Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Deutschlands Schiffahrtskanäle. 
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zieht sich der Kanal dahin, vielfach begrenzt von Eichen- und Buchenwaldungen und über 
spannt von zahlreichen Brücken und Viadukten. Die Zweigstrecke nach Dortnumd steht mit dem 
Hauptkanal durch das bereits beschriebene Hebewerk bei Heurichenburg in Verbindung. Auch 
der Gedanke, eine Wasserstraße von Westfalen nach der deutschen Küste zu schaffen, hat eine 
lange Geschichte, die bis auf die Zeiten Friedrichs des Großen zurückreicht. Bei Ausstellung 
des Kanalprojektes war die Aufgabe zu berücksichtigen, einen Teil des bisher über holländische 
Häfen gehenden Exportes und Importes den deutschen Häfen zuzuführen und namentlich 
die rheinisch-westfalische Kohle der englischen gegenüber in, deutschen Küstengebiet konkurrenz 
fähig zu machen. Der in der „Denkschrift über die geschäftliche Lage der preußischen Kanal 
projekte" vom 30. Januar 1882 enthaltene Gedanke, durch Kanäle den Rhein mit den 
Emshäfen und weiter mit der Elbe und durch den Elb-Travekanal und den Kaiser Wilhelms 
kanal mit der Ostsee in Verbindung zu setzen, ist zwar vorläufig noch nicht zur Ausführung 
gekommen, doch wird die Schaffung der Wasserstraße von Dortmund nach der unteren Ems 
mit Recht als ein wichtiges Glied dieses Zukunftsprojektes betrachtet. 
Der Kanal beginnt in einem größeren Hafen bei Dortmund und zieht sich über Lüding 
hausen, Münster, Bevergern, Lingcn, Meppen, Papenburg nach Emden. Von Meppen bis 
Papenburg ist der Kanal im Enisbett selbst geführt. Von Papenburg bis Oldersum wird 
die freie Ems benutzt, die aus dieser Strecke sowohl der See- wie der Kanalschiffahrt dient. 
Bon Oldersum bis Emden führt ein Seitenkanal. Die Länge der neuen Wasserstraße von 
Herne bis zur Emder Sceschleuse beträgt 282,8 km, der Zweigkanal Henrichenburg-Dortmund 
hat eine Länge von 10,ss km. 
Der Elb-Travekanal erstreckt sich von Lauenburg a. d. Elbe bis zum Hafen von 
Lübeck. Die Länge betrügt 61 km. Die Gcsanitbaukosten sind zu 23554000 Mark veranschlagt. 
Durch den Mittellandkanal soll der Rhein mit der Weser und der Elbe verbunden 
werden. Die Baukosten sind früher zu 162000000 Mark und neuerdings zu 192000000 Mark 
veranschlagt worden. Das Projekt hat bis jetzt nicht die Zustimmung des Preußischen Land 
tages gefunden. 
Die für die neueren deutschen Kanäle aufgewandten Summen sind zum Teil sehr 
bedeutende. So betrugen beispielsweise die Kosten des Oder-Spreekanals 12 600000 Mark, 
des Dortmund-Emskanals 79430000 Mark. Nach der neuen Kanalvorlage sollen die 
Kosten des Elbe-Rheinkanals mit 241033 700 Mark, des Großschiffahrtsweges Berlin- 
Stettin mit 40 000 000 Mark und des Masurischen Kanals mit 30 000 000 Mark 
bewilligt werden. 
Deutschland besitzt nur wenige Kanäle, die große Verbindungen herstellen. Die 
bedeutenderen Kanäle des Deutschen Reiches sind nachstehend angeführt. 
Länge in km 
Ludwigskanal 
Salinenkanal 
Saar-Kohlenkanal . . . 
Rhein-Marnekanal (Gesamtlänge 320 km) 
Breuschkanal 
Rhein-Rhönekanal (Gesamtlänge 322 km) 
Hadeln- und Geestekanal 
Ostsee-Harnmekanal 
Störkanal 
Friedrich-Franzkanal 
Jhlekanal . . . 
Plaueschcr Kanal 
Havelländischer Hauptkanal und Niederneucndorfer Kanal . 
Rhinkanal 
Fehrbelliner Kanal 
Ruppiner Kanal 
Werbelliuer Kanal 
Finowkanal ■ • • • 
Rottekanal (einschl der Seestreckem 
Storkowkanal (einschl. der Scestrccken) 
Berlin-Spandauer Kanal 
Friedrich-Wilhelmkanal ... 
Grödel-Elsterwerdakanal 
Klodnitzkanal 
Bromberger Kanal . . . . 
Weichsel-Haffkanal 
Elbing-Obcrländischer Kanal (einschließlich der Seestrecken) 
Großer Fricdrichsgrabcn, Deime-Seckcnburger Kanal . . 
Sechtenburger Kanal 
176 
35 
64 
107 
20 
134 
52 
16 
10 
30 
33 
90 
97 
17 
15 
11 
58 
22 
23 
12 
23 
16 
46 
26 
20 
137 
104 
12
	        
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