Ambroid
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Amethyst
den. Durch Zusatz von etwas Kaliumkarbonat
wird der Geruch verstärkt.
Ambroid heißt ein durch Zusammenschmelzen
und Pressen aus Bernsteinabfällen hergestelltes
Ersatzmittel.
Ambroin, Gemisch von 85 g Antifebrin mit
15 g Kumarin. Mit dem gleichen Namen bezeichnet
man auch einen aus Kopal und Pflanzenfasern,
Asbest oder Glimmer hergestellten
Ersatz für Zelluloid und Hartgummi.
Ameissnäther, HCO.O.C 2 H 8 , (Ameisensäureäther,
Ameisensäureäthyläther,
ameisensaures Äthyloxyd, Ameisenvinester,
lat. Aether formicicus, frz. Formiate
d’ethyle oder Ether formique, engl. Formiate of
ethyl), ist eine wasserhelle, farblose, sehr flüchtige
und leicht entzündliche Flüss gkeit von angenehmem,
starkem, arrakähnlichem Geruch,
welche sich mit Alkohol in jedem Verhältnisse
mischt, sich in 9 Teilen Wasser löst und bei 54 0 j
siedet. Das spez. Gew. beträgt 0,918. Der A.
des Handels ist in der Regel durch etwas Wasser
und Alkohol verunreinigt und löst sich dann,
ohne etwas abzuscheiden, in jedem Verhältnis
in Wasser. Zur Darstellung der A. destilliert
man Stärke oder Stärkezucker mit Braunstein,
Spiritus und Schwefelsäure, neutralisiert das Destillat
mit Kreide und destilliert nochmals, wobei
die zuerst übergehenden Anteile gesondert
aufgefangen werden. Chemisch reinen A. erhält
man durch Erhitzen von gleichen Teilen Glyzerin
und wasserfreier Oxalsäure mit 1 / 2 Teil
960/oigem Alkohol. Verwendung findet der A.
zur Darstellung von künstlichem Rum, Arrak
und Kognak.
Ameisenamyläther (Ameisensäurea myläther,
Ameisenamylester, ameisensaures
Amyloxyd, lat. Amyloxydum formicicum, frz.
Formiate d’amyle, engl. Formiate of amyl).
Die farblose, sehr bewegliche Flüssigkeit vom
spez. Gew. 0,878 siedet bei 123 0 C und besitzt
nur in sehr verdünntem Zustande einen angenehmen
Fruchtgeruch, riecht hingegen im konzentrierten
wanzenartig. In Spiritus ist der A.
leicht, in Wasser nur sehr wenig löslich. Er
wird aus Glyzerin, Oxalsäure und Fuselöl hergestellt
und bei der Bereitung von Fruchtäthern
verwendet.
Ameiseneier (lat. Ova formicarum, frz. Fourmis
en chrysalide, engl. Ant-eggs). Die unter
diesem Namen als Vogelfutter in den Handel
kommende Ware besteht nicht aus den Eiern,
sondern den Puppen oder Larven von Ameisen,
namentlich der roten Waldameise (Formica
rufa). Sie werden in Nadelwäldern vom Mai
bis September gesammelt und durch schwaches
Erhitzen gedarrt. Hauptbezugsorte sind Lübeck,
Nürnberg, Petersburg.
Ameisensäure (Formylsäure, lat. Acidum
formicicum, frz. Acide formique, engl. Formic
a cid), eine starke organische Säure von der
Eormel H. COOH, ist im Tierreiche (Ameisen,
Prozessionsraupe) und im Pflanzenreiche (Brennnesseln,
Tamarix) ziemlich verbreitet und wurde
früher meist in den Apotheken durch Destillahon
von Ameisen mit Wasser oder verdünntem
Alkohol dargestellt. Die im letzteren Falle erhaltene
verdünnte alkoholische A. führt den Na-'hnn
Ameisenspiritus (Spiritus formica-W
e r c k 3 Warenlexikon.
rum). Zurzeit gewinnt man die Säure meist auf
künstlichem Wege. Nach dem ältesten Verfahren
werden organische Stoffe wie Stärke, Zucker,
Weinsäure mit Braunstein und verdünnter Schwefelsäure
erhitzt. Vorteilhafter ist die Darstellung
aus einem Gemische von krist. Oxalsäure und
wasserfreiem Glyzerin, aus welchem beim Erhitzen
die A. abdestilliert, oder durch Einwirkung
von Kohlenoxyd auf Ätzalkalien. Nach
dem letzteren Verfahren, welches die anderen
voraussichtlich verdrängen wird, entstehen zunächst
ameisensaure Salze, Formiate, z.B.
Natriumformiat, aus welchen die A. durch Destillation
mit Schwefelsäure in konzentrierter
Form abgeschieden wird. Um aus der nach den
anderen Methoden erhaltenen verdünnten Lösung
eine stärkere A. abzuscheiden, muß man
sie zunächst an Basen (Kalk, Blei) binden und
letztere durch Schwefelsäure oder Schwefelwasserstoff
zerlegen. — Die reine wasserfreie
A. (Ameisensäurehydrat) ist eine farblose
Flüssigkeit von stechend saurem Geruch, welche
auf die Haut ätzend und blasenziehend wirkt
und noch in großer Verdünnung stark sauer
schmeckt. Sie wird bei — 1 0 fest, siedet bei
ioo° und ist unzersetzt flüchtig. Das spezifische
Gewicht beträgt 1,226. Mit Wasser und Alkohol
mischt sie sich in allen Verhältnissen. Zum
Nachweise der A., insbesondere zur Unterscheidung
von der ähnlichen Essigsäure, erhitzt man
die verdünnte Lösung mit etwas Quecksilberoxyd
oder mit Silbernitratlösung, wobei sich unter
Kohlensäureentwicklung metallisches Quecksilber
bzw. ein Silberspiegel ausscheidet. Neben der
seltener benutzten konzentrierten finden sich im
Handel noch zwei verdünntere Säuren, eine vom
spez. Gew. 1,120 mit 50 0/0 und eine vom spez
Gew. 1,06, die sog. offizmelle Säure, mit 25 o/„
A., welche für die meisten Zwecke ausreichen.
— Die A. ist ein wichtiges Reagens der chemischen
Laboratorien und dient außerdem zur
Herstellung von A-Spiritus.
Amenyl, ein Derivat des Hydrastins (Methyihydrastimid-Chlorhydrat)
wird durch Behandlung
von Hydrastin-Jodmethylat mit Ammoniak
und nachfolgendes Erwärmen mit Salzsäure in
Form schwach gelber, in warmem Wasser löslicher
Nadeln vom Schmelzpunkt 227 0 dargestellt.
Es findet zur Behebung von Störungen
der Monatsblutung medizinische Anwendung.
Amethyst (frz. Amethyste, engl. Amethyst) ist
eine durch Spuren Mangan oder Eisen violett
bis blau gefärbte Abart des Bergkristalls (s.
d.), welche bisweilen auch haarförmige Kristalle
von Strahlstein oder Rutil eingeschlossen enthält
und dann als Häaramethyst bezeichnet
wird. Die schönsten und größten A. finden sich
in Argentinien, weitere Fundorte sind Sibirien,
Zeylon, Ostindien, Spanien, Tirol, Ungarn, Sachsen
und Schlesien. Der zu den Halbedelsteinen
gerechnete A. wird zu Schmucksteinen geschliffen,
welche bei der Fassung zur Erhöhung ihrer
Farbe meist eine Unterlage von Metallfolie erhalten.
Zur Unterscheidung von Nachahmungen
aus Glasflüssen ist die größere Härte (7) ausreichend.
— Unter dem Namen orientalischer
A. ist ein violetter Saphir (s. d.) bekannt, der
höheren Glanz und höhere Härte als Quarz besitzt.