630 Grundlagen des Schiffbaues.
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den Koeffizienten 8, a und ß hat Normand eine besondere Beziehung durch die Formel
8 — « ßL festgestellt, und K schwankt zwischen 0,82 bis 0,89. Neben diesen Koeffizienten
ist vor Beginn des Konstruktionsrisses die Festlegung des Deplacementsschwerpunktes
sowie des Konstruktionswasserlinienschwerpunktes von Wichtigkeit, sowie die
Entscheidung, ob das Schiff auf ebenem Kiel oder stenerlastig, d. h. hinten mit größerem
Tiefgang erbaut werden soll.
Nachdem die Hauptdimensionen festgelegt sind, erfolgt die Anfertigung des Kon
struktionsrisses, um die Schifssberechnungen vor der Baulegung durchführen und den
Bau selbst nach dem Riß in Angriff nehmen zu können. Der Konstruktionsriß eines
Schiffes stellt die geometrische Form desselben in drei zu einander senkrecht stehenden
Projektionsebenen dar. Der Aufriß oder Längenschnitt gibt die Symmetrieebene des Schiffes
wieder; in demselben zeigen sich die Formen des Vor- und Hinterstevens, des Kiels, ferner der
Verlauf oder Strak der Reling, sowie der
Decks, sowie folgende Schiffslinien, als ge
rade horizontale Linien die Wasserlinien,
als gerade vertikale Linien die Spanten,
als Kurven die Schnitte. Der Grundriß
oder Wasserlinienriß gibt die Formen
der Wasserlinien wieder, er wird nur von
einer Hälfte des Schiffes gezeichnet, da beide symmetrisch sind. In demselben zeigen
sich die Wasserlinien als schlanke Kurven — Schiffslinien — die Spanten als gerade
vertikale Linien, die Schnitte als gerade horizontale Linien. Der Seiten- oder Spanten
riß enthält die Formen der einzelnen Spanten, und zwar zeichnet man zur Linken der
Symmetrieachse die Spanten des Hinterschiffes, zur Rechten derselben diejenigen des
Vorschiffes; er gibt in geraden horizontalen Linien die Wasserlinien, in geraden ver
tikalen Linien die Schnitte wieder. Die größte Spantkurve, welche in der Regel etwas
hinter der Mitte liegt, heißt Hauptspant. Die Kunst der Anfertigung eines Kon
struktionsrisses besteht nun in der Hauptsache darin, für die einzelnen Linien mit Be
zug auf Form und Größe der Flächen eine richtige Wahl und einen guten Strak zu
treffen und die Schiffslinien und Kurven in den einzelnen Projektionsebenen miteinander
in Übereinstimmung zu bringen. Zur besseren Kontrolle und Übersicht zeichnet man
meist noch die Senteu ein, Schnitte, welche die Spantkurven mög
lichst normal durchschneiden und demnach in dem Spanteuriß als
zur Symmetrieachse geneigte Gerade, in dem Wasserlinienriß als
völlige Kurven erscheinen. Die in den Figuren 1 bis 15 der Tafel
dargestellten Konstruktionsrisse eines Panzerschiffes, eines Schnell
dampfers, eines Segelschiffes, einer Segeljacht und eines Torpedo
bootes geben einen klaren Aufschluß über den Charakter der ein
zelnen Schiffslinien.
Die Berechnung des Deplacements umfaßt die Ermitte
lung der Inhalte der Wasserlinien, der Spante und des Deplace
ments, sowie der Schwerpunktslagen der einzelnen Flächen und Körperteile. Die Be
rechnungen erfolgen meist nach der Simpsonschen Regel.
Flächeninhalt = Vs A x t 1 7i + 4 y 2 + 2 Ys «• s- w. ff- 4 yn- 1 + 1 yn].
Für die Berechnung der Spantflächen geben die in gleichen Abständen (/X x t ) ge
zeichneten Wasserlinien die Ordinalen y, für die Berechnung der Wasserlinienareale die
in gleichen Abständen x 2 ) gezeichneten Spanten die Ordinaten y. Trägt man die er
mittelten Werte der Spantareale aus den entsprechenden Ordinaten von der Mittellinie
des Schiffes als Abscissenachse ab, so bildet die durch die Endpunkte der Ordinaten ge
legte Kurve die Spantarealkurve (Fig. 642), ihr Flächeninhalt gibt das Deplacement
in odm an und der Schwerpunkt der Fläche den Schwerpunkr des Deplacements der
Länge nach. In ähnlicher Weise erhält man, wenn mau die Wasserlinienareale als
Abscissen von der als Koordinatenachse gedachten Mittellinie des Schiffes aufträgt, durch
Verbindung der so gewonnenen Endpunkte die Wasserlinienarealkurve oder Wasserlinien-
643.
Masserlinienareirlkurve.