Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schiffbau.

schiffe  in  Schraubenschiffe  umzubauen,  indem  mau  sie  meist  in  der  Mitte  auseinander
schnitt  und  entsprechend  zur  Unterbringung  von  Maschine  und  Kessel  verlängerte.  Für
die  Linienschiffe  mit  so  großem  Freibord  waren  die  Räder  ungeeignet,  auch  nahmen
dieselben  in  der  Breitseite  des  Schiffes  den  zur  Aufstellung  von  Geschützen  wichtigsten
Teil  in  Anspruch.  Die  Raddampfer  fanden  daher  vorzugsweise  als  Avisos  und  Dampfkorvetten ­
  Verwendung.  Dagegen  bot  die  Schiffsschraube  den  großen  Vorteil,  daß  der
Propeller  unterhalb  der  Wasserlinie  gegen  feindliche  Geschosse  vollkommen  geschützt  lag
und  außerdem  die  Maschinen-  und  Kesselanlage  bei  den  großen  Linienschiffen  gegen
direkte  Treffer  gesichert  war,  wobei  die  Breitseiten  für  die  Geschützaufstellung  vollkommen
verwertet  werden  konnten.  Die  Takelage  der  Linienschiffe  wurde  beibehalten,  um  die
billige  Kraft  des  Windes  nach  Möglichkeit  auszunutzen  und  den  kostspieligen  Dampf  für
das  Gefecht  und  für  besondere  Fälle  aufzusparen.  Die  Gefechtsstärke  der  Schraubenlinienschiffe ­
  bestand  hauptsächlich  in  ihren  Breitseiten,  auf  welchen  die  größte  Zahl  der
Geschütze  vereinigt  waren,  und  die  Taktik  beruhte  dementsprechend  auf  dem  Grundsatz,
dem  Feinde  stets  die  volle  Breitseite  zuzukehren.  Als  beste  Schlachtordnung  galt  daher
die  Kiellinie,  woraus  sich  der  Name  Linienschiff  bildete.  Die  Klassifizierung  und  Benennung ­
  der  Kriegsschiffe  erfolgte  nach  der  Zahl  der  eine  Geschützreihe  tragenden  Decks
in  Linienschiffe,  Schiffe  mit  2  bis  3  gedeckten  Batterien,  auch  in  Zwei-  und  Dreidecker ­

  unterschieden,  Fregatten,
dreimastige  Vollschiffe  mit  einer
gedeckten  Batterie,  Korvetten,
kleinere  Vollschiffe  mit  einem  Batteriedeck, ­
  welches  bei  den  gedeckten
Korvetten  durch  das  Oberdeck  geschützt ­
  war,  während  die  Glattdeckskorvetten ­
  die  Geschütze  auf  dem
Oberdeck  führten.  Man  bezeichnete
sie  später  auch  als  Kreuzerfregatten
und  Kreuzerkorvetten.  Die  kleineren
Fahrzeuge  wurden  unter  dem  Namen
Schraubenkanonenboote  zusammengefaßt. ­


Aber  auch  auf  anderen  Gebieten ­
  der  Marinetechnik  vereinigten
sich  praktische  Erfahrungen  und
Wissenschaft,  um  die  Kriegswerk-S2<.

  Gurrschnitt  einer  gepanzerten  Batterie.

zeuge  zu  vervollkommnen  und  ihre  verheerende  Kraft  zu  steigern.  Nachdem  schon  zu
Anfang  des  19.  Jahrhunderts  Mörser  zum  Werfen  von  Bomben  verwendet  waren,  führte
der  französische  Artillerieoberst  Paixhans  nach  den  Anregungen  Napoleons  im  Jahre
1822  die  Bombenkanone  ein,  welche  sich  nach  und  nach  den  Weg  in  alle  Marinen
bahnte  und  durch  die  verheerende  Wirkung  der  mit  Sprengladung  versehenen  Hohlgeschvsse
  für  die  hölzernen  Schiffe  eine  gefürchtete  Waffe  wurde.  Im  Jahre  1854
bestätigten  die  Bomben  und  Granaten  bei  der  Beschießung  von  Sebastopol  durch  die
vereinigten  englischen  und  französischen  Flotten  die  Erwartungen  vollkommen.  Die
russischen  Granaten  richteten  auf  den  hölzernen  Schiffen  der  Alliierten  derartige  Verheerungen ­
  an,  daß  dieselben  den  Kampf  abbrechen  mußten.  Es  trat  die  Notwendigkeit ­
  ein,  die  Schiffswände  gegen  derartige  Verwüstungen  besser  zu  schützen.  Und  so
wurden  noch  während  des  Krieges  auf  Anregung  Napoleons  III.  von  dem  genialen
Schiffbauer  Dupuy  de  Lome  fünf  gepanzerte  schwimmende  Batterien  in  aller  Eile
erbaut  und  davon  drei  nach  dem  Schwarzen  Meer  geschleppt  (Abb.  624).  Obwohl  diese
Batterien  nur  mit  90  min  starken  Eisenplatten  untergeordneter  Art  bekleidet  waren,  so
bewiesen  sie  sich  bei  der  Beschießung  von  Kinburn  thatsächlich  als  praktisch  unverwundbar,
denn  die  russischen  Granaten  hinterließen  auf  den  Eisenplatten  zwar  tiefe  Eindrücke,  doch
wurde  keine  der  Platten  bedeutend  beschädigt.
            
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