Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Stabilität.  Schwingungen  des  Schiffes.

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die  Stabilität  bis  zur  labilen  Gleichgewichtslage  verringern.  Beim  Überholen  des
Schiffes  kann  jedoch  die  stabile  Gleichgewichtslage  wieder  eintreten,  wenn  der  Angriffspunkt ­
  des  Auftriebes  0  derart  zur  Seite  geschoben  wird,  daß  der  Auftrieb  A  und  das
Schiffsgewicht  P  mit  Bezug  auf  den  Kiel  als  Drehpunkt  sich  das  Gleichgewicht  halten,  wenn
also  A  —  ist  (2(66.648).  In  diesem  Falle  wird  8  -----  ^  —  Der  Wert  von  B,  d.  h.
also  der  Druck  des  Grundes  gegen  den  Kiel,  wird  nun  gleich  Null,  wenn  y  =  0,  1).  h.
wenn  man  den  Systemschwerpunkt  des  Schiffes  derart  nach  Lee  verschiebt  durch  Umstauen ­
  von  Ladung  oder  2lusrüstungsgegenstäuden,  daß  er  in  die  Vertikale  des  Auftriebs
fällt,  vorausgesetzt,  daß  ein  genügend  großer  Freibord  und  die  hierdurch  bedingte  Stabilität
des  Schiffes  dies  gestattet.  Alsdann  wird  naturgemäß  auch  wieder  A  =  P,  d.  h.  Auftrieb
gleich  Schiffsgewicht;  hierauf  beruht  das  praktische  Manöver  zum  Abbringen  auf  Grund
geratener  Schiffe.  Es  kommt  hierbei  noch  in  Betracht,  daß  beim  Neigen  des  Schiffes
um  die  Unterkante  Kiel  auf  der  Leeseite  meist  ein  größeres  Keilstück  des  Schiffes  ins
Wasser,  als  auf  der  Luvseite  zum  Austauchen  gelangt,  so  daß  das  Deplacement  und
somit  der  Auftrieb  sich  nach  und  nach  vergrößert  und  ein  Auftauchen  des  Schiffes  veranlaßt.
Schwingungen  des  Schiffes  im  ruhigen  Wasser  und  auf  See.
Die  Schwingungen  des  Schiffes  im  ruhigen  Wasser  entstehen  durch  Gleichgewichtsstörungen, ­
  sei  es  veranlaßt  durch  den  Winddruck,  sei  es  durch  in  regelmäßigen  Zeitläuften
auseinander  folgende  Gewichtsverschicbungen.  Die  schwingende  Bewegung  steht  unter
dem  Einfluß  der  Stabilitätskraft  und  der  Masse  des  Schiffes,  und  das  Schiff  gelangt
erst  infolge  der  Widerstände  im  Wasser  und  in  der  Luft  allmählich  zur  Ruhe.  Die
Schwingungen  des  Schiffes  um  die  Längsachse  nennt  manSchlingernoder  Rollen,  und
mau  bezeichnet  mit  Schlingern  die  kurzen,  hastigen  Bewegungen,  mit  Rollen  die  langsamen,
weitausholenden  Schwingungen  desselben.  Die  Schwingungen  um  die  Querachse  nennt
man  Stampfen  oder  Setzen,  und  zwar  spricht  man  von  Stampfen  bei  Bewegungen
des  Schiffsbuges,  von  Setzen  bei  denjenigen  des  Hecks.  Neben  diesen  schwingenden  Bewegungen ­
  treten  auf  See  auch  vertikale  auf,  bei  welchen  das  Schiff  aus  seiner  ursprünglichen ­
  Schwimmebene  sich  heraushebt  bezw.  sich  in  dieselbe  hineinsenkt.  Diese  Schwingungen
nennt  man  Tauchbewegungen.
Von  den  Schwingungen  des  Schiffes  verdienen  nun  vor  allem  die  Schlingerund ­
  Rollbewegungen  mit  Bezug  auf  die  Sicherheit  und  das  Verhalten  der  Schiffe  auf
See  die  größte  Beachtung.  Die  Größen  derselben  werden  gemessen  durch  die  Neigungen,
welche  das  Schiff  um  die  Längsachse  von  der  aufrechten  Lage  nach  jeder  Seite  vollführt,
und  man  versteht  unter  einer  einfachen  Schwingung  den  Bogen,  welchen  z.  B.  die  Spitze
des  Mastes  von  der  größten  Neigung  nach  Steuerbord  bis  zur  größten  Neigung  nach
Backbord  macht,  und  die  Periode  der  Schwingung  ist  die  Zeit,  welche  hierzu  gebraucht
wird.  Bewegt  sich  daherz.  B.  ein  Schiff  von  einem  Winkel  von  10  Grad  nach  Steuerbord ­
  zu  einem  Winkel  von  9  Grad  nach  Backbord  in  einer  Zeit  von  6  Sekunden,  so  ist  der
Schwinguugsbogeu  19  Grad  und  die  Periode  6  Sekunden.  Sieht  man  von  den  Widerständen ­
  der  Bewegung  ab,  so  kann  man  das  rollende  Schiff  mit  der  Bewegung  eines
physischen  Pendels  vergleichen,  und  aus  eingehenden  Beobachtungen  und  mathematischen
Untersuchungen  hat  sich  ergeben,  daß  die  Länge  des  gleichschwingenden  physischen  Pendels
gleich  dem  Quadrat  des  Trägheitsradius  des  Schiffes  dividiert  durch  die  metazentrische  Höhe
ist.  Die  Periode  oder  Schwingungsdauer  des  Schiffes  in  Sekunden  bestimmt  sich  daher
aus  der  Gleichung  t  ,  worin  r  der  Trägheitsradius  des  Schiffes  ist.  Derselbe
ergibt  sich  aus  dem  Trägheitsmoment  des  Schiffes  I  und  der  Masse  N  desselben  aus  der
Gleichung  Liegen  hiernach  die  Hauptgewichte  des  Schiffes  weit  von  der  Längsachse ­
  desselben  entfernt,  wie  z.  B.  bei  Panzerschiffen  der  Gürtelpanzer  an  den  Schiffsseiten, ­
  so  wird  das  Trägheitsmoment  um  die  Längsachse  und  demnach  der  Trägheitsradius ­
  groß  ausfallen.  Die  Schwingungen  eines  Schiffes  werden  nun  um  so  langsamer
und  sanfter  sich  gestalten,  die  Periode  also  um  so  größer  sein,  je  größer  der  Trägheits-80*

            
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