Schiffe vorhanden sein, wohin
sie bei Hochwasser und Eisgang flüchten können.
Man legt daher vielfach da, wo bereits ein
größerer Verkehr stattfindet, neben dem Um
schlagsplatz hochwasserfreie, geschlossene Hafen
becken an. Diese werden stets mit Lade- und
Löschvorrichtungen versehen, da dort, wo ganze
Schleppzüge umzuladen sind, keine Schwierig
keiten bestehen, die Schiffe vom Fluß in den
Hafen zu bugsieren. So sind die meisten Ver
kehrs- und Winterhäfen entstanden. Eine Aus
nahme bilden solche Plätze, wie Kosel, Frank
furt a. M. und andere, die an den Endpunkten
erst neuerdings schiffbar gemachter Wasser
straßen liegen. Dort entschloß man sich gleich
zu eigentlichen Hafenanlagen, weil daselbst
naturgemäß kein durchgehender Schiffsverkehr
stattfinden kann, und außerdem ein Über
wintern besonders vorteilhaft ist.
Den Platz für ein Hafenbecken bestimmen
im Einzelfalle wirtschaftliche, technische und
finanzielle Rücksichten. Hier kann nur auf die
technischen eingegangen werden. Zunächst ist
die Mündung in zweckentsprechender Weise
anzulegen und auszugestalten. Sie soll so
breit sein, daß zwei Schiffe zu gleicher Zeit
bequem ein- und ausführen können, und so
liegen, daß in keinem Fall sich eine Sinkstoff
bank hei der Wanderung thalabwärts davor
legen kann. Die Stellen, die hiergegen am
meisten Schutz gewähren, sind die konkaven
Ufer der Krümmungen, wo sich ständig die
größte Fahrtiefe befindet und ein Ansammeln
von Sinkstoffen nicht zu erwarten steht.
Die Einfahrt wird gewöhnlich an dem
am meisten stromabwärts gelegenen Ende des
Hafens angebracht, und zwar so, daß die zu
Berg fahrenden Schiffe sie ohne scharfe Wen
dung gewinnen können. Manchmal liegt, wie
in Mainz oder Ludwigshafen die Einfahrt in
der Mitte des Beckens. Die erstgenannte An
ordnung ist aber für die Schiffer bequemer
und wird deshalb meist angewendet, zumal
auch bei ihr das Eindringen von Eisschollen in
den Hafen unmöglich ist und bei Hochwasser
nur durch Stau von unten her eine Hebung
des Spiegels eintreten kann. Will man auch
diese vermeiden, so bringt man in der Mün
dung eine Sperrschlcuse an, eine Einrichtung,
Ir&tsW'
Hatt
Uj
-'4
; i I
«5
□
_ I! tu
tNCHlSNIJH-l