Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

576  Die  Taucherkuiist.

Fall  der  Not  auch  durch  Abwerfcu  der  Bleisohlen  erfolgen,  die  bei  manchen  Anzügen
(nicht  bei  allen)  dazu  eingerichtet  sind.  Der  Auftrieb  des  Körpers  und  Helmes  genügt,
trotz  der  anderen  Gewichte,  den  Taucher  zu  heben,  was  dann  in  der  Regel  in  ivagerechter
Lage  geschieht.
Man  hat  den  Taucher  auch  unabhängig  vom  Boot  und  der  Luftpumpe  gemacht,  indem
man  den  Behälter  vergrößerte  und  mit  stark  gepreßter  Luft  füllte.  Da  der  Regulator  in
der  oben  beschriebenen  Weise  stets  für  eine  richtige  Spannung  der  Luft  im  Atmungsschlauche
sorgt,  so  muß  ein  solcher  Apparat  so  lange  wirken,  als  die  Spannung  in  dem  Behälter
größer  ist,  als  es  der  betreffenden  Tiefe  entspricht.  In  der  Regel  soll  der  Apparat  Luft
für  eine  Stunde  Aufenthalt  unter  Wasser  fassen  können.
Abb.  559  zeigt  eine  amerikanische  Taucherausrüstung,  welche  ganz  ähnliche  Bestandteile ­
  aufweist.  Der  Lnftbehälter  A  ist  durch  das  mit  einem  Ventil  versehene  Rohr  B
mit  dem  Helm  des  Tauchers  verbunden,  bei  0  entweicht  die  ausgeatmete  Luft.  HD  sind
hohle  Kautschnkkissen,  welche  durch  die  Ventilröhren  Eli  aus  dem  Luftbehälter  gefüllt
werden  können  und  dann  wie  eine  Fischblase  wirken.  Die  Entleerung  kann  durch  das
Ventil  K  erfolgen.  Das  Tauchen  mit  einem  solchen  Lnftvorrat  ist  besonders  dann  am
Platze,  wenn  es  gilt,  ein  gesunkenes  Schiff  auszuräumen,  da  es  begreiflicherweise  für
den  gewöhnlichen  Taucher  ein  zu  großes  Wagnis  wäre,  sich  in  den  Räumlichkeiten
des  Schiffes  herumzutasten,  während  seine  Existenz  an  den  mitgeschleppten  Luftschlauch
und  dessen  gute  Erhaltung  geknüpft  ist.

562.  Unterseeische  Petroleumlampe. ­


563  u.  564.  Marrilhacys  Taucherhelm  mit  elektrischer  Lampe.
Nach  „Engmeeririg".

Endlich  können  kürzere  Fahrten  auch  ohne  Helm  und  Anzug,  also  nur  mit  dem
oben  beschriebenen  Luftbehälter  nebst  Regulator,  geschehen,  wofür  ein  besonderes  längeres
Luftsaugrohr  vorhanden  ist,  dessen  Ende  ebenfalls  in  den  Mund  genommen  wird,  während ­
  eine  biegsame  Kautschukplatte  die  Mundgegend  bedeckt  und  vom  Wasser  angedrückt
wird.  Hierzu  kommt  dann  als  notwendiges  Stück  noch  eine  Nasenquetsche,  um  das  Eindringen ­
  von  Wasser  in  die  Nase  zu  verhüten.  Diese  Art  des  Tauchens  ist  insbesondere
in  heißen  Gegenden  im  Gebrauch  (Abb.  560).
Für  eine  beständige  Verbesserung  und  Weiterbildung  aller  für  die  Tancherei
erforderlichen  Apparate  und  Hilfsmittel  ist  in  Deutschland  seit  Jahren  die  Firma
L.  von  Bremen  &  Co.  in  Kiel  in  hervorragender  Weise  thätig.  Dieselbe  hat  unter
anderem  das  Telephon  in  den  Dienst  des  Tauchers  gestellt,  sowie  auch  eine  unterseeische ­
  Lampe  konstruiert.  Dieselbe  besteht  aus  einer  Petroleumlampe  mit  künstlicher,
            
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