Manchester Seekanal. 501
Konstantinopel 10400 Seemeilen London . 6900 Sccnieilen
Marseille ■ . 7900 „ Amsterdam 6900 „
Lissabon . . 6900 „ New Uork 5900 „
Havre . . . 7200 „
Dementsprechend ist im Laufe der Jahre die Zahl der den Kanal passierenden Schiffe
stetig gewachsen. Sie betrug
1870 489 Schiffe mit 435 900 Bruttotonnengchalt
1880 2026 „ „ 4 344 520
1896 3409 „ „ 8 560 283 Netto-Registertonnen
1897 2986 „ „ 7 899 373 „
1898 3505 „ „ 9 238 603 „
Der Personenverkehr betrug 1880 53 517, 1888 183 895, 1896 308 241 und
1897 191215 Reisende.
Der Manchester Seekanal. Die Bedeutung des Bridgewater-Kauals für das
gesamte Kanalbauwesen ist bereits klargelegt worden. In den fortschreitenden Ver
hältnissen ist es begründet, daß heute dieses einst so gefeierte Werk seine Bedeutung ein
ige. Drehbrücke des Manchester Keekanals bei Darton.
gebüßt und durch die Schaffung eines Seekanals zwischen Liverpool und Manchester in
den Hintergrund gedrängt ist. Es gibt ein anschauliches Bild der heutigen Berkehrs
verhältnisse, daß der neue Kanal trotz des Vorhandenseins von 5 Eisenbahnlinien und
zwei Binnenschiffahrtsstraßen zwischen den beiden genannten Städten ins Leben gerufen
werden konnte. Der Kanal entsprang dem Umstande, daß die Kaufleute Liverpools
bestrebt waren, ihre Konkurrenzfähigkeit den günstiger gelegenen Fabrikstädten gegenüber
zu erhalten, und wie einst bei der Entstehung des Bridgewater Kanals, so war auch im
vorliegenden Falle das geringe Entgegenkommen der verschiedenen Transportgesellschaften
das Hauptmoment, das zur Schaffung des neuen Verkehrsweges den Anstoß gab. Durch
den Kanal (Abb. IIS. 34) wird Manchester unter Umgehung von Liverpool direkt
dem Seeverkehr erschlossen. Der Kanal mündet bei Eastham in den Mersey. Die
Sohlenbreite beträgt 36,6 m, die normale Wassertiefe 7,93 m. Durch 5 Schleusen wird
die Differenz des Wasserspiegels von Manchester bis Eastham überwunden. Der Kosten
anschlag war 179 380000 Mark, doch hat sich derselbe bei weitem als nicht ausreichend
erwiesen, indem die Kosten die Höhe von fast 340 000 000 Mark erreichten.
Die Herstellung des Kanals, ein Werk des Ingenieurs William Leader, bedingte
sehr schwierige und daher außerordentlich kostspielige Bauwerke. Drei den Kanal kreuzende
Eisenbahnlinien mit starkem Verkehr mußten so gehoben werden, daß die Schiffe un
gehindert durchfahren können. Für den Bridgewater-Kanal war ein drehbarer eiserner
Aquädukt, ähnlich den Drehbrücken, zu erbauen, der in Abb. 499 veranschaulicht ist.