Aluminit
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Aluminiumlegierungen
berg und Nürnberg. Um die Wurzel weißer erscheinen
zu lassen, wird sie häufig gekalkt, doch
erkennt man diese Verfälschung leicht, wenn
man die Wurzel mit verdünnter Salzsäure abspült
und den Auszug mittels Ammoniumoxalats
auf Kalk prüft. Verwendung findet A. als schleimlösendes,
reizmilderndes Mittel,
Aluminit, ein Mineral, besteht aus natürlicher
schwefelsaurer Tonerde.
Aluminium (lat., frz. und engl. Aluminium, in
amerikanischen Abkürzungen: Alum, Alim,
Ali um, Alm) ist ein Metall der Eisengruppe
(Al) vom Atomgewicht 27, Welches in freiem
Zustande in der Natur nicht vorkommt, in Form
von Verbindungen aber außerordentlich verbreitet
ist und etwa 8»/o der, festen Erdrinde
ausmacht. Als Oxyd findet es sich im Korund
(Rubin und Saphir), als Hydroxyd im Diaspor,
an Fluor gebunden mit Fluornatrium zusammen
als Kryolith. Außerdem bildet es in Verbindung
mit Kieselsäure einen Bestandteil der meisten
Massengesteine, besonders der Feldspate und
ihrer Zersetzungsprodukte: Kaolin, Ton und
Lehm. — Das A. wurde von Wühler im Jahre
1827 beim Zusammenschmclzen von Aluminiumchlorid
mit metallischem Kalium entdeckt und
von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts an
durch Reduktion von Aluminium-Natriumchlorid
mit Natrium fabrikmäßig dargestellt. Der
eigentliche Aufschwung der Aluminiumindustrie
setzt aber erst mit dem Jahre 1891 ein, in welchem
man zur elektrolytischen Darstellung überging.
Sie besteht im Grunde darin, daß man
eine Lösung von reiner Tonerde (s. d.) in geschmolzenem
Kryolith im Gemisch mit Flußmitteln
wie Kochsalz, Flußspat oder Fluoraluminium
der Einwirkung eines elektrischen
Stromes von mindestens 4000, meist 10000 Ampere
aussetzt, wobei sich das geschmolzene Metall
an der Kathode, d. h.' dem Boden des mit
Kohle gefütterten Eisenkastens, ausscheidet. An
Stelle des Kryoliths benutzt man neuerdings
auch ein Gemisch von Fluoraluminium mit
Schwefelnatrium. An Stelle des zur Herstellung
der reinen Tonerde früher ausschließlich herangezogenen
französischen Bauxits (s, d.) bedient
man sich seit dem Kriege mit Erfolg des
gewöhnlichen Tons. — Die elektrolytische Darstellung,
welche .zur Erlangung der erforderlichen
billigen Energie an bestimmte Orte mit
ausreichenden Wasserkräften (Neuhausen am
Rheinfall, Forge, Niagara) gebunden ist, hat eine
ungeheure Vermehrung der Produktion verursacht.
Die erzeugte Aluminiummenge hat sich
von 13 t im Jahre 1885 auf 68200 t im Jahre 1913
erhöht, von denen 18000 t auf Nordamerika und
12000 t auf Deutschland entfallen. Die Einfuhr
nach Deutschland im Jahre 1913 betrug rund
•5000 t, davon 6000 t aus der Schweiz. Gleichzeitig
ist der Preis, der im Jahre 1886 100 M.
Pro 1 kg betrug, auf 27,60 M. im Jahre 1890,
12 M. im Jahre 1891 und 1,30—1,60 M. im Jahre
•9*3 gesunken. Verbraucht wurden 1912 in
Nordamerika 28000 t, in Frankreich 6000 t, in
England 4000 t und in Deutschland, Österreich
und Rußland zusammen 22500 t. Irankieich
und die Schweiz führen Aluminium aus, wählend
in Deutschland die Einfuhr überwiegt.
as A., welches in der Regel etwas Silizium
und Eisen sowie Spuren von Kohlenstoff, Natrium,
Kupfer, Stickstoff und anderen Verunreinigungen
enthält, kann durch eine geeignete elektrolytische
Behandlung mit Hilfe von Elektrolyten,
welche aus einem Gemische von Fluoriden
des Aluminiums und eines stärker positiven Metalls
bestehen, rein dargestellt werden und zeigt
dann einen Schmelzpunkt von 660°. Das spez.
Gew. des gegossenen A. beträgt 2,69, dasjenige
des gehärpmerten 2,68, und dasjenige des A.-Drahtes
2,70; also etwa 1 / s von dem spez. Gew.
des Eisens. In bezug auf die Härte steht es
dem Kupfer nach, übertrifft aber Zinn und Zink
und kann überdies durch geringe Zusätze anderer
Metalle, sowie von Phosphor, gehärtet werden.
Wegen seiner großen Dehnbarkeit läßt es sich
zu Blech und Draht ausziehen und zu dünnen
Folien (Blattalurainium) schlagen. Das Aluminium
besitzt starken weißen Glanz mit bläulichem
Ton und kann sowohl poliert als auch
mit Hilfe von Chemikalien oder des Sandstrahlgebläses
mattiert werden. Das polierte Metall
bleibt an trockener Luft glänzend, verliert aber
an feuchter Luft, infolge oberflächlicher Oxydation,
an Aussehen. Zum Löten sjnd verschiedene
phosphorhaltige Mischungen empfohlen worden,
z. B. aus 1 Teil Aluminium, 29 Teilen Zinn,
11 Teilen Zink und 1 Teil Phosphor, die sich
aber nicht besonders bewährt haben. Zum
Schweißen eignet sich am besten das autogene
Verfahren unter Verwendung, von AlkaliChloridlösung
zum Luftabschluß. —• Das A. dient zur
Herstellung mannigfaltiger Gebrauchsgegenstände,
wenngleich sich nicht alle Versuche in
der Praxis bewährt haben. So eignet es sich
nur wenig zur Herstellung von chemischen Laboratoriumsgerätschaften
und von solchen Kochgeschirren,
in denen saure Speisen zubereitet
wenjen. Sehr brauchbar ist es hingegen für Geräte,
in denen lediglich Wasser oder Gemüse
gekocht werden soll, ferner für Backpfannen
und Brattiegel sowie zum Transport von Öl, da
es von Öl auch in der Hitze nicht angegriffen
wird. Früchte mit natürlicher Färbung (Himbeeren,
Kirschen), welche beim Kochen inZinn-.geschirren
unansehnlich werden, verändern in
A. ihre Farbe nicht. Das Metall findet weiter
Verwendung zu Schmuckgegenständen, zu Instrumenten
verschiedener Art (Kanülen, Fernrohre,
Telegraphen- und Telephonapparate), zum
Ersatz von Lithographiesteinen und überall da,
wo Leichtigkeit des Apparates von Bedeutung
ist (Feldflaschen, Feldkessel, Teile von lenkbaren
Luftschiffen, Automobilen, Bote, welche über
Land zu tragen sind, Kisten und Kasten). Im
Verlaufe des Krieges ist es auch in steigendem
Maße zur Herstellung von Zündern, Maschinenteilen,
Apparaten der chemischen Industrie (Alkohol-,
Harz-, Fett-, Konservenindustrie) verarbeitet
worden. — Eine große Rolle spielt das
A. endlich in der Flußeisengewinnung, wo es
die Blasenbildung verhindert, und im Mitosguß.
Das zur Schweißung benutzte Gemisch
mit Eisenoxyd wird unter Thermit (s. d.) besprochen.
Aluminiumlegierungen weisen gewisse Vorzüge
vor dein reinen Metall auf und werden
daher in wachsender Zahl und Menge hergestellt.
Aluminiumbronze auspo—95 0/0 Kupfer