Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Kanal von Korinth. 
im Herzen von Griechenland, als der gewöhnlichste Verbindungsweg zwischen Ost und 
West, ivar derselbe das Emporium antiker Zivilisation. Reiche Städte zierten seine Ufer, 
vor allen Korinth als die herrlichste von Hellas. Aber auch gegenwärtig noch könnte 
der korinthische Busen durch den Durchstich des Isthmus seine einstige Wichtigkeit er 
langen." Wenn auch letztere Ansicht bei der vollständig veränderten Sachlage nicht 
als ganz zutreffend bezeichnet werden kann, so hat doch Neu-Koriuth durch die glücklich 
vollendete Durchstechung der Landenge immerhin wieder eine gewisse Bedeutung erlangt. 
Die Geschichte des modernen Kanals reicht bis in das Jahr 1870 zurück. Das 
erste Projekt ivar zu billig veranschlagt, und der Plan kam nicht über das Anfangsstadium 
hinaus. Im Jahre 1881 trat General Stefan Türr mit einem neuen Projekte hervor 
und erlangte für dasselbe 1882 die Genehmigung der Regierung. Das Projekt ist in 
504. Kt. Nktrrstmrz-Krmistadter KainU. 
den Jahren 1882—1893 durch eine französische Gesellschaft, Looiêts internationale du 
Canal maritime de Corinthe, zur Verwirklichung gekommen. Die Länge des Kanals 
beträgt 6300 in, die Sohlenbreite 22 und die Wassertiefe 8 1 / 2 in. Nicht weit von der 
westlichen Kanalmündung überschreitet auf einer 47 m hohen Brücke die nach Athen 
führende peloponnesische Eisenbahn den Kanal. Die größte Einschnittstiefe erreicht das 
sehr bedeutende Maß von 80 w. 
Der Panamakanal. Die Geschichte dieses großen Bauunternehmens enthält bis jetzt 
wenig erfreuliche Daten. Die natürliche Einschnürung an der Verbindungsstelle von Nord- 
und Südamerika führte von selbst auf den Gedanken einer künstlichen Durchbrechung der 
selben, und es erscheint nur erklärlich, daß dieser Gedanke bereits bald nach der Entdeckung 
dieses Erdteils auftauchte. Damals erhob der Jesuitenorden Einsprache gegen diesen Plan. 
„Läge es nicht überhaupt außerhalb menschlichen Könnens", so führte derselbe aus, „so 
möchte doch die Strafe des Himmels für die Vermessenheit zu befürchten sein, die gött 
liche Anordnung verbessern zu wollen." Wenn auch eine aufgeklärtere Zeit derartige Ein 
wendungen längst wirkungslos gemacht hat, so hat sich doch leider bei dieser Aufgabe bisher
	        
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