Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Zweck  der  Hafen.  Reede  und  Vorhafen.

der  Reede  der  Fluß  selbst,  der  in  der  Regel  auf  seinem  sandigen  Untergrund  den  Anker
leicht  und  sicher  eingreifen  läßt;  noch  besser  als  Sand,  der  vom  Wellenschlag  gelockert
werden  kann,  ist  Thongrund.  An  den  an  der  offenen  See  gelegenen  Häfen,  namentlich
an  den  Dockhäfen,  deren  Schleusen  bei  Sturm  nicht  befahren  werden  können,  muß,  wenn
nicht  die  Natur  durch  eine  Bucht  die  beste  Reede  geschaffen  hat,  durch  den  Bau  von
kostspieligen  Wellenbrechern  erst  eine  solche  geschaffen  werden.  Diese  Wellenbrecher
können  unter  günstigen  Verhältnissen  massiv  aus  Steinen  gemauert  werden  oder  müssen
durch  Steinschüttungen  oder  durch  Versenken  künstlicher  Blöcke  von  Beton  oder  Mauerwerk ­
  hergestellt  werden.  In  Dublin  wurden  solche  künstliche  Blöcke  bis  zu  350  t
Gewicht  versenkt;  in  der  Regel  sind  dieselben  nur  10—20  obin  groß  und  werden  von
Prähmen  aus  verstürzt  oder  mit  schwimmenden  Kränen  versenkt.  Die  Wellenbrecher
erstrecken  sich  meist  unter  einem  Winkel  vom  Ufer  aus  nach  der  See,  wie  in  Dmuiden
an  der  Mündung  des  Amsterdamer  Seekanales,  oder  sie  laufen  nach  der  Richtung  des
Seeganges  und  der  Küstenströmung  mit  dem  Ufer  parallel,  wie  in  Marseille.  Sie
erhalten  mindestens  die  Höhe  des  höchsten  Wasserstandes,  um  die  auf  der  Reede  liegenden
Schiffe  gegen  den  Sturm  und  Seegang  zu  schützen;  sollen  die  Wellenbrecher  aber  zugleich

508.  Gnerschnitt  der  Mole  von  Neapel.

Offenes  Meer

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Mitilei  w  '  J/F/sserslrmdzum

  Anlegen  und  Löschen  der  Schiffe  dienen,  tvie  in  Dover,  oder  bei  Sturm  begehbar
sein,  um  den  Schiffen  bei  der  Einfahrt  Hilfe  leisten  zu  können,  so  erhalten  sie  auf  der
Seeseite  eine  noch  2—3  in  höhere  steinerne  Brustwehr  zum  Schutze  gegen  überschlagende
Wellen.  Auf  den  verbreiterten  Enden  tragen  die  Wellenbrecher  meist  kleine  Leuchttürme.
Der  größte  Wellenbrecher  ist  der  in  einer  Waffertiefe  von  über  30  in  errichtete,  1400  in
lange  Molo  San  Bincenzo  in  Neapel,  welcher  den  dortigen  Kriegs-  und  Handelshafen
gegen  die  heftigsten  Südweststürme  schützt.  Derselbe  ist  an  der  Sohle  134  in  und  an
der  Krone  noch  fast  30  ni  breit;  die  Kosten  betrugen  für  das  Meter  Länge  12  600  Mark.
An  die  Einfahrt  der  Reede,  die  des  bequemen  Einlaufens  halber  am  weitesten  seewärts ­
  liegen  muß,  schließt  sich  eine  Erweiterung  an,  damit  die  einströmenden  Wellen  ihre
Höhe  und  Kraft  verlieren  und  die  Schiffe  genügend  Raum  zum  Wenden  haben.
Die  sich  ans  der  Reede  befindenden  Schiffe,  die  an  einem  Anker  festgelegt  werden,
müssen  so  viel  Abstand  voneinander  haben,  daß  sie  sich  mit  Wind  und  Strom  um  diesen
Anker  drehen  (schwoien)  können,  ohne  miteinander  zusammenzustoßen.  Der  Halbmesser  der
von  den  Schiffen  beim  Schwoien  beschriebenen  Kreise  ist  viel  größer  als  die  Schiffslänge,
weil  der  Anker  weit  vor  dem  Schiffe  liegen  muß,  damit  die  Kette  keinen  senkrechten  Zug
auf  ihn  ausübt,  sondern  in  sanftem  Bogen  durchhängt,  wodurch  eine  gewisse  Elastizität
gegen  die  Stöße  der  Wellen  vorhanden  ist.
Von  der  Reede  gelangt  das  Schiff  in  den  Vorhafen,  der  aber  beim  Vorhandensein
einer  Reede  auch  fehlen  kann,  weil  er  nur  dazu  dient,  die  einlaufenden  Schiffe  aufzunehmen, ­
  bis  sie  ihre  Liegeplätze  in  den  Hafenbecken  einnehmen  können,  und  es  den  aus-IX
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