Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffahrtskanäle.

Länge  in  km
König-Wilhelmkanal  25
Oder-Spreekanal  87
Dortmund-Emskanal  mit  Abzweigung  nach  Herne  ....  293
Elbe-Travekanal  67
Rostock-Güstrowkanal  36
Ems-Jadekanal  73
Hunte-Emskanal  mit  Seitenkanälen  65

Wie  außerordentlich  in  fast  allen  Teilen  der  Erde  der  Verkehr  zugenommen  hat  und
wie  dementsprechend  demselben  immer  neue  verbesserte  und  leistungsfähigere  Wege  zn
öffnen  sind,  zeigt  in  anschaulicher  Weise  auch  eine  Betrachtung  der  holländischen  und
belgischen  Kanäle.
Amsterdam  war  bis  zum  Anfang  der  90  er  Jahre  mit  dem  Rhein  durch  3  Wasserstraßen
  verbunden:  1.  durch  den  Zuider  See  und  die  Geldersche  Issel,  2.  durch  die  Vecht
über  Utrecht  und  den  Zederikkanal  und  die  Merwede,  3.  durch  die  Amstel  über  Ter  Aar,
die  holländische  Issel  und  die  Maas.
Um  eine  viel  leistungsfähigere  Wasserverbindung  zu  schaffen  und  um  Amsterdam
den  verlorenen  Zwischenhandel  mit  dem  Hinterlande  wieder  zurückzuerobern,  trat  die
holländische  Regierung  der  Ausführung  des  schon  lange  geplanten  Kanals  von  Amsterdam
nach  dem  Rhein  näher.  Nach  Erbauung  des  Kanals  von  Amsterdam  und  Regulierung
der  Merwede  und  des  Waal  ist  der  Verkehr  mit  dem  Rheinlande  ganz  außerordentlich
gestiegen.  Der  genannte  Kanal  geht  über  Utrecht  und  mündet  bei  Gorinchem  in  die
Merwede,  einen  Hauptarm  der  Maas.  Seine  Baukosten  betrugen  20  Millionen  Mark.
Auch  für  die  Blüte  Rotterdams  bilden  naturgemäß  die  Wasserstraßen  einen  sehr  wesentlichen ­
  Faktor.  Mit  dem  Meere  steht  Rotterdam  durch  eine  künstlich  geschaffene  neue
Maasmündung  und  durch  den  Durchstich  des  Hoek  von  Holland  in  Verbindung.  Als
schiffbare  Wasserstraßen  im  Jnlande  kommen  in  Betracht  die  Kanäle:  1.  nach  Delft-Haag-Leiden-Haarlem-Amsterdam
  (Schie,  Leidsche  Trekvaart,  Noordzeekanaal),  2.  nach  Gonda-Amsterdam
  (Nieuwe  Maas,  Hollandsche  Issel,  Gouwe,  Aal,  Amstel),  3.  nach  Arnheim-Emmerich
  (Nieuwe  Maas,  Lek,  Neder  Rijn,  Pannerdeusche  Kanaal,  Rhein),  4.  nach
Dordrecht,  Nijmegen-Emmerich  (Nieuwe  Maas,  Noord,  Merwede,  Waal,  Rhein),  5.  nach
Lüttich  (Nieuwe  Maas,  Merwede,  Waal,  Maas),  6.  nach  Antwerpen  (Nieuwe  Maas,
Noord,  Hollandsche  Diep,  Vvlkerak,  Schelde).  Bon  diesen  Kanälen  werden  mit  Seeschiffen ­
  befahren:  der  Wasserweg  Nieuwe  Maas,  Lek-Neder-Rijn-Rhein  bis  Köln  (Tiefgang ­
  bei  voller  Ladung  und  günstigem  Wasserstande  3,5  in).
Von  den  belgischen  Kanälen  sind  zn  nennen:  1.  Kanäle  zwischen  Schelde  und
Maas  (Hansweertkanal,  Kanal  von  Walcheren,  Maas-Scheldekanal,  Lüttich-Maestricht-Antmerpen).
  2.  Die  Kanäle  zwischen  Schelde  und  Sambre  (die  Rüpel,  Kanal  von
Willebroeck,  Kanal  von  Charleroi).  3.  Die  Kanäle  zwischen  Schelde  und  dem  französischen
Kanalnetz  (die  Dendre  und  der  Kanal  von  Blaton  nach  Athi,  die  Lys  mit  dem  Kanal
von  Bossuht  nach  Courtrai,  der  Mons-Condekanal).  Der  bedeutendste  Kanal  Begiens  ist
der  Canal  du  Centre,  der  sich  von  La  Louviere  bis  Mons,  südlich  von  Brüssel,  erstreckt. ­
  In  La  Louviere  verbindet  er  sich  mit  dem  Charleroi-Brüsseler  Kanal,  in  Mons
mündet  der  Canal  du  Centre  in  den  alten  Mons-Condekanal  ein.  Der  von  Charleroi
nach  Brüssel  führende  Schiffahrtskanal  hat  ein  größeres  Profil  erhalten.  Die  Länge  des
Canal  du  Centre  benannten  Wasserwegs  ist  21  km,  dessen  hervorragendstes  Bauwerk  das
Hebewerk  von  La  Louviere  (Abb.  487)  ist.
Von  den  in  außereuropäischen  Ländern  in  neuerer  Zeit  geschaffenen  Kanalbauten
möge  hier  noch  des  Biwaseekanals  oder  des  Kanals  von  Kioto-Tu  in  Japan  Erwähnung ­
  gethan  werden.  Bereits  im  12.  Jahrhundert  wurde  ein  Kanal  von  dem  Biwasee
nach  der  Bai  von  Osaka  projektiert,  das  Werk  wurde  jedoch  erst  1885  in  Angriff  genommen ­
  und  im  Jahre  1890  beendigt.  Der  Biwasee  ist  der  größte  See  Japans.  Er
besitzt  eine  Größe  von  1280  qkm  und  liegt  84  m  über  dem  Meeresspiegel.  Die  Länge
des  Kanals  ist  nur  11  Irrn.  Sein  Hauptzweck  ist  die  Gewinnung  größerer  Wasserkräfte,
doch  dient  der  Kanal  auch  dem  Schiffsverkehr  mittels  kleiner  Boote.  In  die  Kanalführung
ist  eine  geneigte  Ebene  von  550  m  Länge  und  einem  Gesamtgefälle  von  35  in  ein-
            
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